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JPMorgan und drei US-Banken fordern Stablecoins mit gemeinsamem Einlagentoken heraus

vor 40 Minuten
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Einführung eines tokenisierten Einlagenetzwerks

JPMorgan Chase, Bank of America, Citigroup und Wells Fargo entwickeln ein gemeinsames tokenisiertes Einlagenetzwerk, das rund um die Uhr Blockchain-Zahlungen im regulierten US-Bankensystem ermöglichen könnte. The Clearing House, ein Zahlungsunternehmen, das von großen Geschäftsbanken betrieben wird, wird das geplante Netzwerk betreiben. Es zielt darauf ab, den teilnehmenden Institutionen zu ermöglichen, tokenisierte Einlagen jederzeit zu klären und abzuwickeln, während es blockchainbasierte Aktivitäten mit bestehenden Zahlungssystemen verbindet.

Was sind tokenisierte Einlagen?

Tokenisierte Einlagen stellen Ansprüche auf Geld dar, das bei einer Geschäftsbank gehalten wird. Im Gegensatz zu Stablecoins verbleiben die zugrunde liegenden Mittel im regulierten Bankensystem und erhalten die gleiche rechtliche Behandlung wie herkömmliche Einlagen. Das Netzwerk wird zunächst multinationalen Unternehmen dienen. Zu den vorgeschlagenen Anwendungen gehören programmierbare Treasury-Operationen, Echtzeit-Liquiditätsmanagement, automatisierte Zahlungen und grenzüberschreitende Überweisungen.

„Das ist ein großer Schritt für die Banken“, sagte David Watson, CEO von The Clearing House, während er über das Projekt sprach.

Unterstützung und bestehende Systeme

Die Initiative hat Unterstützung von mehr als einem Dutzend weiterer Institutionen, darunter BNY Mellon, HSBC, PNC, Santander, TD Bank, Truist und U.S. Bank. Ein Blockchain-Anbieter wurde laut früheren Berichten noch nicht ausgewählt.

JPMorgan und Citigroup betreiben bereits separate Blockchain-Zahlungsdienste, aber das neue Projekt würde es ermöglichen, tokenisiertes Geld zwischen verschiedenen Banken zu bewegen. Die Kinexys-Plattform von JPMorgan verarbeitet im Durchschnitt mehr als 7 Milliarden Dollar täglich und hat seit ihrer Einführung über 40 Billionen Dollar abgewickelt. Citi Token Services ist in den Vereinigten Staaten, im Vereinigten Königreich, in Singapur und in Hongkong tätig, wo es Milliarden von Dollar über das Netzwerk von Citigroup transferiert hat. Ein gemeinsames System könnte die Grenzen dieser geschlossenen Netzwerke aufheben.

Regulierung und Herausforderungen

Max Neukirchen, Co-Leiter von JPMorgan Payments, betonte, dass eine regulierte Marktinfrastruktur-Lösung für die Klärung und Abwicklung tokenisierter Einlagen erforderlich sei, um institutionelle On-Chain-Zahlungen zu skalieren. Stablecoins bieten bereits 24-Stunden-Überweisungen, programmierbare Abwicklungen und Zugang über Blockchain-Netzwerke. Etwa 263 Milliarden Dollar in Stablecoins sind im Umlauf, was Krypto-nativen Zahlungsanbietern einen etablierten Markt bietet, den Banken nun ansprechen müssen.

Einlagentoken würden ähnliche Abwicklungsfunktionen bieten, während das Geld der Kunden in den Bilanzen der Banken bleibt. Die Banken müssen jedoch gemeinsame technische und betriebliche Standards vereinbaren, obwohl sie um viele der gleichen Unternehmenskunden konkurrieren.

Politische Einflüsse und zukünftige Entwicklungen

Das Netzwerk nimmt Gestalt an, während US-Bankengruppen den Senat unter Druck setzen, die Bestimmungen zu Stablecoins im CLARITY-Gesetz zu verschärfen. Die American Bankers Association, die Independent Community Bankers of America und 76 staatliche Bankenverbände haben die Gesetzgeber aufgefordert, zu verhindern, dass Krypto-Plattformen Anreize bieten, die wie Zinsen auf Einlagen funktionieren.

Bankengruppen argumentieren, dass Krypto-Unternehmen diese Anreize nutzen könnten, um Geld von Banken abzuziehen, was die für Verbraucher- und Geschäftskredite verfügbaren Einlagen verringert. Goldman Sachs hat sich von der breiteren Bankenlobby getrennt, ob diese Meinungsverschiedenheit die Gesetzgebung verzögern sollte. CEO David Solomon unterstützt die Fortschritte des CLARITY-Gesetzes, obwohl er es als unvollkommen bezeichnet, und argumentiert, dass die Schaffung einer föderalen Marktstruktur größere Sicherheit für die Entwicklung digitaler Vermögenswerte bieten würde.

Seine Position steht im Gegensatz zu JPMorgan-CEO Jamie Dimon und anderen Bankmanagern, die gewarnt haben, dass die Belohnungsbestimmungen regulierte Banken in eine wettbewerbliche Benachteiligung bringen könnten. Goldmans Unterstützung für die Fortschritte des Gesetzes bedeutet nicht unbedingt, dass es jede Bestimmung zu Stablecoins unterstützt.

Ausblick

The Clearing House plant, das System über die anfänglichen Teilnehmer hinaus für US-Finanzinstitute verfügbar zu machen, was möglicherweise kleineren Banken den Zugang zur gemeinsamen Blockchain-Zahlungsinfrastruktur ermöglicht. Die Entwicklung hängt nun von der Auswahl der zugrunde liegenden Technologie, der Einigung über Betriebsstandards und der Verbindung des Netzwerks mit bestehenden Banksystemen ab. Das Ziel bleibt die erste Hälfte des Jahres 2027, obwohl die teilnehmenden Institutionen kein spezifisches Startdatum angekündigt haben. Multinationale Unternehmen werden den ersten Test liefern, ob regulierte Einlagentoken die Geschwindigkeit und Programmierbarkeit von Stablecoins erreichen können, ohne Gelder außerhalb des Bankensektors zu bewegen.

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