Indien erweitert globalen Steuerberichterstattungsrahmen
Indien hat seinen globalen Steuerberichterstattungsrahmen erweitert, um bestimmte Krypto-Assets, digitale Währungen der Zentralbank (CBDCs) und digitale Geldprodukte in die aktualisierten FATCA- und Common Reporting Standard-Regeln einzubeziehen. Laut einem Bericht der Economic Times hat das Central Board of Direct Taxes (CBDT) die Implementierungsrichtlinien für den Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA) und den Common Reporting Standard (CRS) überarbeitet. Dadurch fallen nun bestimmte Krypto-Assets, CBDCs und digitale Geldprodukte in den Geltungsbereich der internationalen Steuerberichterstattung.
Compliance-Anforderungen für Finanzinstitute
Die aktualisierten Richtlinien legen überarbeitete Compliance-Anforderungen für berichtende Finanzinstitute fest, einschließlich Banken, Investmentfonds, Versicherungsunternehmen, Verwahrstellen und anderer Anlageeinheiten. Im Rahmen des Rahmens müssen diese Einrichtungen berichtspflichtige Konten identifizieren, die Steueransässigkeit der Kunden überprüfen und finanzielle Informationen im Rahmen der Verpflichtungen Indiens unter dem Automatic Exchange of Information (AEOI)-Rahmen berichten.
Darüber hinaus verlangen die überarbeiteten Regeln von den berichtenden Institutionen, dass sie bei hochpreisigen Konten mit Guthaben über 1 Million USD eine erweiterte Sorgfaltspflicht anwenden. Die Richtlinien fordern zusätzliche Prüfverfahren, bevor solche Konten zur Berichterstattung klassifiziert werden. Diese Änderungen erweitern die Palette der finanziellen Produkte, die unter Indiens internationalem Steuerberichterstattungsregime abgedeckt sind, während die Behörden weiterhin die Compliance-Standards für digitale Finanzanlagen aktualisieren.
Strengere Sorgfaltspflichten und Überprüfungen
Neben dem erweiterten Berichterstattungsumfang führen die überarbeiteten Richtlinien strengere Sorgfaltspflichten für berichtende Finanzinstitute ein. Laut den vom Economic Times zitierten CBDT-Richtlinien müssen Institutionen zusätzliche Überprüfungen bei hochpreisigen Konten durchführen, die die Schwelle von 1 Million USD überschreiten. Diese Überprüfungen sollen die Kontoklassifizierung und die Steuerberichterstattung stärken, bevor finanzielle Informationen mit ausländischen Jurisdiktionen ausgetauscht werden.
Der Rahmen bietet auch aktualisierte Verfahren zur Validierung der Steueransässigkeit und zur Identifizierung berichtspflichtiger Konten über die von FATCA und CRS abgedeckten Finanzinstitute. Während sich die Richtlinien auf die Anforderungen der Steuerberichterstattung konzentrieren, werden auch krypto-bezogene Produkte neben traditionellen Finanzanlagen eingeordnet, die bereits unter die internationalen Informationsaustauschregeln fallen.
Regulatorische Maßnahmen und Herausforderungen
„Die Financial Intelligence Unit Indiens wies mehrere große Krypto-Börsen im Juni an, Aufzeichnungen über außerbörsliche Krypto-Transaktionen, die 10.000 USD überschreiten, ab Januar 2026 aufzubewahren.“
Frühere Richtlinien der FIU hatten auch strengere Anforderungen an die Kundenverifizierung für Krypto-Plattformen eingeführt, einschließlich verstärkter Know-Your-Customer-Verfahren und regelmäßiger Aktualisierungen der Kundenunterlagen im Rahmen des Anti-Geldwäsche-Rahmens des Landes. Kürzlich berichtete Reuters, dass interne Regierungsdokumente zeigten, dass das Einkommensteueramt weiterhin besorgt über Krypto-Transaktionen ist, die über ausländische Börsen und private Wallets durchgeführt werden, und sagte, dass solche Aktivitäten die Steuerdurchsetzung weiterhin erschweren.
Laut dem Bericht fanden die Steuerbehörden auch heraus, dass weniger als ein Viertel der 645.000 Personen, die im Geschäftsjahr bis März 2023 Krypto-Transaktionen durchführten, diese Transaktionen in ihren Einkommensteuererklärungen angaben. Beamte nannten Offshore-Börsen, private Wallets und Peer-to-Peer-Transaktionen als Faktoren, die es schwieriger machen, wirtschaftliche Eigentümer zu identifizieren und Steuern zurückzuerhalten.
Langfristige Perspektiven für digitale Vermögenswerte
Die neuesten Änderungen der Steuerberichterstattung erfolgen, während die politischen Entscheidungsträger weiterhin über den langfristigen Ansatz des Landes für digitale Vermögenswerte debattieren. Reuters berichtete zuvor, dass die Reserve Bank of India ihre Empfehlung beibehalten hat, dass Kryptowährungen und privat ausgegebene Stablecoins außerhalb des regulierten Finanzsystems bleiben sollten. Interne Regierungsdokumente, die von der Nachrichtenagentur geprüft wurden, zeigten, dass die Zentralbank weiterhin Bedenken hinsichtlich der finanziellen Stabilität äußert und auch warnt, dass durch Fremdwährungs-gestützte Stablecoins die monetäre Souveränität beeinträchtigt werden könnte und dass eine breitere Nutzung von Stablecoins die Erkennung von Krypto-Gewinnen zu Steuerzwecken erschweren könnte.
Indien erhebt derzeit eine Steuer von 30 % auf Krypto-Gewinne, hat jedoch noch kein umfassendes Gesetz zur Regelung digitaler Vermögenswerte eingeführt. Während das Finanzministerium zuvor erklärt hat, dass bestehende steuerliche und andere rechtliche Maßnahmen dazu beigetragen haben, die mit virtuellen digitalen Vermögenswerten verbundenen Risiken zu begrenzen, hat die regulatorische Aufsicht weiterhin über Steuer-, Anti-Geldwäsche- und Berichterstattungsanforderungen statt über ein spezielles Krypto-Gesetz stattgefunden. Die überarbeiteten FATCA- und CRS-Richtlinien des CBDT fügen eine weitere Compliance-Ebene hinzu, indem sie die internationalen Steuerberichterstattungspflichten auf bestimmte Krypto-Assets, CBDCs und digitale Geldprodukte ausdehnen und digitale Finanzanlagen fester in Indiens bestehendes grenzüberschreitendes Steuerberichterstattungsrahmenwerk einordnen.