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Regulierungssqueeze: MiCA-Frist, CLARITY-Gesetz und Verschärfungen in UK und Japan

vor 3 Stunden
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Regulatorische Entwicklungen im Krypto-Sektor

Die Frist für die MiCA-Verordnung im Juli 2026, das US-CLARITY-Gesetz sowie das Memorandum of Understanding (MoU) zwischen der SEC und der CFTC setzen margenarme Krypto-Plattformen weltweit unter Druck und führen zu einem globalen Lizenzierungsreset.

MiCA-Regime in Europa

Das MiCA-Regime in Europa geht in die Endphase, da die Übergangsfrist für bestehende Krypto-Asset-Dienstleister (CASPs) am 1. Juli 2026 endet. Nach diesem Datum muss jedes Unternehmen, das keine vollständige MiCA-Autorisierung besitzt, seine Geschäfte einstellen. Die ESMA hat gewarnt, dass bis zu diesem Datum „jeder nicht autorisierte CASP seinen Abwicklungsplan umgesetzt haben muss“, während nationale Regulierungsbehörden wie die französische AMF bereits Unternehmen daran erinnern, dass das Betreiben ohne Lizenz nach der Frist zu Gefängnisstrafen und Geldbußen führen kann.

Berichten zufolge haben in der gesamten EU mehr als 40 CASPs die vollständige MiCA-Autorisierung gesichert oder stehen kurz davor, während etwa 18 % der europäischen Plattformen sich entschieden haben, ihre Geschäfte einzustellen oder ganz aus den Märkten auszutreten, anstatt die Kosten für die Einhaltung zu tragen, so eine Untersuchung von Zitadelle AG und regionalen Beratungsunternehmen.

Die Großvaterregelungen von MiCA erlauben es bestehenden Unternehmen, bis spätestens 1. Juli 2026 nach nationalem Recht zu operieren, doch viele Mitgliedstaaten haben dieses Zeitfenster verkürzt, was einen „darwinistischen Selektionsprozess“ beschleunigt, der größere, gut kapitalisierte oder von Natur aus konforme Plattformen begünstigt.

Entwicklungen in den USA

In den Vereinigten Staaten schreitet das CLARITY-Gesetz im Senat voran, nachdem es 2025 das Repräsentantenhaus passiert hat. Es legt die erste umfassende gesetzliche Trennung zwischen digitalen Rohstoffen, die von der CFTC überwacht werden, und digitalen Wertpapieren, die von der SEC überwacht werden, fest.

Am 11. März 2026 unterzeichneten die SEC und die CFTC ein Memorandum of Understanding zur Koordinierung der Krypto-Überwachung, wobei die SEC später eine Auslegung veröffentlichte, die besagt, dass die Behörden die Gesetze für Wertpapiere und Rohstoffe konsistent mit diesem neuen Rahmenwerk anwenden würden, was jahrelange Kompetenzstreitigkeiten beendete.

Regulierungen im Vereinigten Königreich und Japan

Großbritannien hat unterdessen ein spezielles Krypto-Asset-Regime durch die Änderung des Financial Services and Markets Act 2000 (FSMA) festgelegt, indem es von einer engen, auf Geldwäschebekämpfung fokussierten Registrierung zu einer vollständigen FCA-Autorisierung und einer aufsichtsrechtlichen Überwachung übergeht. Die Financial Services and Markets Act 2000 (Cryptoassets) Regulations 2026 erweitern den regulatorischen Rahmen im Vereinigten Königreich, führen einen „UK-Nexus-Test“ ein, der ausländische Unternehmen erfasst, die lokale Verbraucher ansprechen, und sollen bis zum 25. Oktober 2027 vollständig wirksam werden. Dies zwingt globale Börsen und Broker, eine FSMA-Lizenz zu beantragen, wenn sie Zugang zum britischen Markt wollen.

Japan verschärft ebenfalls seinen bereits strengen Ansatz, indem es die Krypto-Überwachung enger mit seinen Gesetzen über Wertpapiere und Finanzinstrumente in Einklang bringt. Die politischen Entscheidungsträger streben eine vollständige Umsetzung neuer Regeln bis zum Haushaltsjahr 2027 an, wie lokale politische Dokumente und Briefings von Anwaltskanzleien zeigen.

Fazit: Regulatorischer Darwinismus

Zusammen ergeben diese Maßnahmen das, was die Analyse von Zitadelle als „regulatorischen Darwinismus“ bezeichnet: Kleine, margenarme Plattformen sterben oder verkaufen; große, gut kapitalisierte Börsen, Broker und Stablecoin-Emittenten konsolidieren die Liquidität, insbesondere in der EU, während die MiCA-Frist im Juli näher rückt.