Potenzial für Bitcoin-Mining in Kolumbien
Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro hat angeregt, dass die Karibikküste des Landes zu einem Zentrum für Bitcoin-Mining werden könnte, wenn dabei saubere Energie genutzt und lokale Gemeinschaften in die Planungen einbezogen werden. Als potenzielle Standorte nannte er Barranquilla, Santa Marta und Riohacha.
Petro verwies darauf, dass die Region Ländern wie Venezuela und Paraguay folgen könnte, die durch kostengünstige Energie Bitcoin-Mining-Investitionen angezogen haben. In einem Beitrag auf X äußerte sich Petro zu einer Diskussion über Bitcoin-Mining in Südamerika und betonte, dass die Karibikregion „einen immensen Schub“ durch Mining erhalten könnte, das mit erneuerbaren Energien verbunden ist.
Einbeziehung der Wayúu-Gemeinschaft
Der Präsident forderte zudem Gespräche mit der Wayúu-Gemeinschaft und betonte, dass diese indigene Gruppe als mögliche Mitbesitzer zukünftiger Projekte einbezogen werden sollte. Die Wayúu leben hauptsächlich in La Guajira, wo Kolumbien über bedeutende Wind- und Solarressourcen verfügt.
Petros Äußerungen beziehen sich auf die wachsende Rolle Paraguays im Bitcoin-Mining, wo das Land überschüssige Wasserkraft nutzt, um Miner anzuziehen, darunter große Unternehmen, die in der Nähe des Itaipu-Staudamms Standorte errichten.
Wie in früheren Berichten erwähnt, erwarb HIVE Digital die 200 MW hydroelektrisch betriebene Yguazú-Anlage von Bitfarms in Paraguay für 56 Millionen Dollar. Das Unternehmen gab an, dass dieser Deal die geplante Mining-Infrastruktur in Paraguay auf 300 MW erhöhte.
Dies verdeutlicht, warum energiereiche Länder für Bitcoin-Miner zunehmend attraktiv werden. Mining-Firmen suchen oft nach günstiger und stabiler Energie, während die Gastländer nach Möglichkeiten suchen, ungenutzte Elektrizität in Einnahmen umzuwandeln.
Erneuerbare Energien in Kolumbien
Kolumbien bezieht bereits einen großen Teil seines Stroms aus sauberen Quellen. Die Weltbank berichtete, dass das Land bis zu 75 % seiner Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt, was mehr als doppelt so viel ist wie der globale Durchschnitt. Diese Energie-Mischung könnte Petro helfen, Bitcoin-Mining als Teil eines Plans für saubere Energie zu positionieren.
Er warnte jedoch auch, dass Krypto-Mining, das mit fossilen Brennstoffen betrieben wird, den Klimawandel verschärfen könnte.
Politische Herausforderungen
Die Karibikküste könnte aufgrund ihres Windpotenzials eine Schlüsselrolle spielen. Reuters berichtete, dass das staatliche Ölunternehmen Ecopetrol das Windkraftprojekt Windpeshi in La Guajira erworben hat, dessen Betrieb bis 2028 erwartet wird.
Petros Vorschlag steht jedoch vor einem engen politischen Zeitrahmen. Seine Präsidentschaft endet im August, und Kolumbien wird am 31. Mai eine Präsidentschaftswahl abhalten. Aufgrund von Amtszeitbeschränkungen kann er nicht erneut kandidieren. Die nächste Regierung wird entscheiden, ob die Idee weiterverfolgt wird. Die derzeit führenden Kandidaten haben bislang keine klaren öffentlichen Pläne zum Bitcoin-Mining oder zu digitalen Vermögenswerten vorgestellt.