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Krypto-Unternehmen rennen um ‚quantensichere‘ Wallets, bevor Bitcoin- und Ethereum-Netzwerke aufholen

vor 56 Minuten
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Krypto-Unternehmen und Quantencomputing

Krypto-Unternehmen arbeiten intensiv daran, ihre Wallet- und Verwahrungsangebote gegen zukünftige Bedrohungen durch Quantencomputing abzusichern. Ziel ist es, die benutzerseitige Infrastruktur schneller zu aktualisieren, als Blockchains ihre Kernprotokolle ändern können. Dieser Wandel spiegelt die wachsende Überzeugung wider, dass netzwerkseitige Upgrades für Blockchains wie Bitcoin und Ethereum Jahre in Anspruch nehmen könnten, wodurch Wallets in der Zwischenzeit anfällig bleiben. Die sogenannte „Q-Day“-Bedrohung für Krypto könnte schneller eintreten als erwartet, wobei aktuelle Schätzungen bereits für 2030 prognostizieren, dass sie Realität wird.

Silence Laboratories und post-quanten-sichere Wallets

Ein Unternehmen, das an der Bereitstellung post-quanten-sicherer Wallets für Krypto arbeitet, ist Silence Laboratories. Dieses Unternehmen hat Unterstützung für verteilte Signaturen – auch bekannt als Multi-Party-Computing (MPC) – unter Verwendung von ML-DSA, einem kryptografischen Algorithmus, der vom National Institute of Standards and Technology (NIST) ausgewählt wurde, hinzugefügt. Jay Prakash, CEO und Mitbegründer von Silence Laboratories, erklärte, dass die Arbeit des Unternehmens auf den jüngsten Entwicklungen in der post-quanten-Kryptografie basiert, einschließlich der Genehmigung von drei Algorithmen durch das NIST: SPHINCS+, Falcon und CRYSTALS-Dilithium.

„Nicht alle Algorithmen von SPHINCS+, Falcon und CRYSTALS-Dilithium werden die Kriterien der MPC-Freundlichkeit erfüllen – insbesondere, ob sie effiziente verteilte Transaktionssignaturen unterstützen. Zudem muss eine potenzielle Fragmentierung berücksichtigt werden, da jede Blockchain ein anderes Schema mit eigenen Optimierungskriterien, Signaturgrößen oder Recheneffizienzen wählt,“ sagte Prakash.

Der Schlüssel wird, so fügte er hinzu, darin bestehen, Anteile über isolierte Knoten zu generieren, wobei eine Signatur gemeinsam erzeugt wird, ohne dass der Schlüssel jemals rekonstruiert wird. Dies hilft, sich gegen die Bedrohung durch Quantencomputer zu schützen, von denen geschätzt wird, dass sie die aktuelle Kryptografie innerhalb weniger Jahre brechen können. Unternehmen erkennen die Notwendigkeit, fügte Prakash hinzu:

„Institutionen sind jetzt auf verteilte Signaturen eingestellt. Ob es sich um einen Partner wie BitGo oder eine Bank handelt, die eine digitale Vermögenspraxis aufbaut, sie alle verstehen, dass Schlüssel nicht an einem Ort liegen können.“

MPC-Systeme und ihre Vorteile

MPC-Systeme teilen private Schlüssel über mehrere Geräte – eine Standardkonfiguration für Verwahrstellen und institutionelle Wallets. Silence Laboratories erklärte, dass ihr Ansatz so konzipiert ist, dass er innerhalb dieser bestehenden Struktur funktioniert, sodass Unternehmen ohne Änderungen ihrer Systeme aufrüsten können. Jay Prakash sagte:

„Jede Bank oder Verwahrstelle mit bestehender MPC-Infrastruktur kann jetzt auf eine post-quanten-MPC-basierte Wallet migrieren, ohne ihre Infrastruktur zu ändern. Es handelt sich um ein Code-Upgrade. Danach haben sie eine post-quanten-sichere Signaturschicht.“

Das Upgrade erfolgt auf der Wallet-Ebene, was bedeutet, dass die Benutzer keine Maßnahmen ergreifen müssen. Prakash erklärte:

„Mit einem post-quanten Wallet SDK erhalten Institutionen einen klaren Upgrade-Pfad auf der Infrastruktur, die sie bereits betreiben. Es ist keine umfangreiche architektonische Migration erforderlich – sie verwenden bereits MPC. Der Entwickler könnte den Algorithmus in der Bibliothek aktualisieren, und der Endbenutzer – egal ob er auf einer Wallet wie MetaMask oder einer anderen Plattform ist – hätte die gleiche Erfahrung, jetzt post-quanten-sicher.“

Die Herausforderungen und unterschiedliche Ansätze

Diese Entwicklung spiegelt eine breitere Kluft wider, wie die Branche das Quantenrisiko angeht. Einige Entwickler konzentrieren sich auf Wallet-Level-Upgrades, während andere argumentieren, dass nur Protokolländerungen an den Krypto-Netzwerken selbst die Benutzer vollständig schützen können. Andere Unternehmen verfolgen unterschiedliche Ansätze zur Lösung des Problems. Entwickler hinter einer Wallet von Postquant Labs bauen ein System, das quantenresistente Signaturen auf Bitcoin implementiert, indem sie eine separate Smart-Contract-Schicht verwenden, um Änderungen am Basisprotokoll zu vermeiden. Ähnliche Ideen wurden vorgeschlagen, einschließlich der Arbeiten des StarkWare-Forschers Avihu Mordechai Levy, der die elliptische Kurvenkryptografie von Bitcoin durch hashbasierte Signaturen ersetzt, die innerhalb der bestehenden Regeln des Netzwerks funktionieren. Dieses Design wird als „Notfallansatz“ beschrieben, anstatt als skalierbare Lösung, und könnte sehr kostspielig sein.

Die Herausforderung besteht jedoch im Timing. Während Quantencomputer, die in der Lage sind, die aktuelle Kryptografie zu brechen, noch nicht existieren, haben jüngste Fortschritte die Experten auf den Zeitplan fokussiert. Diese Unsicherheit treibt Unternehmen dazu, frühzeitig zu handeln. Allerdings haben Wallet-Level-Lösungen ihre Grenzen. Prakash fügte hinzu:

„Wenn Wallets auf post-quanten umgerüstet werden und die Blockchains nicht aufrüsten, wird es nicht funktionieren.“

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