US-Justizministerium klagt gegen Owe Martin Andresen
Das US-Justizministerium hat den deutschen Staatsbürger Owe Martin Andresen wegen eines mutmaßlichen Geldwäscheplans im Zusammenhang mit Dream Market angeklagt, einem Darknet-Marktplatz, der 2019 geschlossen wurde. Die Staatsanwälte geben an, dass Andresen der verdächtige Hauptadministrator der Seite war. Letzte Woche wurde er in Deutschland aufgrund paralleler Anklagen festgenommen.
Vorwürfe und Geldwäscheaktivitäten
Laut den US-Staatsanwälten nutzte Andresen inaktive Wallets von Dream Market, um Gelder zu transferieren und einen Teil der Erlöse in Goldbarren umzuwandeln. Dream Market wurde 2013 gegründet und entwickelte sich vor seiner Schließung zu einem der größten Darknet-Märkte. Zu einem bestimmten Zeitpunkt hatte die Seite fast 100.000 Angebote und verwendete das Tor-Netzwerk sowie Kryptowährungen, um Käufer, Verkäufer und Zahlungen anonym zu halten.
Nach der Schließung berichtete das DOJ, dass die Krypto-Infrastruktur von Dream Market größtenteils unberührt blieb. Die Staatsanwälte stellten fest, dass die Aktivitäten Ende 2022 wieder aufgenommen wurden, als Gelder von alten Dream Market-Wallets in neu konsolidierte Wallets transferiert wurden. Sie erklärten, dass diese Überweisungen „nur von jemandem initiiert werden konnten, der Zugang zu den ursprünglichen privaten Schlüsseln hatte“.
Kauf von Goldbarren und Festnahmen
Darüber hinaus gaben die Staatsanwälte an, dass Andresen einen Krypto-Dienstleister mit Sitz in Atlanta genutzt habe, um im August 2023 Goldbarren von internationalen Unternehmen zu kaufen. Diese Goldbarren wurden angeblich an seine Wohnadresse in Deutschland versandt. Das DOJ gab an, dass Andresen zwischen August 2023 und April 2025 mehr als 2 Millionen Dollar gewaschen haben soll.
Bei Durchsuchungen am 7. Mai fanden die Behörden etwa 1,7 Millionen Dollar in Goldbarren, mehr als 23.000 Dollar in bar sowie Informationen zu Bankkonten und Krypto-Wallets, die etwa 1,2 Millionen Dollar enthielten, die als Erlöse von Dream Market angesehen werden. Eine Bundesgroßjury hat Andresen wegen sechs Anklagen wegen internationaler Geldwäsche und sechs Anklagen wegen Geldwäsche angeklagt. Jede US-Anklage kann bis zu 20 Jahre Gefängnis nach sich ziehen. Das DOJ erklärte, Andresen sei als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld bewiesen ist.
Umfassendere Durchsetzung gegen Geldwäsche
Der Fall folgt einer umfassenderen Durchsetzung gegen mit Kryptowährungen verbundene Geldwäsche. Crypto.news berichtete, dass das DOJ die Einziehung von über 400 Millionen Dollar an Vermögenswerten, die mit Helix, einem Darknet-Krypto-Mixer, verbunden sind, abgeschlossen hat. In einem separaten Bericht wurde erwähnt, dass ein Mann aus Kalifornien 70 Monate Gefängnis für die Geldwäsche von Geldern, die mit einer Krypto-Diebstahlgruppe im Wert von 263 Millionen Dollar verbunden sind, erhielt.