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Russland legalisiert Kryptowährungen, doch 69% der Bevölkerung sehen keinen praktischen Nutzen

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Kryptowährungen in Russland: Umfrageergebnisse und gesetzliche Rahmenbedingungen

Fast sieben von zehn befragten Russen konnten keinen praktischen Grund für die Nutzung von Kryptowährungen angeben, während das Land sich darauf vorbereitet, einen regulierten Markt für digitale Vermögenswerte zu eröffnen. Eine von Rambler&Co durchgeführte Umfrage, die am 4. August von TASS veröffentlicht wurde, ergab, dass 69 % der Befragten nach der Legalisierung keinen persönlichen Anwendungsfall für Kryptowährungen sahen. Nur 8 % erwähnten die Bezahlung von Auslandskäufen, während 6 % langfristige Investitionen und die Diversifizierung ihrer Ersparnisse auswählten. Weitere 4 % nannten Geschäftstransfers und Transaktionen.

Die Ergebnisse wurden veröffentlicht, nachdem Präsident Wladimir Putin am 4. August das neue Bundesgesetz „Über digitale Währungen und digitale Rechte“ unterzeichnet hatte. Dieses Gesetz schafft regulierte Kanäle für den Handel, die Verwahrung und die Abwicklung im Außenhandel, erlaubt es den Verbrauchern jedoch nicht, innerhalb Russlands mit Kryptowährungen für gewöhnliche Waren und Dienstleistungen zu bezahlen.

Wissen und Nutzung von Kryptowährungen

Mehr als die Hälfte der Befragten, nämlich 54 %, gaben an, fast nichts über die Funktionsweise von Kryptowährungen zu wissen. Weitere 23 % sagten, dass fragmentierte und widersprüchliche Informationen es schwierig machten, den Sektor zu verstehen. Nur 17 % gaben an, die Grundlagen zu verstehen, wollten jedoch klarere Erklärungen und praktische Beispiele. Lediglich 6 % beschrieben sich als sachkundige Nutzer mit direkter Erfahrung.

Die Umfrage ergab zudem, dass 52 % keine Kryptowährungen verwendeten und nicht bestimmen konnten, wie sich die Legalisierung auf ihr Leben auswirken würde. 22 % sagten jedoch, dass eine Regulierung des Marktes vorzuziehen sei, als ihn im Schatten zu belassen. Weitere 20 % begrüßten den Schritt in Richtung formeller Regeln.

„Die Umfrage misst Erwartungen an die Legalisierung, nicht das Verhalten unter einem funktionierenden regulierten Markt.“

Regulierung und Marktstruktur

Russlands neues Rahmenwerk erkennt Kryptowährungen als Eigentum an und etabliert regulierte Vermittler, einschließlich Börsen, Broker, Vermögensverwalter, Krypto-Börsendienste und digitale Verwahrstellen. Die wichtigsten Bestimmungen treten am 1. September in Kraft. Bestehende Unternehmen haben eine Übergangsfrist, bevor die Regeln, die Transaktionen über lizenzierte Vermittler vorschreiben, am 1. Juli 2027 verbindlich werden.

Die Legalisierung verwandelt Bitcoin oder Stablecoins jedoch nicht in gesetzliches Zahlungsmittel. Das Gesetz verbietet weiterhin Krypto-Zahlungen für Waren, Arbeiten und Dienstleistungen innerhalb Russlands. Es erlaubt bestimmte Ausnahmen, einschließlich Außenhandelsverträge, Mining-Belohnungen, Blockchain-Gebühren und Transaktionen mit anderen digitalen Vermögenswerten.

Diese Unterscheidung könnte helfen, die Umfrageergebnisse zu erklären. Die meisten Verbraucher werden nicht in der Lage sein, Kryptowährungen für alltägliche Einkäufe, Gehälter oder Haushaltsrechnungen zu verwenden. Die klarsten rechtlichen Funktionen betreffen Investitionen, Verwahrung und internationale Transaktionen und nicht tägliche Einzelhandelszahlungen.

Erwartungen und Herausforderungen

Wie bereits berichtet, werden gewöhnliche Investoren innerhalb von Grenzen und Testanforderungen agieren, während Unternehmen einen breiteren Kanal für grenzüberschreitende Abwicklungen erhalten. Die Umfrage legt nahe, dass die bloße rechtliche Verfügbarkeit möglicherweise keine Akzeptanz schafft. Die Befragten legten mehr Wert auf klare Informationen, definierte Verantwortlichkeiten und vertrauenswürdige Plattformen.

Etwa 38 % wollten ehrliche Informationen ohne Versprechungen schneller Gewinne. Weitere 36 % priorisierten klare Gesetze, die Einschränkungen und Verantwortlichkeiten erklären. Lizenzierte Plattformen waren für 16 % wichtig, während 10 % einfachere Schnittstellen und Unterstützung für Anfänger wünschten.

Am 27. Juli veröffentlichte die Zentralbank erste Entwurfsregeln für organisierten Krypto-Handel, Vermögensbuchhaltung und digitale Verwahrstellen. Vorgeschlagene Kapitalanforderungen für digitale Verwahrstellen reichen von 50 Millionen bis 250 Millionen Rubel, abhängig von ihren Aktivitäten.

Der nächste Test beginnt, wenn das Gesetz am 1. September in Kraft tritt und lizenzierte Produkte die Kunden erreichen. Die Akzeptanz wird davon abhängen, welche Kryptowährungen verfügbar werden, wie schwierig die Investorenprüfungen sind, welche Gebühren die Plattformen erheben und ob die Nutzer einen Nutzen über Spekulation hinaus sehen.

Die neuesten Ergebnisse von Rambler&Co weisen jedoch auf ein klares Hindernis hin. Russland hat einen legalen Markt etabliert, bevor die meisten befragten Verbraucher identifiziert haben, warum sie daran teilnehmen würden. Regulierungsbehörden und Finanzunternehmen können Börsen, Brieftaschen und Verwahrungsdienste schaffen. Ob diese Produkte eine breitere Akzeptanz erzeugen, wird von dem öffentlichen Verständnis, Vertrauen und praktischen Dienstleistungen abhängen, die innerhalb des fortdauernden Verbots von Krypto-Zahlungen im Inland passen.

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