Verlängerung der Lizenzbefreiung für Krypto-Unternehmen in Australien
Die australische Wertpapieraufsichtsbehörde ASIC hat die vorübergehende Lizenzbefreiung für Krypto-Unternehmen bis zum 30. September 2023 verlängert. Damit erhalten die Unternehmen drei weitere Monate Zeit, um die aktualisierten Vorschriften für digitale Vermögenswerte einzuhalten. Laut ASIC ersetzt die Verlängerung die vorherige Frist vom 30. Juni und gilt sowohl für Unternehmen, die eine australische Finanzdienstleistungslizenz (AFS) beantragen, als auch für solche, die möglicherweise Markt-, Abwicklungs- oder Abrechnungslizenzen benötigen.
Erweiterung der Befreiung und Lizenzanträge
Die Aufsichtsbehörde hat die Befreiung zudem ausgeweitet, um digitale Vermögensfirmen einzuschließen, die über autorisierte Vertreter oder ähnliche Arrangements mit lizenzierten Unternehmen tätig sind. ASIC gab an, dass seit der Aktualisierung ihrer Richtlinien für digitale Vermögenswerte im Oktober 2022 etwa 30 Lizenzanträge eingegangen sind. Diese Klarstellung machte deutlich, dass viele krypto-bezogene Produkte unter die bestehenden Finanzdienstleistungsgesetze Australiens fallen.
„Viele digitale Vermögensprodukte qualifizieren als Finanzprodukte im Rahmen des technologie-neutralen rechtlichen Rahmens Australiens.“
Nach dem Update der Richtlinien im Oktober führte ASIC eine No-Action-Position ein, die es berechtigten Unternehmen ermöglichte, weiterhin tätig zu sein, während sie ihre Lizenzanträge vorbereiteten. In ihrem Informationsblatt 225 (INFO 225) erklärte die Aufsichtsbehörde, dass Anbieter häufig eine AFS-Lizenz benötigen.
Unterstützung für Unternehmen und rechtliche Entwicklungen
Laut ASIC soll die vorübergehende Befreiung Unternehmen unterstützen, die in das Lizenzregime übergehen, während die Anträge weiterhin geprüft werden. Die Aufsichtsbehörde fügte hinzu, dass Unternehmen, die sich auf autorisierte Vertreter oder ähnliche Arrangements stützen, während der verlängerten Übergangszeit ebenfalls weiterhin abgedeckt bleiben.
Die jüngste Entscheidung fiel nur wenige Tage, nachdem Australiens Oberster Gerichtshof einstimmig mit 7:0 zugunsten von ASIC in seinem langwierigen Fall gegen Block Earner entschied. Das Gericht stellte fest, dass das frühere festverzinsliche Krypto-Produkt, das von Web3 Ventures Pty Ltd, das als Block Earner agiert, angeboten wurde, sowohl als Finanzanlageeinrichtung als auch als Derivat gemäß dem Unternehmensgesetz fungierte. Der Oberste Gerichtshof stellte fest, dass die Renditen der Anleger von den Bewegungen der zugrunde liegenden Preise digitaler Vermögenswerte und Wechselkurse abhingen, was ASICs Interpretation unterstützte, dass bestimmte Krypto-Produkte unter die bestehenden Finanzdienstleistungsgesetze fallen.
Ausblick auf zukünftige Regelungen
Während die Lizenzbefreiung verlängert wurde, wies ASIC darauf hin, dass die vorübergehende Regelung getrennt von Australiens Digital Asset Framework bleibt, das das Parlament im April 2023 verabschiedet hat und am 9. April 2027 in Kraft treten soll. Im Rahmen dieses Rahmens werden digitale Vermögensplattformen und tokenisierte Verwahrplattformen formal in das Lizenzregime für Finanzdienstleistungen Australiens eintreten.
ASIC warnte in einer Ankündigung im Mai, dass Unternehmen, die Lizenzen gemäß INFO 225 erhalten, möglicherweise dennoch die Genehmigungen für digitale Vermögensplattformen (DAP) und tokenisierte Verwahrplattformen (TCP) hinzufügen müssen, sobald der neue Rahmen in Kraft tritt.
Umfassende Reformen und steuerliche Änderungen
Die Lizenzänderungen erfolgen auch, während Australien umfassendere Reformen in Betracht zieht, die digitale Vermögensinvestoren betreffen. Die Regierung hat vorgeschlagen, den aktuellen Kapitalertragssteuerabzug von 50 % durch ein inflationsindexiertes Modell ab dem 1. Juli 2027 zu ersetzen. Laut dem Vorschlag würden steuerpflichtige Gewinne an die Inflation angepasst, anstatt automatisch den bestehenden Abzug nach einer einjährigen Haltedauer zu erhalten. Diese Änderung könnte die Steuerlast für viele langfristige Krypto-Investoren während starker Marktzyklen erhöhen.