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ESMA zielt auf MiCA-Krypto-Custodians mit Resilienzüberprüfung ab

vor 11 Stunden
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Überprüfung der Krypto-Custodians durch die ESMA

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat eine Aufsichtsüberprüfung von MiCA-autorisierten Krypto-Custodians gestartet. Dabei verlagert sie ihren Fokus von der Lizenzierung hin zur Prüfung, wie Unternehmen operative Risiken in der Praxis bewältigen. Laut der ESMA wurde eine Gemeinsame Aufsichtsmaßnahme (CSA) ins Leben gerufen, die eine Stichprobe autorisierter Krypto-Asset-Dienstleister (CASPs) im Rahmen des EU-Rahmens für Märkte in Krypto-Assets (MiCA) abdeckt. Die Überprüfung konzentriert sich auf Verwahrungsdienste und untersucht, ob die Unternehmen über effektive Maßnahmen zur operativen Resilienz verfügen, anstatt sich lediglich auf die regulatorische Genehmigung zu verlassen.

Bewertung kritischer Bereiche

Wie von der ESMA dargelegt, werden die Aufseher die digitale operationale Resilienz in mehreren kritischen Bereichen bewerten, darunter:

  • Management privater Schlüssel und deren Speicherung
  • Transaktionskontrollen
  • Verfahren zur Reaktion auf Vorfälle
  • Abhängigkeit von Technologieanbietern Dritter

Die Überprüfung erfolgt kurz nach dem Ende der Übergangsfrist von MiCA und stellt damit eine der ersten koordinierten Aufsichtsmaßnahmen unter dem Krypto-Regelwerk der EU dar.

Erwartungen der Regulierungsbehörden

In einer Erklärung sagte Sebastien Dessimoz, Mitbegründer und geschäftsführender Partner des Unternehmens für digitale Vermögensinfrastruktur Taurus, dass die Botschaft der Regulierungsbehörden sei, dass der Erhalt einer MiCA-Lizenz nur der Ausgangspunkt für Custodians sei.

Dessimoz erklärte, dass Verwahrungsanbieter nun nachweisen müssen, dass ihre operativen Kontrollen realen Risiken standhalten können, anstatt einfach zu behaupten, dass ihre Systeme sicher sind. Er fügte hinzu, dass die Regulierungsbehörden, da digitale Vermögenswerte zunehmend in regulierte Finanzinfrastrukturen integriert werden, dasselbe Maß an Sicherheit, Verantwortung und Resilienz erwarten, das in traditionellen Finanzmärkten zu beobachten ist.

Institutionelle Kunden und Überprüfungen

Institutionelle Kunden haben bereits die Überprüfung der Verwahrpraktiken erhöht, so Jody Mettler, Chief Operating Officer von BitGo und Präsident von BitGo Trust.

In einer Erklärung sagte Mettler, dass Kunden zunehmend fragen, wie Custodians Kundenvermögen segregieren, Zugangskontrollen verwalten, auf Sicherheitsvorfälle reagieren und die Geschäftskontinuität während Marktstressperioden aufrechterhalten. Sie fügte hinzu, dass die Regulierungsbehörden den operativen Standards, die digitale Vermögensdienstleistungen unterstützen, mehr Aufmerksamkeit schenken, anstatt ihre Bewertung auf Lizenzanforderungen zu beschränken.

Ausblick auf die MiCA-Aufsicht

Branchenvertreter sehen die Überprüfung auch als frühes Indiz dafür, wie sich die MiCA-Aufsicht entwickeln könnte.

Markus Levin, Mitbegründer des Blockchain-Infrastrukturunternehmens XYO, sagte gegenüber Cointelegraph, dass der Erhalt der MiCA-Autorisierung und der Nachweis der operativen Resilienz separate Herausforderungen darstellen. Er erklärte, dass Unternehmen, die starke operative Kontrollen nachweisen können, bevor die Aufsichtsüberprüfungen abgeschlossen sind, besser positioniert sein könnten, da die institutionelle Teilnahme an digitalen Vermögenswerten zunimmt.

Kombination von Verpflichtungen

Yuriy Brisov, ein Anwalt bei Digital & Analogue Partners, sagte, dass die Überprüfung Verpflichtungen sowohl unter MiCA als auch unter dem Gesetz über digitale operationale Resilienz (DORA) kombiniert.

Laut Brisov bedeutet die Konzentration unter den Verwahrungstechnologieanbietern, dass Schwächen bei einem einzelnen Anbieter mehrere regulierte Unternehmen gleichzeitig betreffen könnten, was die Resilienz der Lieferkette zu einem wichtigen Compliance-Thema macht.

Vorbereitung auf die nächste Phase von MiCA

Gleichzeitig bereiten sich die europäischen Regulierungsbehörden bereits auf die nächste Phase von MiCA vor. Laut einem Bericht von Euronews planen Beamte der Europäischen Kommission eine Überprüfung von Teilen des Rahmens ab 2027, nachdem die Vereinigten Staaten das GENIUS-Gesetz verabschiedet haben. Die Überprüfung soll untersuchen, wie Nicht-EU-Stablecoin-Emittenten unter den bestehenden Regeln behandelt werden sollten, während sich die internationale Krypto-Regulierung weiterentwickelt.

Aktuelle Marktdaten zeigen auch, dass das regulierte Börsenökosystem von MiCA weiterhin wächst. Das MiCA-Börsendashboard von DefiLlama, zitiert von Wu Blockchain, rangierte Kraken als die größte regulierte Handelsplattform nach Liquidität, mit mehr als 400 Millionen Dollar an Spot-Liquidität und über 220 Millionen Dollar an perpetual Liquidität auf dem Live-Dashboard. Coinbase blieb laut denselben Daten die zweitgrößte regulierte Börse nach Liquidität, was das wachsende Volumen der Plattformen unter dem Lizenzrahmen Europas unterstreicht.

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