Belgische Behörden intensivieren Kampf gegen digitale Piraterie
Die belgischen Behörden intensivieren ihren Kampf gegen digitale Piraterie, indem sie von europäischen Domain-Registraren die Herausgabe sensibler Betreiberdaten, einschließlich Informationen zu Kryptowährungs-Wallets, verlangen. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Initiative zur Bekämpfung digitaler Piraterie, die die belgischen Behörden in Zusammenarbeit mit dem französischsprachigen Handelsgericht Brüssel ergriffen haben.
Neue Anordnungen für Domain-Registrar
Im Gegensatz zu den üblichen Durchsetzungsmaßnahmen, die sich auf die Sperrung von Websites auf Domain-Ebene konzentrieren, verlangen die neuen Anordnungen von Domain-Registraren die Offenlegung umfassender Identifikationsdaten der Betreiber von verdächtigen Websites. Die angeforderten Informationen umfassen:
- Vollständige Namen
- Physische Adressen
- Telefonnummern
- Finanzunterlagen wie vollständige IBAN-Daten und Kreditkarteninformationen
- Adressen von Kryptowährungs-Wallets und Transaktions-Hashes
Zusätzlich sind die Registrare verpflichtet, bis zu 12 Monate lang Verbindungsprotokolle, Gerätedetails und IP-Adressen bereitzustellen, die mit den betroffenen Benutzerkonten verbunden sind.
Schutz der Identität der Urheberrechtsinhaber
Die von den Behörden veröffentlichten Dokumente schützen die Identität der Urheberrechtsinhaber, die die Anordnungen beantragt haben, sowie die Namen der betroffenen Websites. Allerdings deutet die gerichtliche Begründung, die die Notwendigkeit zum Schutz der „Sportwirtschaft“ anführt, darauf hin, dass sich die Ermittlungen auf illegale Sport-Streaming-Netzwerke konzentrieren.
Geheimhaltungsverpflichtung für Registrare
Unter den im Gerichtsbeschluss festgelegten Bedingungen unterliegen die betroffenen Registrare einer strengen Geheimhaltungsverpflichtung, die es ihnen untersagt, Kontoinhaber, Dritte oder die Öffentlichkeit über die Verfahren zu informieren. Die Behörden verweisen auf Bestimmungen innerhalb des Digital Services Act der Europäischen Union, die Ausnahmen von den üblichen Benachrichtigungspflichten für Nutzer erlauben, wenn strafrechtliche Ermittlungen im Gange sind.
Erweiterung der rechtlichen Durchsetzung
Die belgischen Behörden erklärten, dass der Umfang der rechtlichen Durchsetzung auf jeden Dienstleister ausgeweitet wird, der innerhalb des belgischen Hoheitsgebiets zugänglich ist. Rechtsexperten weisen jedoch darauf hin, dass die grenzüberschreitende Durchsetzung gegen außerhalb Belgiens ansässige Entitäten im Rahmen des Gesetzes ungetestet bleibt.