Einleitung
Neun Bewohner aus Texas haben MARA Holdings verklagt und behaupten, dass die Bitcoin-Mining-Anlage in Granbury, Texas, ständigen Lärm, Vibrationen und niederfrequente Geräusche erzeugt, die ihr tägliches Leben beeinträchtigen und ihrer Gesundheit schaden.
Details der Klage
Die Klage, die zuerst von Blockspace berichtet wurde, wurde am Freitag im Northern District of Texas eingereicht und fordert Schadensersatz von über 1 Million Dollar sowie ein Geschworenenverfahren. Die Kläger argumentieren, dass der Betrieb eine permanente Belästigung darstellt, die das Leben in ihren Häusern erschwert und die Immobilienwerte gesenkt hat.
Diese Klage reiht sich in eine wachsende Zahl von rechtlichen Herausforderungen ein, die mit demselben Standort verbunden sind. Die Kläger, Mitglieder mehrerer Familien, die bis zu 0,01 Meilen von der Anlage entfernt wohnen, berichten, dass die Kühlsysteme der Anlage kontinuierlich laufen und Lärm erzeugen, der in ihre Häuser eindringt. Einige geben an, dass sie keine Fenster mehr öffnen oder Zeit im Freien verbringen können und Vibrationen in ihren Häusern spüren.
„Diese Klage ergibt sich aus der Unmöglichkeit der Kläger, ihr Eigentum zu nutzen und zu genießen, aufgrund der Störungen durch das Management und den Betrieb von MARA’s Cryptomine“, heißt es in der Klage.
Gesundheitliche Auswirkungen
Die Klage beschreibt eine Reihe von angeblichen gesundheitlichen Auswirkungen, darunter Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Tinnitus, Angstzustände und Müdigkeit. Einige Bewohner berichten auch von Hörverlust und Bluthochdruck. Zudem verweisen andere auf Veränderungen im Verhalten von Nutztieren und eine reduzierte Wildtieraktivität. Die Kläger geben an, dass sich die Bedingungen verschlechtert haben, nachdem MARA 2024 die Betriebsführung der Anlagen übernommen hat.
Stellungnahme von MARA
Im März 2024 erklärte MARA in einer Stellungnahme, dass das Unternehmen mit der Gemeinschaft zusammenarbeitet und Schritte unternimmt, um die Bedenken am Standort zu adressieren.
„Wir sind bestrebt, nachdenkliche und rücksichtvolle Mitglieder unserer neuen Gemeinschaft zu sein. Wir haben aktiv Strategien entwickelt und die Gemeinschaft um Input bezüglich unseres Rechenzentrums gebeten“, schrieb MARA. „Unser Ziel ist es, Sie über unsere Entwicklungen gut informiert zu halten. Feedback und Partnerschaft aus der Gemeinschaft während dieses Prozesses sind entscheidend.“
Rechtliche Ansprüche
Die Klage umfasst vier Ansprüche: private Belästigung, Fahrlässigkeit, vorsätzliche Zufügung emotionalen Leidens und Rückerstattung. Die Kläger argumentieren, dass MARA es versäumt hat, die Auswirkungen der Anlage zu verwalten und zu mindern, obwohl das Unternehmen sich der Auswirkungen auf die Anwohner bewusst war. MARA hat erklärt, dass es Schritte unternommen hat, um die Geräuschpegel am Standort zu reduzieren, einschließlich der Abschaltung einiger luftgekühlter Einheiten, dem Bau von Schallschutzwänden und dem Wechsel zu Flüssigkeitskühlung. Die Bewohner sind jedoch der Meinung, dass diese Maßnahmen das Problem nicht gelöst haben.
Aktuelle Entwicklungen
Anwälte der Kläger und von MARA Holdings haben auf eine Anfrage von Decrypt um einen Kommentar nicht sofort reagiert. Der Fall kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Bitcoin-Mining-Unternehmen in den Bereich der künstlichen Intelligenz und des Hochleistungsrechnens expandieren. Firmen nutzen Mining-Standorte für KI-Arbeitslasten und greifen auf bestehende Energie- und Kühlinfrastrukturen zurück, um neue Rechenverträge zu sichern, da die Nachfrage nach Rechenzentren wächst.
Diese Expansion sieht sich jedoch zunehmendem Widerstand gegenüber. In den USA haben große Rechenzentren Beschwerden über Lärm, Strombedarf, Wasserverbrauch und die Belastung lokaler Ressourcen ausgelöst. In Maine haben die Gesetzgeber kürzlich ein landesweit erstes Moratorium für neue großangelegte KI-Rechenzentren verabschiedet, da Bedenken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Gemeinschaften bestehen.