Einführung
Die südkoreanischen Finanzbehörden haben in den ersten zwei Jahren des Gesetzes zum Schutz von Nutzern virtueller Vermögenswerte (Virtual Asset User Protection Act) mehr als 40 Fälle von unfairen Krypto-Handelspraktiken untersucht. Dies gab der Vorsitzende der Finanzdienstleistungsbehörde (Financial Services Commission), Lee Eog-won, bekannt.
Untersuchungen und Ergebnisse
Die Fälle umfassten den Verdacht auf Marktmanipulation sowie andere betrügerische Handelsaktivitäten. Die Behörden berichteten oder verwiesen mehr als 30 dieser Fälle an die Ermittlungsbehörden und identifizierten 25 Verdächtige. Lee erklärte, dass die durchschnittlichen unrechtmäßigen Gewinne pro Fall etwa 1,4 Milliarden koreanische Won, was rund 940.000 US-Dollar entspricht, betrugen.
„Heute jährt sich die Verabschiedung des Gesetzes zum Schutz von Nutzern virtueller Vermögenswerte zum zweiten Mal“, schrieb Lee.
Er betonte, dass das Gesetz den Krypto-Markt in einen formalen rechtlichen Rahmen gebracht und ein System zum Schutz der Nutzer etabliert habe. Das Gesetz legt fest, wie Anbieter von virtuellen Vermögenswerten mit Kundengeldern und -vermögen umgehen müssen. Es verlangt von den Anbietern, die Kundeneinlagen von den Unternehmensvermögen zu trennen und die Einlagen der Nutzer bei Banken zu halten.
Regulierungsbefugnisse und Maßnahmen
Das Gesetz gibt den Regulierungsbehörden die Befugnis, Dienstleister zu überprüfen und gegen Praktiken wie Insiderhandel, Wash Trading und Marktmanipulation vorzugehen. Südkorea hat diese Befugnisse in mehreren aktuellen Fällen genutzt. Wie Crypto.news Anfang dieses Monats berichtete, hat die FSC zwei verdächtige Fälle von Marktmanipulation an die Staatsanwaltschaft verwiesen.
In einem dieser Fälle wurde ein Händler beschuldigt, fast die Hälfte des zirkulierenden Angebots eines Tokens gekauft zu haben, bevor er von der steigenden Nachfrage profitierte. Der Regulierer warnte die Nutzer vor starken Preis- und Volumenbewegungen, die mit Tokens mit geringer Liquidität verbunden sind.
Zukünftige Entwicklungen
Die neuesten Zahlen aus den letzten zwei Jahren zeigen, dass die Durchsetzung über Einzelfälle hinausgegangen ist. Die FSC erklärte, dass die Behörden kurzfristige Preismanipulationen und andere Handelsmuster ins Visier genommen haben, die die Märkte verzerren können. Lee fügte hinzu, dass die Regulierungsbehörden planen, Überwachungs-, Ermittlungs- und Monitoring-Systeme mithilfe künstlicher Intelligenz zu verbessern und sich stärker auf risikobehaftete Bereiche zu konzentrieren.
„Wir werden die Marktüberwachung sowie die Ermittlungs- und Monitoring-Systeme auf der Grundlage von KI weiter optimieren“, sagte Lee.
Der Regulierer hat keine vollständige öffentliche Liste der über 40 Fälle veröffentlicht oder den Status jeder Überweisung im Detail dargelegt. In der Zwischenzeit erweitert Südkorea weiterhin seine Regeln für digitale Vermögenswerte. Die Regierung arbeitet daran, Kryptowährungen und andere digitale Vermögenswerte unter einen neuen staatlichen Vermögensverwaltungsrahmen zu bringen.
Dieser Vorschlag würde die staatlichen Vermögensregeln über traditionelle Anlagen wie Immobilien hinaus ausdehnen. Die Behörden haben auch die Überprüfung unregistrierter Krypto-Betreiber verstärkt. Crypto.news berichtete im Juni, dass die Financial Intelligence Unit etwa 40 unregistrierte Betreiber an die Strafverfolgungsbehörden verwiesen und die Nutzer vor Risiken gewarnt hat, die mit Plattformen verbunden sind, die außerhalb des Registrierungssystems des Landes operieren.
Fazit
Das Gesetz zum Schutz von Nutzern virtueller Vermögenswerte trat am 19. Juli 2024 in Kraft und ist Südkoreas erstes spezielles Gesetz, das sich auf den Schutz von Krypto-Nutzern und unfairen Handelspraktiken konzentriert. Zwei Jahre später nutzen die Regulierungsbehörden diesen rechtlichen Rahmen, um mutmaßlichen Marktmissbrauch zu verfolgen, während sie gleichzeitig breitere Regeln für digitale Vermögenswerte und neue Überwachungstools vorbereiten.