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BitRiver-Gründer Igor Runets im Betrugsfall über 7,9 Millionen Dollar festgenommen

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Gerichtliche Maßnahmen gegen Igor Runets

Ein Moskauer Gericht hat den BitRiver-Gründer Igor Runets von Hausarrest in Untersuchungshaft verlegt, während die Ermittler einen angeblichen Betrug in Höhe von fast 1 Milliarde Rubel untersuchen. Das Zamoskvoretsky Bezirksgericht genehmigte diese Maßnahme am 22. Juli und ordnete an, dass Runets für zwei Monate in Haft bleibt.

Anklage und Vorwürfe

Die neue Anklage wurde am 29. Juli durch Berichte, die auf Gerichtsunterlagen und Quellen aus dem Ermittlungsumfeld basieren, öffentlich gemacht. Runets sieht sich einer Anklage nach Teil 4 des Artikels 159 des russischen Strafgesetzbuchs gegenüber, der Betrug in besonders großem Umfang behandelt. Die Anklage bleibt eine Behauptung, und kein Gericht hat ihn bisher für schuldig befunden.

Laut Pravo.ru behaupten die Ermittler, dass die Fox Group, ein von Runets kontrolliertes Unternehmen, im Jahr 2023 einen Vertrag über die Lieferung von Geräten mit Infrastructure of Siberia unterzeichnete. Infrastructure of Siberia ist Teil der En+-Gruppe. Der Vertrag soll mehr als 8 Millionen Dollar für Kryptowährungs-Mining-Maschinen umfasst haben.

Die Ermittler geben an, dass der Käufer mehr als 7,9 Millionen Dollar als Vorauszahlung überwiesen hat und die Lieferung innerhalb von 32 Tagen erwartete. Die Staatsanwaltschaft behauptet jedoch, dass die Geräte nicht geliefert wurden und die Zahlung nicht zurückerstattet wurde.

„Die Ermittler behaupten, Runets habe nicht die Absicht gehabt, den Vertrag zu erfüllen und das Geld nach eigenem Ermessen verwendet.“

Frühere Geschäftsbeziehungen und rechtliche Auseinandersetzungen

Der Streit entwickelte sich aus einer früheren Geschäftsbeziehung zwischen BitRiver und En+. Im November 2020 kündigten die Unternehmen die Gründung von Bit+ an, einem Joint Venture, das Kryptowährungs-Mining-Anlagen mit Wasserkraft im russischen Irkutsk-Bereich betreiben sollte. Zu diesem Zeitpunkt beschrieb eine offizielle Pressemitteilung des Unternehmens En+ BitRiver als Betreiber des größten Rechenzentrums Russlands, das Colocation-Dienste für Bitcoin-Miner anbietet.

Die Beziehung führte jedoch später zu mehreren zivilrechtlichen Ansprüchen. Im April 2025 ordnete das Schiedsgericht der Region Irkutsk Berichten zufolge an, dass die Fox Group Infrastructure of Siberia 954,4 Millionen Rubel über die umstrittene Vorauszahlung zahlen muss. Frühere Berichte über die Ansprüche von En+ besagten, dass das Gericht auch den Zugang zu einigen Mitteln und Geräten während des Streits einschränkte.

Runets bestritt die Darstellung des Klägers im Mai 2025. Er sagte, die Geräte „wurden geliefert“ und erklärte, dass die Fox Group beabsichtige, das Urteil anzufechten. Seine Behauptung steht in direktem Widerspruch zu der aktuellen Ermittlungsbehauptung, dass die Maschinen nie angekommen sind.

Finanzielle Schwierigkeiten und rechtliche Herausforderungen

Die strafrechtlichen Ermittlungen erfolgen, während BitRiver und verwandte Unternehmen finanziellen und Insolvenzverfahren gegenüberstehen. Bemerkenswerterweise sah sich BitRiver Insolvenzverfahren wegen unbezahlter Schulden gegenüber, nachdem Gläubiger Ansprüche im Zusammenhang mit Geräten, Strom und Rechenzentrumsdiensten erhoben hatten. Der Prozess führte zu Einschränkungen bei mehreren Konten und stellte das Unternehmen unter eine gerichtliche finanzielle Überprüfung.

Forbes berichtete, dass die Fox Group im Februar 2026 in die Insolvenzüberwachung eingetreten ist. Ein Gericht eröffnete Berichten zufolge Ende Mai Liquidationsverfahren, nachdem Infrastructure of Siberia Rückzahlung im Zusammenhang mit dem Ausrüstungsvertrag beantragt hatte.

Runets war bereits Ende Januar unter Hausarrest gestellt worden. Dieser frühere Fall betraf Vorwürfe, dass mit BitRiver verbundene Unternehmen Gelder verborgen hatten, die für die Steuererhebung verfügbar sein sollten. Die Ermittler fügten später zwei Steuerfälle hinzu und kombinierten mehrere Angelegenheiten in ein umfassenderes Verfahren.

Ausblick und mögliche Entwicklungen

Runets wird voraussichtlich zwei Monate in Untersuchungshaft bleiben, es sei denn, ein Berufungsverfahren ändert die Anordnung des Gerichts. Die Ermittler könnten diesen Zeitraum nutzen, um Unternehmensunterlagen, Ausrüstungsdokumentationen, Banküberweisungen und Zeugenaussagen von Personen, die mit der Fox Group und En+ verbunden sind, zu prüfen.

Ein Moskauer Gericht fror auch Runets‘ Eigentumsanteile an der Fox Group und mehreren mit BitRiver verbundenen Unternehmen im Juni ein, so Forbes. Die Einschränkungen könnten bestehen bleiben, während die Ermittler prüfen, ob Unternehmensvermögen mit dem angeblichen Vergehen in Verbindung steht.

BitRiver bleibt ein privat geführtes Unternehmen, und es gibt kein verifiziertes öffentlich gehandeltes Token, das mit seinen Aktivitäten verbunden ist. Daher kann keine direkte Reaktion des Kryptomarktes zuverlässig Runets‘ Festnahme zugeschrieben werden. Das Unternehmen unterliegt auch weiterhin US-Sanktionen. Das US-Finanzministerium sanktionierte BitRiver AG und zehn russische Tochtergesellschaften im April 2022.

Das Finanzministerium erklärte, dass Kryptowährungs-Mining-Unternehmen Russland helfen könnten, seine Energieressourcen zu monetarisieren. In verwandten Berichten behauptete BitRiver zuvor, Russland könnte die USA im Bitcoin-Mining überholen. Diese Prognose war eine Unternehmensbehauptung und wurde von unabhängigen Mining-Daten nicht bestätigt.

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