Kryptowährungs-ETFs in Japan
Im Rahmen des Seminars „Open QUICK 2026“, das am 10. Juli vom Finanzinformationsdienst QUICK veranstaltet wurde, kündigte die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama an, dass die Regierung plant, Kryptowährungs-Exchange-Traded Funds (ETFs) im Land zu legalisieren. Diese Entscheidung erfolgt als Reaktion auf den Erfolg solcher Produkte auf internationalen Märkten.
Regulatorische Änderungen
Das japanische Repräsentantenhaus hat kürzlich eine Revision verabschiedet, die die Aufsicht über Spot-Kryptowährungen vom Payment Services Act (PSA) auf das Financial Instruments and Exchange Act (FIEA) verlagert. Dadurch werden Krypto-Assets als vollständig regulierte „Finanzprodukte“ eingestuft und erhalten somit die gleiche Behandlung wie traditionelle Aktien und Anleihen.
Markteinführung von ETFs
ETFs, die Kryptowährungen beinhalten, könnten bereits im nächsten Jahr an der Börse debütieren. Im Mai schlug der japanische Finanzriese SBI Holdings die Einführung eines neuen Produkts für Kryptowährungs-ETFs vor. Die Unterlagen des Unternehmens skizzieren Pläne für einen Dual-Asset-ETF, der regulierten Zugang sowohl zu Bitcoin, der führenden Kryptowährung, als auch zu XRP bieten soll.
Darüber hinaus plante SBI einen hybriden Investmentfonds, der Gold und Krypto-Assets kombiniert. Dieser Fonds würde 51 % in goldbasierte ETFs und 49 % in Krypto-Asset-ETFs (wie Bitcoin-ETFs) investieren. Dieses hybride Produkt zielt darauf ab, sowohl konservative institutionelle als auch private Anleger anzusprechen.
Ziele von SBI Holdings
SBI hat sich ein äußerst ehrgeiziges Ziel für diese Produkte gesetzt: Der japanische Finanzgigant möchte innerhalb von drei Jahren nach ihrer Einführung etwa ¥5 Billionen (ungefähr 32 Milliarden US-Dollar) an verwalteten Vermögenswerten (AUM) sichern. Zudem strebt SBI an, sich einen First-Mover-Vorteil gegenüber anderen großen japanischen Finanzgruppen wie Nomura und Rakuten Securities zu verschaffen, die ebenfalls in den ETF-Sektor einsteigen könnten.
Bemerkenswert ist, dass SBI eine der längsten institutionellen Beziehungen zu Ripple, dem Unternehmen hinter der XRP-Kryptowährung, pflegt.