Warnung vor multisig-Wallets
Der CTO von Ledger, Charles Guillemet, warnt Bitcoin-Nutzer davor, multisig-Wallets als reflexartige Reaktion auf den jüngsten Vorfall mit Coldcard zu übernehmen. Laut Guillemet könnte eine komplexere Einrichtung tatsächlich zusätzliche Risiken mit sich bringen.
Empfehlung für Selbstverwahrung
Stattdessen empfiehlt er, dass Bitcoin-Nutzer, die auf Selbstverwahrung setzen, die „miniscript“-Lösung in Betracht ziehen, die fortschrittliche Sicherheit bieten kann, ohne die Handhabung unnötig zu verkomplizieren. In einem Beitrag auf X betonte Guillemet, dass multisig die Wiederherstellung und Verwaltung von Wallets erschwert. Viele Nutzer enden oft mit Konfigurationen, die in der Praxis umständlich sind und die sichere Wiederherstellung erschweren.
Vorteile von Bitcoin Miniscript
Als Alternative schlägt Guillemet die Verwendung von Bitcoin Miniscript vor, das es Nutzern ermöglicht, komplexe Ausgabebedingungen wie Erbschaftsregeln, zeitlich gesperrte Wiederherstellungsschlüssel und 2-von-3-Autorisierungsrichtlinien zu definieren. Seiner Meinung nach ermöglicht die Implementierung von Ledger ein „klares Signieren“ für jeden Ausgabepfad, sodass Nutzer genau überprüfen können, was sie auf ihrer Hardware-Wallet genehmigen.
Entwicklerfreundlichkeit und Tests
Für Entwickler erleichtert Miniscript den Bau benutzerdefinierter Wallet-Software, so Guillemet. Er berichtete, dass er kürzlich mit Hilfe des KI-Assistenten Claude in nur wenigen Stunden eine funktionale Bitcoin-Wallet mit fortschrittlichen Ausgabenrichtlinien erstellt hat.
MuSig2 und individuelle Sicherheitsentscheidungen
Er fügte hinzu, dass der klare Signierungsansatz von Ledger ihn dazu veranlasste, die Wallet im Bitcoin-Hauptnetz zu testen. Zudem wies er auf MuSig2 hin, eine kryptografische Alternative zu traditionellen skriptbasierten multisig-Lösungen. Guillemet erklärte, dass Ledger-Hardware-Wallets, seines Wissens nach, die einzigen Geräte sind, die derzeit MuSig2 unterstützen.
Trotz der Auflistung dieser Alternativen betonte Guillemet, dass multisig für einige Nutzer nach wie vor eine angemessene Lösung darstellt. Er argumentierte jedoch, dass Sicherheitsentscheidungen auf dem individuellen Bedrohungsmodell basieren sollten und nicht auf impulsiven Reaktionen auf aktuelle Schlagzeilen.
Für die meisten Menschen bleibt, wie er feststellte, eine ordnungsgemäß gesicherte Ein-Signatur-Hardware-Wallet die praktischste Wahl.