Warren fordert Trump zur Offenlegung seiner Krypto-Einnahmen auf
Senatorin Elizabeth Warren hat Präsident Donald Trump aufgefordert, seine Krypto-Einnahmen für das Jahr 2026 offenzulegen, nachdem eine Bundesmeldung ein Einkommen von 1,4 Milliarden Dollar aus digitalen Vermögensanlagen im Jahr 2025 aufdeckte. In einem Schreiben vom Donnerstag bat Warren Trump, Details zu seinen Krypto-Einnahmen zwischen dem 1. Januar und dem 15. Juli zu veröffentlichen. Sie setzte ihm eine Frist bis zum 23. Juli, um die Informationen freiwillig bereitzustellen, während der Senat das Digital Asset Market Clarity Act prüft.
Finanzielle Offenlegung und Bedenken
Trumps finanzielle Offenlegung für 2025, die am 30. Juni gemäß den Vorschriften des U.S. Office of Government Ethics eingereicht wurde, listete Einkünfte auf, die mit Official Trump (TRUMP) und World Liberty Financial, dem Krypto-Unternehmen seiner Familie, verbunden sind. Laut Warren wirft die Meldung Bedenken auf, dass gewählte Amtsträger Gesetze gestalten, die den Wert ihrer Bestände beeinflussen könnten.
„[Trumps] finanzielle Offenlegung wirft zentrale Fragen zur Angemessenheit auf, da Präsidenten, Vizepräsidenten, hochrangige Regierungsbeamte, Mitglieder des Kongresses und deren Familien von der Krypto-Industrie profitieren, während der US-Senat über Gesetze zur Struktur des Krypto-Marktes debattiert, die das Potenzial haben, den Wert ihrer Krypto-Bestände zu steigern.“
Nach den aktuellen Offenlegungsregeln muss Trump seinen jährlichen Bericht für 2026 erst im Mai 2027 einreichen. Warren möchte die Informationen jedoch frühzeitig veröffentlicht haben, da die Senatoren an Gesetzen arbeiten, die bundesstaatliche Regeln für den Krypto-Markt festlegen würden.
Ethik und Interessenkonflikte
In ihrem Schreiben argumentierte die Demokratin aus Massachusetts, dass die Genehmigung von CLARITY ohne feste Ethikregeln Trump und seiner Familie finanziell zugutekommen könnte.
„[W]enn es an angemessenen Leitplanken fehlt, würde [CLARITY] die erheblichen Interessenkonflikte des Präsidenten verstärken und mit Sicherheit den Wert seiner und seiner Familie Krypto-Bestände steigern“, schrieb Warren.
In einem Interview am 2. Juli, in dem ähnliche Bedenken geäußert wurden, betonte Trump, dass es nichts Illegales und nichts Falsches daran gebe, Geld aus seinen Krypto-Investitionen zu verdienen, während er Präsident ist. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, wies ebenfalls die Behauptungen eines Konflikts zurück. Laut Kelly werden Trumps Vermögenswerte in diskretionären Konten verwaltet, die von unabhängigen Finanzinstituten betreut werden, was bedeutet, dass der Präsident keine direkte Kontrolle über sie hat.
Gesetzgebungsprozess und Herausforderungen
Der Mehrheitsführer des Senats, John Thune, hat erklärt, dass die Kammer über das Gesetz zur Struktur des Krypto-Marktes abstimmen wird, bevor die Senatoren in ihre August-Arbeitsperiode gehen. Für die Verabschiedung sind 60 Stimmen erforderlich, was bedeutet, dass die Republikaner Unterstützung von mehreren Demokraten benötigen. Mehrere demokratische Senatoren haben öffentlich abgelehnt, ein Gesetz zur Marktstruktur ohne klare Ethikbestimmungen zu unterstützen. Einige Gesetzgeber haben speziell Trumps Krypto-Interessen angeführt, um ihre Opposition zu erklären, was den Streit zu einem potenziellen Hindernis für die Gesetzgebung macht.
Während der Senat seine Version verhandelt, hielt das Unterkomitee für digitale Vermögenswerte des House Financial Services Committee am Freitag eine Anhörung zu CLARITY in New York City ab. Das Haus verabschiedete das Gesetz im Juli 2025, aber jede vom Senat geänderte und genehmigte Version müsste in die untere Kammer zurückkehren. Der Vorsitzende des House Financial Services Committee, French Hill, beschrieb die Gesetzgebung zur Struktur des Krypto-Marktes als „eine parteiübergreifende Priorität“ für den Kongress. Allerdings schien kein demokratischer Gesetzgeber an der Anhörung am Freitag teilzunehmen.
Die Debatte im Senat stellt nun Trumps Krypto-Einkommen neben ungelöste Fragen zur bundesstaatlichen Aufsicht und politischen Ethik. Warrens Frist vom 23. Juli verpflichtet den Präsidenten rechtlich nicht zur Antwort, aber die Einhaltung würde seine neuesten Krypto-Einnahmen Monate vor der nächsten obligatorischen Meldung offenbaren.