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EZB-Vorstand Schnabel betont die Notwendigkeit eines digitalen Euros angesichts des wachsenden Stablecoin-Marktes

vor 9 Stunden
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Warnungen der Europäischen Zentralbank zu Stablecoins

Stablecoins, die sich einem Marktwert von 300 Milliarden Dollar nähern, haben frische Warnungen von der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgelöst. Beamte der EZB betonen, dass ein digitaler Euro notwendig ist, um die finanzielle Stabilität zu schützen und die Rolle des Zentralbankgeldes im Zahlungssystem aufrechtzuerhalten. Laut Isabel Schnabel, Mitglied des Direktoriums der EZB, bringt das rasante Wachstum der Stablecoins Risiken mit sich, die die finanzielle Stabilität, die Geldpolitik und das internationale Währungssystem gefährden könnten.

Risiken und Herausforderungen von Stablecoins

„Die wachsende Nutzung von Stablecoins könnte die internationale Dominanz des US-Dollars weiter zementieren. Heute sind praktisch alle im Umlauf befindlichen Stablecoins in Dollar denominiert, während andere Währungen eine vernachlässigbare Rolle spielen.“ – Isabel Schnabel

Bei der Internationalen Konferenz der Bank von Korea 2026 in Seoul erklärte Schnabel, dass Stablecoins anfällig für Bank Runs sind, wenn Nutzer das Vertrauen in die Vermögenswerte, die sie stützen, verlieren. Sie informierte die Konferenzteilnehmer darüber, dass Stablecoins mit Liquiditätsungleichgewichten konfrontiert sind und instabil werden können, wenn das Vertrauen in die Reservevermögen schwindet. Zudem warnte sie, dass die starke Abhängigkeit des Sektors von dollar-denominierten Token die Position des US-Dollars in der globalen Finanzwelt weiter stärken könnte.

Der digitale Euro als Lösung

Innerhalb Europas argumentierte Schnabel, dass ein digitaler Euro dazu beitragen würde, den öffentlichen Zugang zu Zentralbankgeld zu bewahren und die Abhängigkeit von ausländischen Zahlungsanbietern zu verringern. Sie erklärte, dass eine Einzelhandels-Zentralbank-Digitalwährung als paneuropäische Zahlungsoption mit gesetzlichem Zahlungsmittelstatus dienen könnte und helfen würde, die Fragmentierung im Zahlungsmarkt der Region zu beheben.

Ihre Kommentare bauen auf dem laufenden Projekt der EZB zum digitalen Euro auf. Im März hatte der EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone den europäischen Gesetzgebern mitgeteilt, dass die Zentralbank erwartet, 2026 technische Standards für den digitalen Euro zu veröffentlichen, damit Banken, Zahlungsunternehmen und Händler ihre Systeme vor einer endgültigen Ausgabeentscheidung vorbereiten können.

Zusammenarbeit und Implementierung

Im Rahmen von Vereinbarungen, die im April angekündigt wurden, hat die EZB mit der European Card Payment Cooperation, nexo standards und der Berlin Group zusammengearbeitet, um bestehende europäische Zahlungsstandards für digitale Euro-Transaktionen wiederzuverwenden. Die EZB erklärte, dass dieser Ansatz die Implementierungskosten senken und es Zahlungsanbietern ermöglichen würde, digitale Euro-Dienste über bestehende Infrastrukturen zu integrieren, anstatt völlig neue Systeme zu schaffen.

Laut Cipollone würde der digitale Euro Bargeld und Bankeinlagen ergänzen, anstatt sie zu ersetzen, und er argumentierte, dass die Aufrechterhaltung einer europäischen Zahlungsinfrastruktur dazu beitragen könnte, Zahlungsumsätze innerhalb der Region zu halten und die Abhängigkeit von internationalen Zahlungsnetzwerken zu verringern.

Ausblick auf den digitalen Euro

Während die Arbeiten an dem Projekt fortgesetzt werden, gibt die EZB-Website an, dass sich der digitale Euro derzeit in einer technischen Vorbereitungsphase befindet. Die Zentralbank erwartet, dass die Gesetzgebung zum digitalen Euro 2026 verabschiedet wird, gefolgt von einem 12-monatigen Pilotprojekt, das in der zweiten Hälfte von 2027 beginnt und Person-zu-Person- sowie Point-of-Sale-Zahlungen testen wird. Vorausgesetzt, der rechtliche Rahmen wird genehmigt, hat die EZB erklärt, dass sie bis 2029 technisch bereit sein möchte für eine mögliche Ausgabe.

Vergleich mit den USA

An anderer Stelle stellte Schnabel Europas Ansatz dem der Vereinigten Staaten gegenüber. Ihre Bemerkungen kamen nur wenige Tage, nachdem der US-Finanzminister Scott Bessent erneut betonte, dass die derzeitige Regierung die Schaffung einer US-Zentralbank-Digitalwährung nicht unterstützt, während sie den Kongress ermutigt, das Clarity Act voranzutreiben.

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