Crypto Prices

Südkorea erhebt ab 2027 eine Krypto-Steuer von 22%

vor 1 Stunde
2 minuten gelesen
1 ansichten

Einführung der Krypto-Steuer in Südkorea

Südkorea wird ab dem 1. Januar 2027 Gewinne aus Kryptowährungen mit einem kombinierten Steuersatz von 22 % besteuern. Damit wird die Erwartung, dass die lange verzögerte Maßnahme ein viertes Mal verschoben werden könnte, beendet. Vizepremierminister und Finanzminister Koo Yun-cheol bestätigte den Zeitplan während einer Sitzung des Finanzausschusses der Nationalversammlung am 29. Juli. „Wir setzen den Plan zur Besteuerung von Kryptowährungen wie geplant ab nächstem Jahr um“, sagte Koo.

Details zur Besteuerung

Nach dem Einkommensteuergesetz werden Einkünfte, die durch den Transfer oder die Veräußerung von virtuellen Vermögenswerten erzielt werden, als sonstige Einkünfte klassifiziert. Jährliche Gewinne über 2,5 Millionen Won, etwa 1.740 US-Dollar, unterliegen einer nationalen Steuer von 20 %. Eine lokale Einkommensteuer erhöht den kombinierten Satz auf 22 %. Investoren, deren jährliche Gewinne unterhalb dieser Schwelle bleiben, müssen im Rahmen des Systems keine Steuer zahlen. Steuerpflichtige werden voraussichtlich im Mai 2028 ihre ersten Erklärungen für Einkünfte aus dem Jahr 2027 einreichen.

Hintergrund der Steuerregelung

Die Regierung hatte die Abgabe erstmals 2020 genehmigt und plante, sie im Januar 2022 einzuführen. Die Gesetzgeber hatten die Umsetzung zunächst bis 2025 verschoben, bevor eine Änderung im Dezember 2024 die Frist auf 2027 verschob. Die Nationalversammlung Südkoreas genehmigte diese letzte Verzögerung durch Änderungen des Einkommensteuergesetzes.

Bedenken der Gesetzgeber

Der Abgeordnete der People Power Party, Kim Sang-hoon, stellte während der Ausschusssitzung das Steuerdesign in Frage und argumentierte, dass Investoren Verluste nicht mit Gewinnen aus späteren Jahren verrechnen dürften. Kim warnte, dass diese Einschränkung Händler dazu ermutigen könnte, ihre Aktivitäten von inländischen Börsen wie Upbit, Bithumb, Coinone und Korbit abzuziehen.

Mögliche Alternativen sind ausländische zentrale Börsen, dezentrale Finanzplattformen und Peer-to-Peer-Märkte. Ein solcher Wechsel könnte das Handelsvolumen und die Steuertransparenz in Südkorea verringern.

Internationale Standards und zukünftige Überlegungen

Kim argumentierte, dass die Umsetzung warten sollte, bis der OECD-Rahmen für die Berichterstattung über Krypto-Assets vollständig operational ist, damit die Behörden Steuerinformationen grenzüberschreitend austauschen können. Koo erkannte die Bedenken an, sagte jedoch, dass die Überführung virtueller Vermögenswerte in einen Kapitalgewinne-Rahmen eine umfassendere Überprüfung der steuerlichen Behandlung der Finanzmärkte in Südkorea erfordern würde. Er ließ die Möglichkeit offen, das System zu überarbeiten, nachdem die Behörden betriebliche Daten gesammelt haben.

Oppositionsantrag und regulatorische Entwicklungen

Ein separater Oppositionsantrag, der im März eingebracht wurde, zielt darauf ab, Krypto-Einkünfte vollständig aus dem Einkommensteuergesetz zu entfernen. Die Gesetzgeber verwiesen den Vorschlag am 29. Juli an einen Unterausschuss, was bedeutet, dass eine Aufhebung oder eine weitere Verzögerung rechtlich bis Ende 2026 möglich bleibt.

Die Bestätigung der Steuer erfolgt, während Südkorea einen umfassenderen regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte und Stablecoins in Betracht zieht. Hashed Open Research und das Solana Policy Institute forderten in einem am 29. Juli veröffentlichten politischen Bericht vorläufige Leitlinien zur Lizenzierung von Stablecoins.

Technologische Investitionen und internationale Vergleiche

Südkorea erweitert auch die staatlich unterstützte Investition in Technologie. Wie crypto.news zuvor berichtete, genehmigte die Regierung Pläne für ein Investitionskonto in Höhe von 20 Billionen Won unter der Korea Investment Corporation. Im Gegensatz zum bestehenden, auf das Ausland fokussierten Portfolio der KIC kann das neue Konto im Inland in künstliche Intelligenz, Rechenzentren und andere als strategisch wichtig erachtete Branchen investieren.

Der koreanische Rahmen unterscheidet sich vom Ansatz der USA, wo der Internal Revenue Service digitale Vermögenswerte im Allgemeinen als Eigentum behandelt. US-Steuerzahler können Kapitalverluste nutzen, um Kapitalgewinne auszugleichen, vorbehaltlich der geltenden Steuervorschriften und Berichtspflichten. Das Fehlen von Verlustvorträgen in Südkorea könnte daher einige aktive Händler in eine weniger flexible Steuerposition als US-Investoren bringen.

Ausblick

Die direkte Steuer gilt für Einkünfte, die unter koreanischem Recht fallen, aber US-Investoren, die koreanische Plattformen nutzen, sollten dennoch darauf achten, ob Börsen den Zugang, die Berichtspflichten oder die verfügbaren Produkte vor 2027 ändern. Inländische Börsen müssen nun ihre Berichtsinfrastruktur vorbereiten, während die Gesetzgeber den Aufhebungsantrag und mögliche Änderungen der Verlustbehandlung prüfen. Sofern die Nationalversammlung nicht eingreift, wird die 22 %ige Abgabe am 1. Januar in Kraft treten.

Beliebt