Ripple und die SEC-Klage
Ripple-CEO Brad Garlinghouse erklärte, dass das Unternehmen ernsthaft in Betracht zog, sich zu schließen, nachdem die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) im Dezember 2020 Klage gegen Ripple erhoben hatte. Er berichtete, dass er und Mitgründer Chris Larsen darüber diskutierten, die XRP-Bestände von Ripple anteilig an die Aktionäre zu verteilen und das Unternehmen aufzulösen. Garlinghouse bezeichnete diese Option als den einfacheren Weg im Kampf gegen eine Behörde mit „unendlicher Macht und Ressourcen“.
Entscheidung gegen den Shutdown-Plan
Letztendlich wies das Unternehmen den Shutdown-Plan zurück, da dies Hunderte von Arbeitsplätzen gefährdet hätte. Garlinghouse betonte, dass Ripple sich entschieden habe, sich zu verteidigen, obwohl das Ergebnis ungewiss blieb.
„Im Nachhinein bin ich froh über diese Entscheidung, aber zu diesem Zeitpunkt war das nicht offensichtlich,“
sagte er während eines Vortrags an der University of Kansas School of Business. Er schätzte, dass Ripple etwa 150 Millionen Dollar für den Rechtsstreit ausgegeben hat.
Reaktionen und rechtliche Herausforderungen
Ein Beitrag von Wu Blockchain, der am 12. Juli veröffentlicht wurde, lenkte neue Aufmerksamkeit auf Ripples interne Reaktion in den frühesten Monaten des Rechtsstreits. Die SEC beschuldigte Ripple, Garlinghouse und Larsen, nicht registrierte Wertpapierverkäufe durch XRP durchgeführt zu haben, und gab an, dass Ripple mehr als 1,3 Milliarden Dollar gesammelt habe. Die Klage setzte das US-Geschäft des Unternehmens, Partnerschaften und den Zugang zu institutionellen Kunden unter Druck und schuf jahrelange Unsicherheit darüber, wie das Bundeswertpapierrecht auf XRP-Transaktionen anwendbar war.
Garlinghouse berichtete auch, dass er zwischen 2017 und 2019 viermal ohne Anwalt mit SEC-Beamten gesprochen habe. Er erklärte, die Beamten hätten ihn nie gewarnt, dass XRP als Wertpapier behandelt werden könnte, was Ripples Entscheidung beeinflusste, den Fall anzufechten.
Urteil und Folgen
Richterin Analisa Torres erließ im Juli 2023 ein geteiltes Urteil. Sie stellte fest, dass Ripples programmatische XRP-Verkäufe an öffentlichen Börsen keine Wertpapiertransaktionen darstellten, entschied jedoch, dass einige direkte Verkäufe an institutionelle Käufer gegen Wertpapiergesetze verstießen. Das Gericht ordnete später an, dass Ripple eine zivilrechtliche Geldstrafe von 125 Millionen Dollar zahlen und es ihm untersagt wurde, nicht registrierte institutionelle Verkäufe zu wiederholen.
Ripple und die SEC versuchten, den verbleibenden Streit im Jahr 2025 beizulegen. Ihr Vorschlag hätte die Strafe auf 50 Millionen Dollar reduziert und die einstweilige Verfügung aufgehoben. Richterin Torres wies den Antrag jedoch zurück, da das Gericht bereits ein endgültiges Urteil gefällt hatte. Beide Seiten zogen daraufhin ihre Berufungen zurück, und der Second Circuit schloss den Fall am 22. August 2025.
Auswirkungen auf Ripple und die Krypto-Industrie
Eine Überprüfung des Falls durch crypto.news stellte fest, dass das Ende der Berufungen das ursprüngliche Urteil nicht aufhob. Ripple sah sich weiterhin der Geldstrafe von 125 Millionen Dollar und der dauerhaften einstweiligen Verfügung gegenüber, die mit zukünftigen institutionellen XRP-Verkäufen verbunden war. Der börsenbasierte XRP-Handel erhielt unter dem Urteil von 2023 eine klarere Behandlung, jedoch schuf die Entscheidung keine einheitliche bundesstaatliche Regel für jede Transaktion mit digitalen Vermögenswerten.
Ripple setzte seine Expansion nach der Klage fort. Jüngste Berichterstattung von crypto.news berichtete, dass das Unternehmen eine vollständige Lizenz für Märkte in Krypto-Assets in Luxemburg erhalten hat. Diese Genehmigung ermöglicht es Ripple, regulierte Krypto-Dienste im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum anzubieten und gibt dem Unternehmen einen klareren operativen Rahmen in Europa als derzeit in den Vereinigten Staaten.
US-Gesetzgeber debattieren weiterhin über Marktstrukturregeln, die definieren könnten, wann digitale Vermögenswerte unter die Aufsicht von Wertpapieren oder Rohstoffen fallen. Für Ripple zeigt die Offenlegung der drohenden Schließung, wie der Druck durch die Durchsetzung seine Strategie und Ausgaben über mehrere Jahre geprägt hat. Das Unternehmen überstand den Rechtsstreit, hielt seine Belegschaft und expandierte ins Ausland, während einige Einschränkungen aus dem endgültigen Urteil weiterhin aktiv bleiben.