Änderungen des Steuer- und Sozialversicherungsverfahrensgesetzes in Bulgarien
Die Nationalversammlung Bulgariens hat beschlossen, das Steuer- und Sozialversicherungsverfahrensgesetz zu ändern, um EU-Richtlinien zu übernehmen, die darauf abzielen, Steuerhinterziehung zu bekämpfen und die grenzüberschreitende Steuertransparenz zu verbessern.
Details der Gesetzesänderung
Am 9. September genehmigte die Nationalversammlung in der letzten Lesung die Änderungen des Gesetzes, die den Steuerbehörden Zugang zu detaillierten Informationen über Nutzer von Krypto-Assets gewähren. Die Abgeordneten stimmten mit 149 zu 0 in der 240 Sitze umfassenden Kammer, bei 10 Enthaltungen.
Der Gesetzentwurf, der von der Regierung eingebracht wurde, setzt zwei EU-Richtlinien um, die die Steuertransparenz erhöhen und Steuerhinterziehung bekämpfen sollen. Nach den Änderungen werden die Steuerbehörden in der EU und in Partnerjurisdiktionen in der Lage sein, Informationen über Einzelpersonen und Unternehmen auszutauschen, die mit Krypto-Assets handeln.
Neue Anforderungen für Unternehmen
Die neuen Regelungen verlangen von Unternehmen, die mit Krypto-Assets operieren, sich zu registrieren und Nutzerdaten an die Nationale Einnahmeagentur zu melden. Diese Informationen umfassen:
- Namen
- Adressen
- Geburtsdaten und -orte
- steuerliche Wohnsitzdetails
- Steueridentifikationsnummern
Anbieter müssen zudem transaktionsbezogene Daten für jede Art von Krypto-Asset, die gehandhabt wird, einreichen, einschließlich:
- des gesamten Bruttobetrags, der erhalten wurde
- der Anzahl der gehandelten Einheiten
- der Anzahl der Käufe oder Verkäufe gegen Fiat-Währungen
- der Krypto-zu-Krypto-Transaktionen
Die EU-Mitgliedstaaten sind verpflichtet, die Richtlinien bis zum 31. Dezember 2025 zu übernehmen.
Reaktionen auf die Gesetzesänderung
Die Maßnahmen sollen Berichterstattungslücken schließen und die Bemühungen zur Bekämpfung von Steuervermeidung im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten stärken. Die Abstimmung löste sofortige Diskussionen in sozialen Medien aus, wobei Datenschutzbefürworter den Umfang der Datensammlung kritisierten, ihn als übertrieben bezeichneten und warnten, dass die verpflichtende Offenlegung persönlicher Daten die Nutzer Sicherheitsrisiken aussetzen könnte.
„Die Änderungen gehen weit über die Steuertransparenz hinaus und gleichen einer Überwachung legaler Aktivitäten mit digitalen Vermögenswerten.“
Krypto-Händler und kleine Unternehmen äußerten Bedenken hinsichtlich der Compliance-Kosten. Einige befürchteten, dass die Registrierungs- und Meldepflichten kleinere Anbieter aus dem Markt drängen und Bulgarien im regionalen Fintech-Sektor weniger wettbewerbsfähig machen würden.
Die Befürworter des Gesetzentwurfs begrüßten den Schritt und betonten, dass er Bulgarien in Einklang mit den EU-Standards bringe und zur Verhinderung von Steuerhinterziehung beitrage. Finanzpolitische Kommentatoren beschrieben die Änderungen als überfällig und wiesen darauf hin, dass ähnliche Regelungen bereits in anderen Mitgliedstaaten bestehen. Das Gesetz wird auch als Schließung eines großen Schlupflochs angesehen und soll die grenzüberschreitende Steuerkooperation effektiver gestalten.