Regulatorische Entwicklungen für tokenisiertes Gold
Die britische Finanzaufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) diskutiert laut einem Bericht der Financial Times vom 10. August Standards für tokenisiertes Gold in Zusammenarbeit mit großen Banken und anderen Marktteilnehmern. Die Gespräche untersuchen, wie digitale Darstellungen von physischem Gold in den Großhandelsmärkten, einschließlich ihrer Verwendung als Sicherheiten, funktionieren könnten.
Politikpapier und regulatorische Rahmenbedingungen
Bisher haben diese Gespräche noch kein eigenständiges Regelwerk der FCA speziell für tokenisiertes Gold hervorgebracht. Sie basieren auf einem gemeinsamen Politikpapier vom 18. Mai, das von der FCA und der Bank of England, einschließlich der Prudential Regulation Authority (PRA), veröffentlicht wurde. In diesem Papier wird tokenisiertes Gold ausdrücklich als mögliche Form von Sicherheiten für nicht-cleared Over-the-Counter-Derivate identifiziert.
Das Mai-Papier besagt, dass die FCA und die PRA die Eignung von tokenisierten Sicherheiten überprüfen und die potenziellen Vorteile von tokenisierten Geldmarktfonds sowie tokenisiertem Gold anerkennen. Jede Nutzung würde den mit der Branche entwickelten Standards unterliegen.
Geplante Richtlinien und regulatorische Behandlung
Die Aufsichtsbehörden planen zudem, später in diesem Jahr weitere Richtlinien zu veröffentlichen, die erläutern, wie tokenisierte Sicherheiten im Rahmen des bestehenden regulatorischen Rahmens funktionieren können. Laut Financial Times diskutiert die FCA einen regulatorischen Rahmen für tokenisiertes Gold mit großen Banken und anderen Branchenakteuren. Dieser Rahmen könnte die Nutzung von tokenisiertem Gold als Sicherheiten im Großhandelsmarkt ermöglichen, was darauf hindeutet, dass bestehende Regeln angepasst werden, anstatt automatisch eine separate regulatorische Kategorie für jedes tokenisierte Asset zu schaffen.
Die PRA hat ebenfalls erklärt, dass tokenisierte traditionelle Vermögenswerte im Allgemeinen die gleiche aufsichtsrechtliche Behandlung wie konventionelle Äquivalente erhalten sollten, sofern ihre rechtlichen Ansprüche und zugrunde liegenden Risiken vergleichbar sind.
Markt und Wettbewerb
Die Financial Times berichtete, dass London etwa 70 % des globalen Handelsvolumens mit Gold ausmacht. Diese regulatorischen Diskussionen finden statt, während London stärkeren Wettbewerb von asiatischen Finanzzentren erlebt, die eine größere Rolle im Handel mit Edelmetallen anstreben. Die Größe des bestehenden Marktes in London ist erheblich: Daten der LBMA zeigen, dass die Londoner Tresore Ende März 9.339 Tonnen Gold im Wert von etwa 1,384 Billionen Dollar hielten.
Die LBMA beschreibt London als das Zentrum des internationalen Edelmetallmarktes. Der World Gold Council entwickelt ebenfalls eine Großhandelsstruktur für digitales Gold, die als Pooled Gold Interests bekannt ist. Ihr vorgeschlagenes Modell kombiniert physischen Besitz mit digitalem Transfer und richtet sich hauptsächlich an institutionelle und Großhandelsakteure.
Zukünftige Entwicklungen
Die FCA und die Bank of England haben ihre umfassendere Konsultation zur Tokenisierung am 3. Juli abgeschlossen. Ihr veröffentlichter Zeitplan sieht Branchenworkshops, eine Antworterklärung im Sommer und einen vollständigen Fahrplan über alle Behörden später im Jahr 2026 vor. Die Financial Times berichtet nun, dass innerhalb der nächsten Monate mit einer Ankündigung zur Entwicklung von Standards für tokenisiertes Gold zu rechnen ist, unter Berufung auf eine mit den Plänen der FCA vertraute Person.
Die Infrastrukturarbeit schreitet parallel zu diesen Regeln voran: Sechzehn Unternehmen arbeiten im Digital Securities Sandbox, während die Bank of England plant, 2027 ihr Wertpapier- und Sicherheiten-System zu aktualisieren. Sie zielt auch auf 2028 für einen Synchronisierungsdienst ab, der digitale Vermögensregister mit Sterling-Zentralbankgeld verbindet.
In verwandten Berichten berichtete crypto.news über die Einführung digitaler Staatsanleihen im Vereinigten Königreich, die bis Ende des ersten Quartals 2027 ihre erste Transaktion anstrebt, unter Verwendung der Orion-Plattform von HSBC. Der nächste Schritt für Gold besteht daher darin, regulatorische Details festzulegen. Die Behörden müssen noch Standards für die Eignung, das rechtliche Eigentum, die Verwahrung und das Risiko definieren, bevor tokenisiertes Gold zu einer routinemäßigen Quelle von Sicherheiten auf den Großhandelsmärkten im Vereinigten Königreich werden kann.