Sberbank plant Einführung einer Krypto-Infrastruktur
Sberbank plant, bis zum 1. Dezember 2026 eine Infrastruktur für den Kryptowährungshandel sowie ein digitales Depot einzuführen. Dieses System wird den regulierten Krypto-Handel, die Verwahrung und die Abwicklung für berechtigte Kunden in Russland unterstützen. Das Projekt folgt der Genehmigung neuer Regeln für Krypto-Börsen, Broker, Banken und digitale Depots.
Regulatorischer Rahmen und digitale Depotfunktionen
Russland wird den umfassenderen regulatorischen Rahmen am 1. September 2026 einführen, während Unternehmen zusätzliche Zeit erhalten, um die Lizenzanforderungen zu erfüllen. Laut Interfax wird das digitale Depot von Sberbank das Eigentum der Kunden an Kryptowährungen erfassen und viele Transaktionen außerhalb öffentlicher Blockchain-Netzwerke berücksichtigen. Die Bank wird auch aktive Wallets für Einzahlungen, Abhebungen und Überweisungen verwalten.
„Sber plant, die notwendige Infrastruktur zu implementieren und das digitale Depot bis zum 1. Dezember 2026 zu starten.“ – Alexander Vedyakhin, erster stellvertretender Vorsitzender von Sberbank
Details zu Gebühren und Kundeneignung
Sberbank hat bislang noch keine Informationen zu den Kryptowährungen veröffentlicht, die ihre Plattform unterstützen wird. Auch Gebühren, Regeln zur Kundeneignung oder Abhebungslimits wurden noch nicht bekannt gegeben. Diese Details könnten von den unterstützenden Vorschriften abhängen, die die russischen Behörden noch genehmigen müssen.
Unter der geplanten Struktur könnten Kunden Krypto-Rechte innerhalb des Systems von Sberbank halten. Die Bank würde dann ihre kontrollierten Wallets verwenden, wenn Kunden Vermögenswerte auf externe Adressen einzahlen, abheben oder übertragen.
Investoren und regulatorische Anforderungen
Die Bank von Russland erklärte, dass der neue Rahmen qualifizierten und nicht qualifizierten Investoren den Kauf von Kryptowährungen über regulierte Vermittler ermöglichen wird. Allerdings werden unterschiedliche Limits für jede Gruppe gelten. Nicht qualifizierte Investoren müssen einen Wissenstest bestehen, bevor sie berechtigte Kryptowährungen kaufen können. Sie dürfen bis zu 300.000 Rubel pro Jahr über einen Vermittler in Krypto investieren.
Der öffentliche Zugang wird sich auf Vermögenswerte konzentrieren, die den von den Regulierungsbehörden festgelegten Liquiditäts- und Marktgrößenstandards entsprechen. Qualifizierte Investoren müssen ebenfalls Tests ablegen, haben jedoch Zugang zu einer breiteren Palette von Vermögenswerten ohne dasselbe jährliche Limit.
Überwachung und zukünftige Entwicklungen
Die Bank von Russland wird den Markt überwachen und Standards für Verwahrung, Buchhaltung und Kundenschutz festlegen. Russland wird weiterhin Krypto-Zahlungen für Waren und Dienstleistungen im Land verbieten. Unternehmen dürfen jedoch Krypto für genehmigte grenzüberschreitende Abrechnungen verwenden.
Einwohner müssen möglicherweise auch einige ausländische Krypto-Bestände und Transaktionen den Steuerbehörden melden. Der Rahmen tritt am 1. September 2026 in Kraft. Unternehmen, die von den neuen Regeln betroffen sind, haben bis zum 1. Juli 2027 Zeit, Lizenzen zu sichern und ihre Systeme in Übereinstimmung zu bringen.
Sberbank und der digitale Vermögenssektor
Sberbank ist seit dem Beitritt zum Register der Informationssystembetreiber im Jahr 2022 im regulierten digitalen Vermögenssektor Russlands tätig. Die Bank hat digitale Finanzanlagen und strukturierte Produkte ausgegeben, die an Bitcoin, Ethereum und Krypto-Körbe gebunden sind.
Wie bereits zuvor berichtet, bereitete Sberbank eine Krypto-Wallet und ein digitales Vermögensdepot vor dem Start des neuen Rahmens vor. Der Bericht besagte, dass die Bank auch den Zugang zu ausländischen Krypto-Börsen in Betracht ziehen könnte, abhängig von den endgültigen regulatorischen Anforderungen.
Krypto-Kredite und Verwahrungsdienste
Sberbank hat auch Krypto-gestützte Kredite getestet. Im Dezember 2025 schloss die Bank einen Pilotkredit mit dem russischen Bitcoin-Miner Intelion Data ab, wobei das Unternehmen die geschürfte Kryptowährung als Sicherheit zur Verfügung stellte. Reuters berichtete, dass Sberbank später in Betracht zog, ähnliche Kredite an Unternehmenskunden anzubieten.
Die Bank erklärte, dass Miner und Unternehmen, die digitale Vermögenswerte halten, Interesse gezeigt hätten, Krypto als Sicherheit zu verwenden. Zudem hat die Bank Krypto-Verwahrungsdienste untersucht.
Vorbereitung anderer Finanzinstitute
Im Juli 2025 berichtete Reuters, dass Sberbank Vorschläge an die Zentralbank zur Speicherung der Krypto-Vermögenswerte russischer Kunden über regulierte Bankinfrastruktur eingereicht hatte. Auch andere russische Finanzinstitute bereiten Dienstleistungen unter dem neuen Rahmen vor. Laut crypto.news entwickeln VTB und T-Bank digitale Depotdienste, während die Moskauer Börse regulierte Krypto-Operationen in Betracht zieht. Alfa-Bank hat ebenfalls begrenzte Krypto-Dienste und Verwahrungstools getestet.
Diese Projekte zeigen, dass große russische Finanzgruppen ihre Systeme um die neuen Regeln herum positionieren, bevor die Lizenzfrist im Juli 2027 abläuft. Der regulierte Markt wird die Verantwortlichkeiten zwischen Banken, Brokern, Börsen und Depots aufteilen. Broker können Kundenaufträge bearbeiten, während Börsen Handelsdienstleistungen anbieten. Digitale Depots werden die Kundenrechte und Verwahrungsvereinbarungen erfassen.
Das Ziel von Sberbank, am 1. Dezember zu starten, platziert ihr Projekt innerhalb des regulatorischen Übergangszeitraums. Bevor der Dienst eröffnet wird, muss die Bank ihre Wallet-, Handels-, Buchhaltungs- und Verwahrungssysteme abschließen und die unterstützten Vermögenswerte, Gebühren sowie Anforderungen an den Kundenzugang veröffentlichen.