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Lemon zieht sich aus Brasilien wegen hoher Kosten für Krypto-Lizenzierung zurück

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Lemon stellt Geschäfte in Brasilien ein

Lemon hat beschlossen, seine Geschäfte in Brasilien einzustellen und etwa 15.000 lokale Konten zu schließen, nachdem das Unternehmen die neuen Kapitalanforderungen für Krypto-Lizenzen im Land als zu kostspielig erachtet hat. Lemon erklärte, die neuen Kapitalanforderungen in Brasilien seien „disproportional“ zur Größe seines lokalen Geschäfts, was die argentinische Krypto-App dazu veranlasste, sich zurückzuziehen, anstatt eine Lizenz gemäß den neuen Vorschriften für virtuelle Vermögenswerte im Land zu beantragen.

Details zur Schließung

Etwa 15.000 Nutzer halten weiterhin Guthaben über Lemons brasilianische Operation. Das Unternehmen plant, jeden Kunden zu kontaktieren und Unterstützung bei der Abhebung anzubieten, bevor die verbleibenden Konten am 16. Oktober 2026 geschlossen werden. Neue Einzahlungen in brasilianischen Reais wurden bereits ausgesetzt. Die Lemon Card, eine Visa-Zahlungskarte, die nur wenige Wochen vor der Schließungsentscheidung mit dem Zahlungsinfrastruktur-Anbieter Pomelo eingeführt wurde, wird am 30. September keine Transaktionen mehr verarbeiten.

Regulatorische Rahmenbedingungen

Der Rahmen für Anbieter von virtuellen Vermögenswerten in Brasilien, lokal bekannt als PSAVs, trat am 2. Februar in Kraft. Unternehmen, die von den Vorschriften betroffen sind, haben eine Frist bis zum 30. Oktober für die erste Phase des Lizenzierungsprozesses. Laut dem von Lemon beschriebenen Rahmen müssen Anbieter, die nach Ablauf der Frist ohne regulatorische Genehmigung weiterarbeiten, mit Einschränkungen bei der Bedienung des brasilianischen Marktes rechnen. Die Einhaltung würde erfordern, dass das Unternehmen mehr Kapital in seine lokale Einheit investiert. Lemon entschied sich, dieses Geld in seine Geschäfte anderswo in Lateinamerika umzuleiten.

„Die Anforderungen Brasiliens haben letztendlich Spieler vertrieben, die investieren, innovieren und das Dienstleistungsangebot erweitern wollten“, sagte Lemon.

Marktanalyse und Reaktionen

Die Erklärung des Unternehmens stellt die Schließung als regulatorische und finanzielle Entscheidung dar, nicht als Reaktion auf eine sinkende Nachfrage nach Krypto-Dienstleistungen. Es wurden keine Zahlen zu den in den brasilianischen Konten gehaltenen Kundenvermögen oder dem Kapital, das Lemon benötigt hätte, um eine Lizenz zu sichern, bereitgestellt. Die Abhebungen der Kunden haben jetzt oberste Priorität. Nutzer, die Guthaben auf der Plattform belassen, müssen die Frist am 16. Oktober einhalten, zwei Wochen vor dem ersten Einreichungstermin für Krypto-Anbieter, die im Markt bleiben möchten.

Lemon ist nicht das einzige Krypto-Unternehmen, das sein brasilianisches Geschäft unter dem Lizenzierungsregime ändert. Coinext stellte den Betrieb ein, nachdem es die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllt hatte, während Digitra seinen Einzelhandels-Handelsdienst einstellte. Crypto.com verfolgt einen anderen Ansatz und plant, Konten, die in Reais denominiert sind, am 25. Oktober zu schließen.

Expansion in anderen Märkten

Unternehmen mit mehr Kapital oder tiefergehenden lokalen Operationen setzen ihre Expansionspläne in Brasilien fort. Binance hat die regulatorische Genehmigung im Land erhalten, während Ripple eine Lizenz für Anbieter von virtuellen Vermögenswerten in Brasilien anstrebt. Coinbase hat auch den Zugang zu USDC-Darlehensprodukten in Brasilien über Morpho erweitert.

Die gegensätzlichen Entscheidungen lassen Unternehmen abwägen, welche Einnahmen von brasilianischen Nutzern im Vergleich zu den Kapital-, Compliance- und Betriebskosten, die mit dem neuen System verbunden sind, verfügbar sind. Laut der Erklärung des Unternehmens waren die 15.000 Konten von Lemon nicht ausreichend, um diese Investition zu rechtfertigen.

Regionales Wachstum und Zukunft

Für US-Krypto-Unternehmen stellt Brasiliens Ansatz eine separate Eintrittskosten dar. Argentinien wird einen Teil des durch die brasilianische Schließung freigesetzten Kapitals erhalten. Lemon beschrieb das regulatorische System des Landes als Bereitstellung von „klaren Regeln und einem Sicherheitsumfeld“ und stellte es den wirtschaftlichen Bedingungen des Betriebs unter Brasiliens Rahmen gegenüber.

Bitcoin-Käufe über Lemon in Argentinien erreichten kürzlich einen 20-Monats-Höchststand. Lemon führte den Anstieg als Beweis für ein stärkeres Wachstum in seinem Heimatmarkt an. Peru ist ein weiteres Prioritätsland, wo Lemon von mehr als 1 Million Nutzern berichtet und mit einer Lizenz von der Banken- und Versicherungsaufsicht des Landes, der SBS, operiert.

Die Umverteilung betrifft drei Märkte, in denen Lemon glaubt, dass seine aktuellen Lizenzen, Kundenzahlen und Betriebskosten eine stärkere Basis für die Expansion bieten. Auch andere internationale Börsen haben weiterhin lateinamerikanische Märkte außerhalb Brasiliens verfolgt. Bitget hat die PSAV-Registrierung in Argentinien erhalten, was der Börse einen regulierten Weg eröffnet, um Kunden in Lemons größtem Markt zu bedienen.

Schlussfolgerung

Lemon beschrieb seinen regionalen Plan als Umverteilung und nicht als allgemeinen Rückzug aus Lateinamerika. Brasilien bleibt trotz des Abzugs kleinerer Anbieter einer der aktivsten Krypto-Märkte Lateinamerikas. Lokale Gesetzgeber prüfen einen Vorschlag für eine nationale Bitcoin-Reserve, die schließlich bis zu 1 Million BTC halten könnte. Der Vorschlag steht unabhängig vom Lizenzierungssystem der Zentralbank und hat keine Kaufverpflichtung geschaffen.

Unterdessen haben Lemons verbleibende brasilianische Kunden bis zum 16. Oktober Zeit, um Gelder von der Plattform abzuheben, während Karteninhaber nach dem 30. September keinen Zugang mehr zu Lemon Card-Zahlungen haben werden.

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