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Polen verabschiedet MiCA-Krypto-Gesetz, während die Betrugsuntersuchung gegen Zondacrypto sich vertieft

vor 3 Stunden
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Polen verabschiedet Gesetz über Krypto-Assets

Das Unterhaus Polens hat ein lange verzögertes Gesetz über Krypto-Assets verabschiedet, um die nationalen Vorschriften mit dem EU-MiCA-Rahmen in Einklang zu bringen. Die Gesetzgeber stehen unter Druck, vor einer Implementierungsfrist im Juli zu handeln, insbesondere angesichts der öffentlichen Empörung über den Zusammenbruch der Börse Zondacrypto.

Neue Regelungen und Aufsicht

Laut Reuters wird die neue Gesetzgebung der Finanzaufsichtsbehörde Polens (KNF) klare Befugnisse über Anbieter von Krypto-Asset-Diensten einräumen, Lizenzierungs- und Meldepflichten einführen und eine strafrechtliche Haftung für schwerwiegende Verstöße im Zusammenhang mit der Token-Emission und den Börsenoperationen schaffen.

Hintergrund des Skandals

Der politische Hintergrund ist für eine technische Umsetzung des EU-Rechts ungewöhnlich angespannt. Staatsanwälte in Katowice haben eine großangelegte Betrugs- und Geldwäscheuntersuchung gegen Zondacrypto eingeleitet. Behörden und lokale Medien berichten, dass die Verluste bereits 350 Millionen Zloty übersteigen – etwa 95 bis 97 Millionen Dollar zum aktuellen Kurs – und dass Tausende von Nutzern von ihren Konten ausgeschlossen wurden, da die Plattform die Auszahlungen gestoppt hat.

„Russische Gelder und ausländischer politischer Einfluss könnten beteiligt sein an der Zondacrypto-Affäre.“ – Ministerpräsident Donald Tusk

Die Staatsanwaltschaft hat den Fall dem Zentralen Cybercrime-Büro zugewiesen, wobei die Ermittler mehr als 1.500 Beschwerden prüfen und untersuchen, ob Gelder potenziell illegalen Ursprungs über die Börse geleitet wurden. Der Gründer von Zondacrypto, Sylwester Suszek, wird seit März 2022 vermisst, während der aktuelle CEO Przemysław Kral Berichten zufolge Polen in Richtung Israel verlassen hat, was das öffentliche Misstrauen weiter anheizt.

Politische Reaktionen und zukünftige Schritte

In einem früheren Interview, das von CryptoRank zitiert wurde, behauptete Kral, Suszek habe niemals die Schlüssel zu einer Wallet übergeben, die 4.500 BTC hielt – damals etwa 336 Millionen Dollar wert – und dass die Adresse zuletzt im November 2025 aktiv war, was eine kritische Lücke in der Bilanz der Börse hinterlässt.

Präsident Karol Nawrocki hatte zuvor zweimal frühere MiCA-Umsetzungsgesetze blockiert und argumentiert, dass umfassende neue Befugnisse für die KNF und hohe Aufsichtsgebühren eine Überregulierung riskieren und „Innovation abdrängen“ würden, indem lokale Börsen ins Ausland gedrängt werden. Diese Vetos ließen polnische Plattformen im Ungewissen, ohne einen nationalen Weg, um mit der MiCA-Lizenzierung zu beginnen, während andere EU-Länder vorankamen.

Doch die Folgen von Zondacrypto verschoben die politische Kalkulation: Wie eine aktuelle Analyse formulierte, führt Warschau nun „ein strengeres Gesetz über Krypto-Assets nach Betrugs- und Geldwäschevorwürfen in Höhe von 97 Millionen Dollar bei der Börse Zondacrypto wieder ein“, und das Parlament hat sich für strengere Regeln anstelle einer weiteren Verzögerung entschieden.

Das Gesetz geht nun zurück auf Nawrockis Schreibtisch; wenn er es unterzeichnet, wird Polen endlich ein formelles Lizenzierungssystem und ein Durchsetzungsinstrumentarium für Krypto-Asset-Unternehmen unter MiCA haben, gerade als eine seiner größten Börsen zu einem Testfall dafür wird, wie weit diese neuen Befugnisse in der Praxis ausgeweitet werden.

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