Einführung in die digitale Finanzpolitik
Der Gouverneur der Bank von Korea, Shin Hyun-song, nutzte seine erste Rede im Amt, um die Richtung der digitalen Finanzpolitik der Zentralbank festzulegen. Er erklärte, dass die Bank Innovationen im blockchain-basierten Finanzwesen unterstützen werde, während sie die Stabilität der Zahlungs- und Abwicklungssysteme in Südkorea schützt.
Fokus auf digitale Zentralbankwährungen
Shin trat am Dienstag sein vierjähriges Amt in der Zentrale der Bank von Korea in Seoul an. In seiner Antrittsrede sagte er, die Zentralbank werde daran arbeiten, den südkoreanischen Won in einem zunehmend digitalen Finanzsystem zu unterstützen. Er verknüpfte dieses Bestreben auch mit der breiteren Rolle der Bank in Bezug auf Preisstabilität und wirtschaftliche Reformen in Zeiten von Angebotsdruck, der mit Entwicklungen im Nahen Osten verbunden ist.
„Die Bank von Korea wird die Nutzung von digitalen Zentralbankwährungen (CBDC) und Einlagentoken durch die zweite Phase des Projekts Hangang ausweiten.“
Das Projekt Hangang dient als Testfeld der Zentralbank für digitales Geld und verwandte Zahlungstools. Shin erklärte außerdem, dass die Bank von Korea mit globalen Projekten wie Projekt Agora zusammenarbeiten werde, um die Rolle des südkoreanischen Won im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr zu verbessern.
Stablecoins und regulatorische Entwicklungen
In der Rede betonte er, dass die Bank die Stabilität des Zahlungssystems schützen und die breitere globale Nutzung der nationalen Währung in einem digitalen Umfeld fördern werde. Darüber hinaus erwähnte Shin in seiner Rede keine auf dem Won basierenden Stablecoins. Dies fiel auf, da Gesetzgeber in Südkorea an einem rechtlichen Rahmen für lokale Stablecoins im Rahmen des vorgeschlagenen Digital Asset Basic Act arbeiten.
Das Gesetz zielt darauf ab, umfassendere Regeln für digitale Vermögenswerte, einschließlich der Aktivitäten von Stablecoins, festzulegen. Die Diskussionen über das Gesetz haben sich verlangsamt, wobei nach den Regionalwahlen am 3. Juni mit weiteren Debatten gerechnet wird.
Shins Prioritäten und zukünftige Ausrichtung
Vor diesem Hintergrund lenkte Shins Entscheidung, sich auf CBDCs und Einlagentoken zu konzentrieren und Stablecoins außen vor zu lassen, die Aufmerksamkeit darauf, wo die Zentralbank ihre kurzfristigen Prioritäten setzen könnte. Shins frühere Bilanz hat diese Diskussion verstärkt. Während seiner Zeit bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich äußerte er eine kritische Sicht auf Stablecoins.
„Stablecoins können Währungen nicht ersetzen, da verschiedene Emittenten Fragmentierungen im Zahlungssystem verursachen könnten.“
Gleichzeitig haben Berichte ergeben, dass seine Position in den letzten Monaten flexibler geworden ist. Er soll gesagt haben, dass auf dem Won basierende Stablecoins etabliert werden sollten und neben CBDCs existieren könnten. Das macht seine letzte Rede bemerkenswert, selbst ohne eine direkte Ablehnung von Stablecoins.
Die Äußerungen deuten darauf hin, dass die Bank von Korea nun mehr öffentliches Augenmerk auf staatlich unterstütztes digitales Geld und tokenisierte Bankeinlagen legt, während sie die nächste Phase ihrer digitalen Zahlungsstrategie gestaltet. Berichten zufolge hatte die Zentralbank im vergangenen Juni Teile ihrer CBDC-Arbeiten pausiert, als das Interesse an auf dem Won basierenden Stablecoins wuchs. Unter Shin scheint sich dieses Gleichgewicht nun wieder zu verschieben.
Seine Eröffnungsbotschaft konzentrierte sich auf offizielle digitale Währungsinstrumente und ließ die Stablecoin-Debatte vorerst den Gesetzgebern und dem Markt überlassen.