Einführung von Euro-Stablecoins in Frankreich
Frankreichs Finanzminister Roland Lescure hat sich für die Einführung von Euro-Stablecoins ausgesprochen und betont, dass die digitalen Zahlungsinfrastrukturen Europas in Euro und nicht in Dollar gehalten werden sollten. Bei einer Krypto-Konferenz in Paris am 17. April äußerte Lescure, dass das derzeitige Volumen von Euro-gebundenen Stablecoins im Vergleich zu Dollar-Token „nicht zufriedenstellend“ sei. Er warnte, dass Europa seine digitalen Zahlungsinfrastrukturen nicht ausländischen Währungen überlassen könne.
Qivalis-Bündnis und digitale Souveränität
Seine Äußerungen fallen in einen Kontext, in dem das Qivalis-Bündnis, bestehend aus 12 großen europäischen Banken wie ING, UniCredit, BBVA und BNP Paribas, einen MiCA-konformen Euro-Stablecoin für die zweite Hälfte des Jahres 2026 vorbereitet. Lescure forderte die Banken nachdrücklich auf, die Einführung von tokenisierten Einlagen weiter zu erkunden und stellte diese Projekte als Werkzeuge zur Stärkung der digitalen Souveränität Europas dar.
„Das ist, was wir brauchen, und das ist, was wir wollen.“
Dies stellt ein politisches Signal für die Pläne des Konsortiums zur Ausgabe eines Euro-gebundenen Stablecoins im Rahmen des EU-Rahmens für Märkte in Krypto-Assets (MiCA) dar.
Regulatorische Genehmigung und digitale Innovation
Qivalis, mit Sitz in Amsterdam, strebt eine regulatorische Genehmigung von der niederländischen Zentralbank an und plant, als elektronisches Geldinstitut zu operieren. CEO Jan-Oliver Sell bezeichnete einen nativen Euro-Stablecoin als „einen wichtigen Wendepunkt für digitalen Handel und finanzielle Innovation in Europa“. Das erklärte Ziel der Gruppe ist es, die „Schnittstelle zwischen Blockchain und Euro“ zu schaffen und das Standard-Euro-Token über Börsen, Verwahrer und DeFi-Plattformen zu etablieren. Dies ist ein direkter Versuch, die „digitale Dollarization“ durch dollar-gebundene Token wie USDT und USDC zu verhindern.
Strikter Kurs gegenüber Nicht-Euro-Stablecoins
Lescures Kommentare fallen auch in einen strikteren französischen Kurs gegenüber Nicht-Euro-Stablecoins. Die Banque de France hat kürzlich strengere Grenzen für Zahlungen mit ausländischen Stablecoins unter MiCA gefordert, um systemische Risiken zu mindern. Europäische Regulierungsbehörden warnen, dass die weit verbreitete Nutzung von Nicht-EU-Stablecoins innerhalb des Blocks die Geldpolitik untergraben könnte. Dies drängt die Behörden dazu, Möglichkeiten zur Verschärfung der Regeln für große dollarbasierte Token zu erkunden, während sie gleichzeitig die Tür für Euro-Projekte öffnen.
Europäischer Wandel im Bankensektor
Der breitere europäische Wandel ist bereits im Bankensektor sichtbar, da Euro-Stablecoin-Projekte von „Bildung und Risikoverständnis“ in konkrete Vorbereitungen für den Start übergehen. Das einheitliche Regime von MiCA verringert die regulatorische Unsicherheit. Für Frankreich ist die Unterstützung von Qivalis und Euro-Stablecoins ein Versuch, sicherzustellen, dass, wenn die On-Chain-Abwicklungsvolumina mit traditionellen Kartennetzwerken konkurrieren, es der Euro ist – und nicht der Dollar –, der die europäischen Infrastrukturen in Zahlungen und tokenisierten Vermögenswerten verankert.