Binance und die Compliance-Ausgaben
Binance gibt an, jährlich etwa 300 Millionen Dollar für Compliance auszugeben, was den Schutz der Nutzer zu einer der größten Betriebskosten macht. In einem Blogbeitrag vom 29. Juni erklärte die Börse, dass diese Ausgaben die Betrugsprävention, Ermittlungen, den Betrieb, Technologien und die Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden unterstützen.
Das Unternehmen berichtete, dass fast 1.500 Mitarbeiter in compliancebezogenen Rollen tätig sind, was etwa einem von vier Mitarbeitern entspricht. Binance wies außerdem darauf hin, dass es etwa 0,22 % der gehaltenen Vermögenswerte für Compliance aufwendet, verglichen mit etwa 0,14 % in der breiteren Finanzbranche, basierend auf eigenen Forschungsschätzungen.
Erfolge in der Betrugsprävention
Die Börse gab an, dass ihre Systeme zwischen 2025 und dem ersten Quartal 2026 potenzielle Betrügereien und ungewöhnliche Aktivitäten im Wert von 10,53 Milliarden Dollar abgefangen haben. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 hat Binance mehr als 3 Millionen Dollar in compliancefokussierte KI-Computing-Technologien investiert.
Zudem berichtete das Unternehmen von über 8,2 Milliarden Dollar an Rückforderungen von Nutzervermögen seit 2021. In seinem Blog wurde erwähnt, dass Binance 2025 geholfen hat, 8,2 Milliarden Dollar an falsch gesendeten Vermögenswerten über 1,28 Millionen Nutzeranträge zurückzuholen, während es auch mehr als 174 Millionen Dollar im Zusammenhang mit externen Hacks und Sicherheitsvorfällen seit 2025 zurückgeholt hat.
„Compliance ist eine der größten Investitionen im Unternehmen“, schrieb die Börse. Sie erklärte, dass diese Arbeit die Betrugsprävention, die Rückgewinnung von Vermögenswerten und die Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden unterstützt.
Regulatorische Herausforderungen
Die neuen Zahlen kommen nach der Einigung von Binance in den USA im Jahr 2023, als die Börse Verstöße gegen das Geldwäschegesetz, unlizenzierte Geldübertragungen und Sanktionen zugab. Das Justizministerium erklärte, Binance habe zugestimmt, 4,3 Milliarden Dollar zu zahlen, die Compliance zu verbessern und einen unabhängigen Monitor zu installieren.
Wie von crypto.news berichtet, wies Binance-CEO Richard Teng letzten Monat einen Bericht des Wall Street Journal über Sanktionen zurück und erklärte, die Börse habe „Nulltoleranz für illegale Aktivitäten“. Der gleiche Bericht stellte fest, dass Binance nach seinem US-Vergleich stärkere Kontrollen, ein größeres Compliance-Team und mehr Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden eingeführt hat.
Interne Herausforderungen und europäischer Druck
Wie zuvor von crypto.news berichtet, sah sich der Compliance-Wiederaufbau von Binance auch Fragen zur Mitarbeiterfluktuation und möglichen Führungswechseln gegenüber. In diesem Zusammenhang wurde erwähnt, dass der Chief Compliance Officer Noah Perlman zukünftige Abgangsangelegenheiten besprochen hat, während das Unternehmen weiterhin unter einer Überprüfung nach dem Vergleich steht.
Binance steht auch unter Druck in Europa. Wie von crypto.news berichtet, hat die Börse beschlossen, mehrere EU-Dienste ab dem 1. Juli auszusetzen, nachdem sie es versäumt hatte, vor Ablauf der Frist eine MiCA-Lizenz zu sichern. Dies stellt eine weitere Herausforderung für Binance dar, während sie versucht, den Regulierungsbehörden zu zeigen, dass sich ihr Compliance-Programm geändert hat.