Vorschlag der SEC zur Anerkennung von Blockchain-Register
Die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) hat einen Vorschlag unterbreitet, der die jahrzehntealten Regeln für Übertragungsagenten durch einen neuen Rahmen ersetzen würde, der Blockchain-Register als offizielle Eigentumsnachweise für Wertpapiere anerkennt. Die SEC erklärte, dass ihr vorgeschlagener Umbau der Übertragungsagenten elektronische Datenbanken, einschließlich verteilter Ledger, als Systeme anerkennen würde, die das offizielle Register für den Eigentum an Wertpapieren führen können. Diese Änderung würde die Regeln aktualisieren, die vor dem Eintritt von blockchain-basierten Wertpapieren in die US-Kapitalmärkte geschaffen wurden.
Aktuelle Herausforderungen bei der Tokenisierung
In vielen aktuellen Tokenisierungsmodellen dient ein On-Chain-Token nicht als endgültiger rechtlicher Eigentumsnachweis. Übertragungsagenten und Emittenten führen stattdessen ein separates Aktionärsregister außerhalb der Blockchain, während das digitale Token die Übertragungen On-Chain verfolgt. Der Betrieb beider Systeme erfordert, dass die Parteien ihre Aufzeichnungen nach Transaktionen vergleichen. Ein Unterschied zwischen dem Blockchain-Ledger und dem rechtlich anerkannten Register kann Unsicherheit darüber schaffen, welche Partei das zugrunde liegende Wertpapier besitzt.
„Der Plan könnte das bestehende ‚Zwei-Schritte‘-Modell auf einen ‚Ein-Schritt‘-Prozess reduzieren.“ – Eli Cohen, Chief Legal Officer der tokenisierten Fondsplattform Centrifuge
Vorteile des neuen Vorschlags
Nach dem Vorschlag der SEC könnte ein qualifiziertes Blockchain-Ledger das Hauptbesitzregister werden, anstatt eine parallele Datenbank zu sein. Übertragungsagenten könnten das Ledger nutzen, um Inhaber zu registrieren und Änderungen aufzuzeichnen, ohne jede Transaktion in einem anderen System neu zu erstellen. Es ist wichtig zu betonen, dass dieser Vorschlag nicht automatisch jedes Blockchain-Netzwerk oder jede Token-Struktur für die offizielle Aufzeichnung genehmigt. Übertragungsagenten, die die Technologie nutzen, müssten weiterhin die Regeln der SEC für Registrierung, Aufzeichnungsgenauigkeit, Vermögensschutz und regulatorische Berichterstattung einhalten.
Compliance und rechtliche Verantwortlichkeiten
Joris Delanoue, CEO des registrierten On-Chain-Übertragungsagenten Fairmint, erklärte, dass Compliance-Kontrollen weiterhin innerhalb der Betriebsstruktur des Vermögenswerts angesiedelt wären. Tokenisierte Wertpapiere könnten eine Identitätsüberprüfung, Überprüfungen der Anlegerberechtigung und Einschränkungen bei Übertragungen an nicht genehmigte Wallets erfordern. Ein Übertragungsagent wäre weiterhin verantwortlich für die Pflege genauer Eigentumsinformationen und die Bearbeitung von Änderungen, die nicht durch eine gewöhnliche Token-Übertragung abgeschlossen werden können.
Laut Delanoue könnte die blockchain-basierte Verarbeitung die Zeit für einige administrative Maßnahmen von drei bis fünf Tagen auf etwa einen Tag reduzieren. Die Technologie würde ändern, wie Eigentumsanweisungen aufgezeichnet und verarbeitet werden, aber sie würde die rechtlichen Verantwortlichkeiten des Übertragungsagenten nicht beseitigen.
Unterscheidung zwischen regulierten Wertpapieren und Krypto-Assets
Für US-Investoren trennt die Unterscheidung regulierte tokenisierte Wertpapiere von Krypto-Assets, die frei zwischen Wallets bewegt werden können. Ein Blockchain-Eintrag könnte das offizielle Eigentumsregister werden, aber der Eigentümer müsste weiterhin die an das Wertpapier angehängten Regeln erfüllen. Die Erlaubnis, dass ein Ledger als offizielles Register dient, könnte die Notwendigkeit beseitigen, zwei Eigentumsdatenbanken nach jeder Übertragung abzugleichen.
Aktuelle Funktionen von Übertragungsagenten
Aktuell führen Übertragungsagenten mehrere Funktionen über die Aufzeichnung von Käufen und Verkäufen hinaus aus. Die Anlegerleitlinien der SEC besagen, dass sie Änderungen im Eigentum verfolgen, Emittentenaufzeichnungen führen und Zahlungen wie Dividenden an registrierte Inhaber verteilen. Die Verwendung einer Blockchain als Hauptregister könnte die Transaktionshistorie und die rechtlich anerkannten Aktionärslisten im selben System zusammenführen.
Öffentliche Kommentare und zukünftige Entwicklungen
Der Vorschlag der SEC wirft auch betriebliche Fragen zu Ledgers auf, die nicht ausschließlich von einem Übertragungsagenten kontrolliert werden. Der Regelungsprozess der SEC sucht öffentliche Beiträge, bevor die Kommission entscheidet, ob sie den Text überarbeiten und eine endgültige Regel annehmen möchte. Die Integrität der Aufzeichnungen, Cybersicherheit, Zugangskontrollen und die Fähigkeit, rechtlich erforderliche Änderungen zu verarbeiten, bleiben zentral für die Arbeit des Übertragungsagenten.
Öffentliche Kommentare bleiben 60 Tage lang offen, wobei der Zeitraum Anfang November enden soll. Die SEC kann den Vorschlag nach Überprüfung der Einreichungen überarbeiten, bevor sie entscheidet, ob sie eine Abstimmung über eine endgültige Regel abhalten möchte.