Einführung
Die südafrikanische Steuerbehörde (SARS) hat einen Entwurf veröffentlicht, der beschreibt, wie Krypto-Assets gemäß den aktuellen Steuergesetzen des Landes besteuert werden sollten. Der Vorschlag sucht bis zum 31. August 2026 öffentliches Feedback, bevor die SARS an einer endgültigen Version arbeitet.
Steuerliche Behandlung von Krypto-Assets
Der Entwurf schafft kein neues Steuerrecht für Kryptowährungen, sondern erläutert, wie die bestehenden Regeln des Einkommensteuergesetzes von 1962 auf Personen angewendet werden können, die Krypto-Assets kaufen, verkaufen, tauschen, ausgeben, minen, staken oder erhalten.
Die SARS gibt an, dass der Leitfaden ausgewählte Fragen zur Einkommensteuer und zur Kapitalertragsteuer im Zusammenhang mit Krypto behandelt. Zudem wird erwähnt, dass der Entwurf keine Regelungen zur Mehrwertsteuer enthält, was bedeutet, dass die Behandlung von Mehrwertsteuer außerhalb des Geltungsbereichs dieses Dokuments bleibt.
„Krypto-Assets sind keine ‚Währung‘ und folglich keine ‚ausländische Währung‘.”
Diese Formulierung ist wichtig, da sie Krypto innerhalb der aktuellen Regeln für Einkommen und Kapitalgewinne und nicht innerhalb der Devisenregeln einordnet.
Details zur steuerlichen Behandlung
Crypto.news berichtete bereits, dass die SARS Krypto als immateriellen Vermögenswert betrachtet. Der neue Entwurf erweitert diese Position zu einem detaillierteren Leitfaden für Steuerzahler. Der Entwurf besagt, dass die steuerliche Behandlung von den spezifischen Umständen jedes Einzelfalls abhängt. Eine Person, die häufig handelt, könnte der Einkommensteuer unterliegen, während ein langfristiger Halter unter die Kapitalertragsteuer fallen könnte, wenn die Umstände dies unterstützen.
Der Entwurf besagt, dass der Verkauf von Krypto gegen Fiat ein steuerliches Ereignis auslösen kann. Er behandelt auch Krypto-zu-Krypto-Tauschgeschäfte, Krypto-Zahlungen für Waren oder Dienstleistungen, Mining, Staking, Airdrops, Hard Forks und Aktivitäten im Bereich der dezentralen Finanzen.
Die SARS legt großen Wert auf die Absicht des Steuerzahlers. Sie erklärt, dass Beamte bewerten können, warum eine Person das Asset gekauft hat, wie lange sie es gehalten hat, wie oft sie gehandelt hat und was sie damit vorhatte. Die Behörde stellte fest:
„Die Absicht eines Steuerzahlers bezüglich eines Vermögenswerts kann sich im Laufe der Zeit ändern.”
Das bedeutet, dass eine Person als langfristiger Halter beginnen kann, später jedoch eher wie ein Händler agiert, wenn sich ihr Verhalten ändert.
Schenkungssteuer und Berichterstattung
Der Entwurf besagt auch, dass die Schenkungssteuer anwendbar sein kann, da Krypto unter die Definition von Eigentum fallen kann. Dies könnte von Bedeutung sein, wenn eine Person Krypto verschenkt, ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Die SARS erklärt bereits, dass die normalen Einkommensteuervorschriften auf Krypto-Assets anwendbar sind. Steuerzahler müssen Krypto-Gewinne oder -verluste im Steuerjahr, in dem sie diese erhalten oder realisieren, deklarieren.
Die Steuerbehörde weist darauf hin, dass die Nichterklärung steuerpflichtiger Krypto-Einkünfte zu Zinsen und Strafen führen kann. Sie hat umfassende rechtliche Befugnisse, um während Steuerprüfungen Daten von Dritten zu sammeln.
Crypto-Asset Reporting Framework (CARF)
Südafrika hat zudem das Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) angenommen. Nach CARF müssen Krypto-Dienstleister ausgewählte Nutzer- und Transaktionsdaten an die SARS sammeln und melden. Der erste CARF-Berichtszeitraum läuft vom 1. März 2026 bis zum 28. Februar 2027.
Die SARS erklärt, dass Einzelsteuerzahler CARF-Berichte nicht direkt einreichen müssen, sie jedoch dennoch Krypto-Transaktionen in ihren Einkommensteuererklärungen angeben müssen.
Fazit
Der Entwurf kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Südafrika einer der größeren Krypto-Märkte Afrikas bleibt. Chainalysis berichtete, dass Südafrika über einen Zeitraum von einem Jahr etwa 26 Milliarden Dollar an Krypto-Wert erhalten hat, was in seinem regionalen Bericht 2024 behandelt wird. Das öffentliche Kommentierungsfenster gibt Nutzern, Steuerberatern und Krypto-Unternehmen Zeit zur Reaktion. Derzeit sucht die SARS nach einer klareren Behandlung unter dem bestehenden Recht und nicht nach einem separaten Steuersystem für digitale Vermögenswerte.