Gerichtsurteil in Singapur
Ein Gericht in Singapur hat mehr als 3 Millionen Dollar Schadensersatz an 40 Investoren zugesprochen, nachdem Terraform Labs und Mitbegründer Do Kwon für betrügerische Falschaussagen im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von TerraUSD im Jahr 2022 verantwortlich gemacht wurden.
Details des Urteils
Laut dem Urteil des Singapore International Commercial Court (SICC) vom 29. Juni umfasst die Entscheidung die zweite Tranche einer Sammelklage, die von 275 Investoren eingereicht wurde, die Entschädigung für Verluste suchten, die während des Zusammenbruchs des algorithmischen Stablecoins TerraUSD (UST) im Mai 2022 entstanden sind.
Das jüngste Urteil folgt auf die Entscheidung der ersten Tranche des Gerichts im Jahr 2025, die feststellte, dass Terraform Labs Pte Ltd und Do Kwon haftbare betrügerische Darstellungen gemacht hatten. Es berücksichtigt auch die Leitlinien aus der Entscheidung des Singapore Court of Appeal im März 2026, die die Methode zur Berechnung von Schadensersatz überarbeitete, indem ein höherer Grenzwert von etwa 0,60485 Dollar pro UST angenommen wurde.
Falsche Darstellungen und deren Folgen
In seinem Urteil stellte das SICC fest, dass Terraform und Kwon UST fälschlicherweise als Stablecoin darstellten, der in der Lage sei, seinen Dollar-Peg zuverlässig durch einen Algorithmus, Reserven und ein LUNA-basiertes Arbitrage-Mechanismus aufrechtzuerhalten. Laut dem Gericht erschienen diese Aussagen auf der Website von Terraform, in Whitepapers und öffentlichen Mitteilungen, obwohl sie falsch oder mit rücksichtsloser Missachtung ihrer Genauigkeit gemacht wurden.
Das Gericht stellte fest, dass einige Investoren sich auf diese Behauptungen verließen, als sie UST kauften oder hielten, was zu finanziellen Verlusten führte, nachdem der Stablecoin seinen Peg verlor. Der Schadensersatz wurde daher auf Basis des Vertrauens für Bestände bis zum 12. Mai 2022 berechnet, während Verluste nach diesem Datum als zu spekulativ für eine Entschädigung behandelt wurden.
Rechtliche Herausforderungen für Terraform
Die frühere Entscheidung des Berufungsgerichts zur Erhöhung der UST-Grenzwertbewertung führte zu einer höheren Entschädigung für berechtigte Antragsteller als unter dem ursprünglichen Schadensmodell. Das Urteil aus Singapur fügt sich in die wachsenden rechtlichen Herausforderungen von Terraform ein, nachdem das Unternehmen ein Kapitel-11-Insolvenzverfahren in den Vereinigten Staaten eingeleitet hat.
Die Forderungsabstimmung für Gläubiger ist im Gange, und weitere Rückzahlungen für Investoren werden voraussichtlich weitgehend von den Verteilungen aus dem Insolvenzvermögen abhängen, neben dem Ausgang anderer anhängiger Rechtsstreitigkeiten.
Zusätzliche rechtliche Schritte
Anfang dieses Jahres verklagte der gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter von Terraform auch den Market Maker Jane Street und behauptete, das Unternehmen habe vertrauliche Informationen genutzt und die Märkte manipuliert, um während des Zusammenbruchs des Terra-Ökosystems Gewinne zu erzielen. Jane Street wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete die Klage als Versuch, Geld zu erpressen, und behauptete, dass die Verluste der Terra-Investoren auf Betrug zurückzuführen seien, der von der eigenen Geschäftsführung von Terraform begangen wurde.
Strafrechtliche Verfahren gegen Do Kwon
Do Kwon, der nach einem Schuldbekenntnis zu Betrugsanklagen in den Vereinigten Staaten zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, sieht sich auch in Südkorea weiterhin strafrechtlichen Verfahren sowie anderen rechtlichen Schritten im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch gegenüber.
Auswirkungen auf zukünftige Sammelklagen
Laut dem Urteil des SICC und den damit verbundenen Gerichtsverfahren fügt sich der Fall in eine Reihe von rechtlichen Schritten ein, die untersuchen, wie Krypto-Projekte Risiken an Investoren vor großen Misserfolgen kommunizierten. Die Feststellungen des Gerichts könnten auch zukünftige Sammelklagen im Zusammenhang mit digitalen Vermögensprojekten beeinflussen, während Regulierungsbehörden in mehreren Jurisdiktionen weiterhin stärkere Offenlegungsstandards für Stablecoin- und DeFi-Produkte fordern.