Neue Lizenzierungsregeln für virtuelle Vermögenswerte in Hongkong
Die Behörden in Hongkong beabsichtigen, neue Lizenzierungsregeln für Anbieter von Beratungs- und Verwaltungsdiensten für virtuelle Vermögenswerte einzuführen, während die Stadt ihre Aufsicht über den Markt für digitale Vermögenswerte ausweitet. Das Finanzdienstleistungs- und Schatzamt sowie die Wertpapier- und Futures-Kommission (SFC) veröffentlichten am Dienstag die Ergebnisse einer Konsultation.
Vorgeschlagene Regeln und Konsultation
Das Dokument behandelt die vorgeschlagenen Regeln für Unternehmen, die Investitionsberatung zu virtuellen Vermögenswerten anbieten oder Portfolios für diese verwalten. Die SFC erklärte, dass die Konsultation auf einem früheren Papier basierte, das am 24. Dezember 2025 veröffentlicht wurde. Der vorgeschlagene Rahmen würde Beratungs- und Verwaltungsdienste für virtuelle Vermögenswerte unter eine formelle Lizenzierung stellen.
Dieser Schritt würde die Regulierung über Handelsplattformen, Verwahrungsdienste und Stablecoin-Emittenten hinaus ausdehnen. Die Behörden gaben an, dass der Vorschlag breite Unterstützung aus dem Markt erhalten hat. Die Konsultation zog 51 Stellungnahmen von Marktteilnehmern, Branchenverbänden, Handelskammern und Berufsverbänden an.
Regulierungsprinzipien
Die neuen Regeln werden dem Prinzip „gleiches Geschäft, gleiche Risiken, gleiche Regeln“ folgen. Nach diesem Modell werden die Beratungsdienste für virtuelle Vermögenswerte mit der regulierten Tätigkeit Typ 4 gemäß dem Wertpapier- und Futures-Gesetz in Einklang gebracht. Die Verwaltungsdienste für virtuelle Vermögenswerte werden mit der regulierten Tätigkeit Typ 9 übereinstimmen.
Das bedeutet, dass Unternehmen, die Portfolios für virtuelle Vermögenswerte verwalten, ähnlichen Regeln wie traditionelle Vermögensverwalter unterliegen würden. Die Behörden beabsichtigen, die legislativen Vorschläge 2026 dem Legislativrat vorzulegen. Die geplanten Regeln würden separate Regime für Beratungs- und Verwaltungsdienste schaffen.
Umfassende Politik für digitale Vermögenswerte
Der Sekretär für Finanzdienstleistungen und Schatz, Christopher Hui Ching-yu, erklärte, dass der Vorschlag Teil von Hongkongs umfassenderer Politik für digitale Vermögenswerte sei. Er sagte, die im Juni letzten Jahres veröffentlichte Politik-Erklärung 2.0 habe das Ziel festgelegt, verantwortungsvolle finanzielle Innovation zu unterstützen und gleichzeitig die Risikokontrollen sowie den Anlegerschutz zu verbessern.
Hui erklärte, dass die neuen Regeln zusammen mit den bestehenden Regulierungen für Handelsplattformen für virtuelle Vermögenswerte und Stablecoin-Emittenten dazu beitragen würden, die Hauptbereiche des Marktes für digitale Vermögenswerte abzudecken.
Ermutigung zur frühzeitigen Kontaktaufnahme
Die SFC-Geschäftsführerin Julia Leung Fung-yee sagte, dass das Ergebnis der Konsultation „den letzten Schritt“ zur Verfeinerung des regulatorischen Rahmens für digitale Vermögenswerte in Hongkong markiert.
Sie erklärte, dass das Regime den Standards traditioneller Finanzdienstleistungen entsprechen und verantwortungsvolle Innovation fördern würde. Die SFC ermutigte Unternehmen, die bereits Beratungs- oder Verwaltungsdienste für virtuelle Vermögenswerte anbieten, sich frühzeitig mit dem Regulierer in Verbindung zu setzen.
Sie forderte auch Unternehmen, die planen, in den Markt einzutreten, auf, frühzeitig Gespräche über die Antragstellung zu beginnen. Der Regulierer erklärte, dass frühe Gespräche den Dienstleistern helfen würden, den vorgeschlagenen Lizenzierungsprozess zu verstehen. Dies würde den Unternehmen auch helfen, sich auf die Einhaltung der Vorschriften vorzubereiten, bevor die neuen Regeln in Kraft treten.
Das vorgeschlagene Regime fügt der digitalen Vermögenspolitik Hongkongs eine weitere Ebene hinzu und ermöglicht den Regulierungsbehörden die Aufsicht über Handel, Verwahrung, Beratung und Portfoliomanagement unter einem breiteren rechtlichen Rahmen.