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Coin Center: Krypto-Code ist geschützte Sprache, nicht regulierbares Verhalten

vor 4 Stunden
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Coin Center stärkt die Verteidigung für Krypto-Entwickler

Coin Center hat seine Verteidigung für Krypto-Entwickler verstärkt und argumentiert, dass die Veröffentlichung von Software-Code als geschützte Sprache gemäß der US-Verfassung behandelt werden sollte. In einem am Montag veröffentlichten Bericht erklärten Geschäftsführer Peter Van Valkenburgh und Forschungsdirektor Lizandro Pieper, dass das Schreiben und Teilen von Krypto-Code nicht anders sei als die Veröffentlichung eines Buches oder eines Rezepts und somit eindeutig unter den Schutz des Ersten Verfassungszusatzes falle.

Rechtlicher Druck auf Entwickler

Ihr Papier erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem Entwickler zunehmend rechtlichem Druck ausgesetzt sind, insbesondere durch hochkarätige Strafverfahren im Zusammenhang mit Datenschutzsoftware und dezentralen Anwendungen. Der Bericht von Coin Center zielt darauf ab, eine klare Grenze zwischen geschützter Sprache und Handlungen zu ziehen, die von Regulierungsbehörden überwacht werden können. Die Autoren argumentieren, dass nicht alle Aktivitäten von Entwicklern gleich behandelt werden sollten.

„Die Verwirrung der unteren Gerichte über die Unterscheidung zwischen Verhalten und Sprache, die natürlich in der Softwareveröffentlichung vorkommt, hat die Entwicklung dessen gefördert, was man als funktionale Code-Theorie mit vermindertem Schutz des Ersten Verfassungszusatzes bezeichnen könnte“, schrieben die Autoren.

Einige Gerichte haben die Ansicht vertreten, dass Software sich wie Verhalten verhält, weil sie reale Ergebnisse produzieren kann. Coin Center widerspricht dieser Idee:

„Einige Gerichte haben angedeutet, dass Software, weil sie ausgeführt werden kann, um reale Effekte zu erzeugen, Verhalten ähnelt und nicht Sprache. Wir argumentieren, dass solche Aktivitäten reine Sprache sind und dass die bestehende Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs auf dieser Interpretation beruht, auch wenn einige untere Gerichte vom Weg abgekommen sind.“

Regulierbarkeit von Entwicklern

Die Gruppe erklärte, dass ein Entwickler nur dann in regulierbares Gebiet übergeht, wenn er die direkte Kontrolle über Benutzerfonds übernimmt, Transaktionen im Namen der Benutzer ausführt oder Entscheidungen für sie trifft. Die bloße Veröffentlichung und Pflege von Code sollte, so argumentierte sie, keine Lizenz- oder Compliance-Verpflichtungen auslösen.

„Sie sind Sprecher und Erfinder, nicht Agenten, Treuhänder oder Verwalter. Die Ausweitung von Vorregistrierungs- oder Lizenzanforderungen auf diese sprachliche Aktivität lässt die historische Logik der finanziellen Aufsicht fallen und auferlegt eine klassische vorherige Beschränkung auf Aktivitäten, die hauptsächlich Sprache und Ausdruck sind – was fast immer verfassungswidrig ist.“

Aktuelle Strafverfolgungen und deren Auswirkungen

Coin Center wies auf kürzliche Strafverfolgungen hin, als Zeichen dafür, dass Gerichte und Regulierungsbehörden weiterhin damit kämpfen, wie bestehendes Recht auf dezentrale Technologien angewendet werden kann. Roman Storm, ein Entwickler, der mit dem Tornado Cash-Protokoll in Verbindung steht, wurde letztes Jahr wegen des Betriebs eines nicht lizenzierten Geldübertragungsunternehmens verurteilt. Sein rechtliches Team hat seitdem die Abweisung beantragt und dabei auf Präzedenzfälle des Obersten Gerichtshofs verwiesen, einschließlich Cox Communications Inc. gegen Sony Music Entertainment, um zu argumentieren, dass ihm die Absicht fehlte, an kriminellen Aktivitäten teilzunehmen.

Die Entwickler hinter Samourai Wallet, einer datenschutzorientierten Bitcoin-Wallet, wurden ebenfalls wegen ähnlicher Anklagen verurteilt und erhielten Haftstrafen von vier bis fünf Jahren. Diese Fälle haben in der Branche Bedenken ausgelöst, dass das Schreiben von Open-Source-Code Entwickler aufgrund der Art und Weise, wie Dritte ihn nutzen, haftbar machen könnte.

Rechtliche Präzedenzfälle und deren Bedeutung

Coin Center stützte sein Argument auf langjährige rechtliche Präzedenzfälle, einschließlich der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von 1985 in Lowe gegen SEC, die feststellte, dass die Veröffentlichung von Informationen, ohne Kundenvermögen zu verwalten oder in deren Namen zu handeln, unter geschützte Sprache und nicht unter regulierte Finanzaktivitäten fällt. Traditionelle Finanzregeln wurden um Intermediäre herum aufgebaut, die Gelder für Benutzer halten oder bewegen. Krypto-Systeme entfernen oft diese Rollen und ermöglichen Peer-to-Peer-Übertragungen und Selbstverwahrung ohne zentrale Kontrolle.

Van Valkenburgh und Pieper argumentierten, dass die Anwendung von Intermediär-Regulierungen auf Entwickler aus „administrativen Gründen“ das Gesetz über seinen beabsichtigten Umfang hinaus dehnt.

„Krypto-Software erfordert nicht die Erfindung neuer rechtlicher Doktrinen oder neuartiger Ausnahmen. Sie erfordert die treue Anwendung festgelegter Prinzipien des Ersten Verfassungszusatzes auf einen neuen technologischen Kontext. Im Zeitalter der Computer, in dem Software das primäre Mittel zur Ausdruck von Ideen und zur Organisation des wirtschaftlichen Lebens ist, sind diese Prinzipien wichtiger, nicht weniger. Das Schreiben und Veröffentlichen von Code ist Sprache. Und in einer freien Gesellschaft kann Sprache nicht in Stille lizenziert werden.“