Apollo Guidance Computer und Bitcoin Mining
Der Computer, der die Apollo-Astronauten zum Mond führte, führte einst die Mining-Berechnungen von Bitcoin durch. Ein virales Video dieses Stunts sorgt diese Woche erneut für Aufsehen in den Krypto-Medien. Der Informatiker Ken Shirriff war in der Lage, eine Apollo Guidance-Maschine zu programmieren, um Bitcoin zu minen. Shirriff veröffentlichte das Projekt erstmals im Juli 2019 auf seinem Blog, was damals von mehreren bekannten Medienhäusern aufgegriffen wurde.
Die Faszination der Geschichte
Der Grund, warum die Geschichte weiterhin das Interesse von Krypto-Enthusiasten weckt, ist einfach: Sie stellt einen der berühmtesten Computer der Geschichte gegen das leistungsstärkste Computernetzwerk der Erde. Die Kluft zwischen ihnen erklärt das Proof-of-Work-System, das Bitcoin-Mining-System, besser als jedes Diagramm.
Technische Details des Apollo Guidance Computers
Der Apollo Guidance Computer (AGC) übernahm die Navigation und die Triebwerkskontrolle bei den Apollo-Missionen. Laut Shirriff wiegt er etwa 32 Kilogramm (70 Pfund), hat 2K Wörter RAM (ungefähr 4 Kilobyte), 36K Wörter nur-lesbaren Speicher und kann etwa 40.000 Additionen pro Sekunde durchführen. Diese spezielle Einheit ging nie ins All, aber Shirriff glaubt, dass sie in LTA-8, einem Testgerät für das Mondlandemodul, installiert war. Ihr privater Besitzer hatte sie in den 1970er Jahren von einem Schrottplatz abgeholt, nachdem die NASA sie verworfen hatte. Shirriff restaurierte sie zusammen mit Mike Stewart, Carl Claunch und Marc Verdiell, dem Ingenieur hinter dem CuriousMarc YouTube-Kanal.
Mining mit dem AGC
Shirriff schrieb den Mining-Code in AGC-Assemblersprache. Der Computer benötigte 5,15 Sekunden, um einen einzelnen SHA-256-Hash zu berechnen, die kryptografische Funktion, die Bitcoin verwendet. Da das BTC-Mining jeden Block-Header zweimal hasht, ergibt das 10,3 Sekunden pro Bitcoin-Hash. Um zu beweisen, dass der Code funktionierte, speiste er Block 286.819 ein, einen Block, der bereits gemined wurde, und der AGC reproduzierte das korrekte Ergebnis, verdiente aber nie einen Satoshi.
Vergleich mit anderen Minern
Der Mondcomputer ist nicht einmal der langsamste Miner in Shirriffs Sammlung. Er hat auch auf einem IBM 1401-Mainframe aus den frühen 1960er Jahren gemined, der 80 Sekunden pro Hash benötigte, während ein Xerox Alto von 1973 1,5 Hashes pro Sekunde schaffte.
Aktuelle Mining-Schwierigkeiten
Im Jahr 2019 lief das Bitcoin-Netzwerk mit etwa 65 Exahashes pro Sekunde (EH/s), also 65 Quintillionen Hashes pro Sekunde. Bei dieser Schwierigkeit berechnete Shirriff, dass der AGC im Durchschnitt etwa 4×10^23 Sekunden benötigen würde, um einen Block zu finden. Da das Universum ungefähr 4,3×10^17 Sekunden alt ist, bedeutete das „ungefähr eine Million Mal das Alter des Universums“.
Das Netzwerk ist seitdem stark gewachsen, und die Hashrate von Bitcoin lag nach der Anpassung der Schwierigkeit am 5. September bei 934 EH/s, was die Mining-Schwierigkeit um 1,31 % auf 127,45 Billionen erhöhte. Das sind etwa 14 Mal die Hashrate, gegen die Shirriff ankämpfen musste. Wenn man seine Schätzung mit diesem Faktor multipliziert, würde der AGC jetzt ungefähr 5,8×10^24 Sekunden benötigen, um einen Block zu finden, oder etwa 13 Millionen Mal das Alter des Universums.
Marktentwicklung und Bitcoin-Preise
Die nächste Anpassung der Schwierigkeit wird bald erwartet, wobei ein aktueller Bericht zeigt, dass der Hashpreis (der Umsatz, den Miner pro Einheit Rechenleistung verdienen) um 22,24 % auf 39,63 $ pro Petahash pro Tag gestiegen ist, während die Gebühren nur 0,43 % der Minerbelohnungen ausmachten. Das macht die Blocksubvention zum Hauptfaktor, der die Maschinen eingeschaltet hält.
Der Preis von Bitcoin erreichte gestern 81.000 $, was einen willkommene Anstieg für eine Branche darstellt, deren Schwierigkeit 13 % unter dem Niveau liegt, wo sie das Jahr begonnen hat. Bitcoin stieg am Freitag über 81.000 $ und erreichte ein Tageshoch von 81.238 $, bevor er sich bei etwa 80.800 $ mit einer Marktkapitalisierung von 1,62 Billionen $ einpendelte.