Warnung der SFC zu HabitTrade
Die Securities and Futures Commission (SFC) von Hongkong hat HabitTrade in einer Warnung zu unlizenzierten virtuellen Vermögensplattformen hervorgehoben. Der Broker betont jedoch, dass er keine regulierten Geschäfte durchgeführt oder Dienstleistungen an Investoren in Hongkong vermarktet hat und macht unbefugte Drittanbieter verantwortlich.
HabitTrade wehrt sich gegen die Warnung der SFC und erklärt, dass es keine regulierten Aktivitäten in der Stadt durchführt und seine Dienstleistungen nicht an Einwohner von Hongkong beworben hat.
In einer Erklärung, die auf der Plattform X veröffentlicht wurde, betont das Unternehmen, dass es „eine lizenzierte australische Brokerage und konforme Finanzdienstleistungsplattform“ sei und dass es „keine regulierten Geschäfte in Hongkong durchgeführt hat, noch Dienstleistungen an die Öffentlichkeit in Hongkong beworben oder bereitgestellt hat.“ Damit widerspricht HabitTrade direkt jeglichen Andeutungen, dass es dort ohne Genehmigung tätig ist.
Reaktion auf die Warnung
Die Klarstellung erfolgt, nachdem die SFC eine Mitteilung veröffentlicht hat, in der die Öffentlichkeit gewarnt wird, vorsichtig bei „unlizenzierten Plattformen und damit verbundenen Marktwerbeaktivitäten“ zu sein. HabitTrade wird dabei im Kontext von verdächtigem Marketing rund um den Handel mit virtuellen Vermögenswerten ausdrücklich hervorgehoben.
Obwohl die neueste Warnung des Regulators HabitTrade noch nicht namentlich auf ihrer öffentlichen Seite „verdächtige Handelsplattformen für virtuelle Vermögenswerte“ auflistet, hat die SFC regelmäßig solche Mitteilungen genutzt, um Unternehmen zu benennen, von denen sie glaubt, dass sie möglicherweise ohne Lizenz Hongkonger Investoren anvisieren.
In einem früheren Rundschreiben zu Krypto-Produkten warnte die SFC, dass der Handel mit Futures für virtuelle Vermögenswerte oder das Routing verwandter Aufträge für Hongkonger Kunden eine „Typ 2“ regulierte Aktivität darstellt und „eine Lizenz von der SFC erfordert, unabhängig davon, ob das Geschäft in Hongkong ansässig ist.“
HabitTrade argumentiert, dass jede kürzliche Marketingaktion nicht von dem Unternehmen selbst stammt. Der Broker erklärte, dass „einige Inhalte von Drittanbietern, Videomaterialien und Aktivitäten zur Umleitung von Plattformverkehr, die kürzlich auf dem Markt erschienen sind, nicht die offizielle Position von HabitTrade repräsentieren.“ Zudem fügte das Unternehmen hinzu, dass es „sich das Recht vorbehält, rechtliche Schritte gegen irreführende Werbemaßnahmen und Verstöße einzuleiten, die seine Marke, technologische Kanäle oder Partnerschaften ohne Genehmigung nutzen.“
Compliance und regulatorische Zusammenarbeit
Das Unternehmen versprach auch, „einen Compliance-First-Ansatz zu verfolgen und mit den regulatorischen Anforderungen der relevanten Jurisdiktionen zusammenzuarbeiten, um notwendige Untersuchungen durchzuführen.“ Dies signalisiert, dass HabitTrade bereit ist, mit den Behörden zusammenzuarbeiten, um Werbende zu identifizieren, die seinen Namen missbrauchen.
Der Streit verdeutlicht, wie aggressiv die Durchsetzungsstrategie Hongkongs in Bezug auf virtuelle Vermögenswerte geworden ist. Im Jahr 2023 warnte die SFC unlizensierte Handelsplattformen für virtuelle Vermögenswerte, dass falsche Angaben zu Lizenzanträgen oder das Anbieten verbotener Dienstleistungen wie Staking eine Straftat nach dem Gesetz über die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung darstellen könnten.
Im Februar 2024 warnten der Regulator und die lokale Polizei gemeinsam vor einem angeblichen Betrug, der den Namen von MEXC verwendete, und setzten die Plattform auf ihre Warnliste.
Dabei betonten sie erneut, dass ausländische Börsen Hongkonger Einzelhandelsnutzer ohne Lizenz nicht ansprechen oder bedienen dürfen, wie crypto.news in einer ausführlichen Geschichte berichtete.
Verschärfung der Regeln
Diese Regeln haben sich nur verschärft. Eine aktuelle Geschichte von crypto.news über Hongkongs bevorstehendes Stablecoin- und virtuelle Vermögensregime stellte fest, dass die Stadt parallele Lizenzierungssysteme für Börsen, Verwahrer, Händler und Berater aufbaut und ausdrücklich klarstellt, dass jede ausländische Plattform, die „Hongkonger Investoren“ über Marketing oder Lokalisierung der Website anvisiert, im Geltungsbereich liegt.
Vor diesem Hintergrund ist HabitTrades Behauptung, dass es keine regulierten Geschäfte in Hongkong durchgeführt hat, ebenso sehr eine Frage des rechtlichen Risikos wie des Rufs: Nach den aktuellen Richtlinien der SFC kann bereits die Wahrnehmung, Hongkonger Nutzer ohne Lizenz zu werben, ausreichen, um eine Plattform auf die Warnliste des Regulators zu setzen, mit all den damit verbundenen Problemen bei Banken und Geschäftspartnern.