Übergangsfrist der MiCA-Regulierung
Die Übergangsfrist der Europäischen Union für die Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) endet am 1. Juli 2026. Ab diesem Datum dürfen Krypto-Börsen, Broker und Wallet-Anbieter, die keine Genehmigung besitzen, keine Kunden aus der EU mehr bedienen. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat klargestellt, dass Unternehmen, die Krypto-Asset-Dienstleistungen für EU-Kunden ohne MiCA-Lizenz nach Ablauf der Frist anbieten, gegen EU-Recht verstoßen und ihren Betrieb einstellen müssen.
Geordnete Abwicklungspläne
Zudem erwartet die ESMA, dass nicht genehmigte Anbieter „geordnete Abwicklungspläne“ vorlegen und ihren Kunden helfen, ihre Krypto-Vermögenswerte zu einem autorisierten Anbieter oder in eine selbstverwaltete Wallet zu übertragen.
Diskrepanz zwischen Registrierungen und Lizenzen
Die Diskrepanz zwischen bestehenden Registrierungen und neuen Lizenzen ist erheblich. Laut einem Bericht von Hogan Lovells hatte Europa im Jahr 2024 mehr als 3.000 Anbieter von virtuellen Vermögenswerten, jedoch nur 194 autorisierte Krypto-Asset-Dienstleister im Mai 2026, einschließlich Kreditinstituten. Die MiCA-Übergangsfrist endet am 1. Juli, und es wird erwartet, dass etwa 75 % der Krypto-Unternehmen in der EU ihren Lizenzstatus verlieren, wenn die Übergangsfristen ablaufen.
Passporting und nationale Genehmigungen
Kürzlich berichtete crypto.news, dass ein Snapshot des ESMA-Registers am 22. Mai 2026 204 autorisierte Anbieter zeigte, was darauf hindeutet, dass Genehmigungen weiterhin in Bewegung sind, jedoch begrenzt bleiben. MiCA ermöglicht auch das Passporting: Ein Unternehmen, das von einem nationalen Regulierer lizenziert ist, kann andere Behörden informieren und Kunden in allen 27 EU-Mitgliedstaaten bedienen. Dieses System stellt die Geschwindigkeit der nationalen Genehmigung und die Qualität der Überprüfung in den Mittelpunkt des Übergangs im Juli.
Warnungen aus Frankreich
Frankreich hat eine der deutlichsten Warnungen ausgesprochen. Die Autorité des Marchés Financiers (AMF) erklärte, dass nur autorisierte Krypto-Asset-Dienstleister ab dem 1. Juli französische Kunden bedienen dürfen. Anbieter, die ohne Genehmigung fortfahren, müssen in Frankreich mit einer zweijährigen Haftstrafe und einer Geldstrafe von bis zu 30.000 Euro rechnen. Die AMF kündigte zudem an, schwarze Listen zu veröffentlichen, die Öffentlichkeit zu warnen und rechtliche Schritte einzuleiten, um Websites zu blockieren.
Dringlichkeit der Lizenzanträge
Die Präsidentin der AMF, Marie-Anne Barbat-Layani, teilte den Journalisten mit, es sei „sehr, sehr dringend“, dass Unternehmen ihre Lizenzanträge abschließen.
Die nationale Umsetzung bleibt jedoch ungleichmäßig. Wie bereits berichtet, hat der Präsident Polens ein MiCA-konformes Krypto-Gesetz trotz der EU-Frist blockiert, während Italien eine frühere lokale Frist für registrierte Anbieter festlegte, um Genehmigungen zu beantragen oder abzuwickeln.
Auswirkungen auf Nutzer
Die Frist wird nicht jeden Nutzer gleich betreffen. Konten bei lizenzierten Börsen sollten weiterhin funktionieren. Nutzer auf Plattformen, die ihre Geschäfte an einen genehmigten europäischen Arm verlagern, müssen möglicherweise neue Bedingungen akzeptieren, ihre Identität erneut verifizieren oder bestätigen, welche juristische Person ihr Konto hält. Unlizenzierte Anbieter müssen aufhören, neue Einzahlungen anzunehmen, und die Kunden anleiten, ihre Vermögenswerte abzuheben, Positionen zu verkaufen oder Gelder zu lizenzierten Unternehmen oder Selbstverwahrungs-Wallets zu transferieren.
Warnungen der ESMA
Die ESMA warnte, dass die MiCA-Schutzmaßnahmen nur für die autorisierte EU-Einheit gelten und nicht unbedingt für andere Unternehmen, die dieselbe Marke verwenden. Darüber hinaus stellte eine Analyse von OKX Europe fest, dass 60 % der europäischen Krypto-Nutzer weiterhin Börsen ohne MiCA-Genehmigung nutzen. Dieselbe Analyse ergab, dass von Mai 2025 bis Mai 2026 7,6 Millionen von 18,5 Millionen Downloads von Börsen-Apps in Europa auf Plattformen ohne gültige Lizenz entfielen.
Fazit
Die Frist im Juli wird testen, ob MiCA einen einheitlichen EU-Krypto-Markt oder ein strengeres System hervorbringt, das durch die Geschwindigkeit der nationalen Genehmigung geteilt wird. Für die Nutzer besteht der nächste Schritt darin, aktiv zu werden: das ESMA-Übergangsregister für MiCA zu überprüfen, die Mitteilungen der Plattformen zu lesen und ihre Vermögenswerte zu bewegen, bevor sich der Zugang ändert.