Neuer Krypto-Gesetzentwurf in Russland
Die Staatsduma Russlands hat einen neuen Krypto-Gesetzentwurf vorangetrieben, der die Frage aufwirft, ob XRP in einem regulierten grenzüberschreitenden Abrechnungssystem verwendet werden könnte. Der Gesetzentwurf mit dem Titel „Über digitale Währungen und digitale Rechte“ hat die erste Lesung mit 327 von 340 Abgeordneten, die dafür gestimmt haben, bestanden. Das Gesetz würde eine rechtliche Struktur für lizenzierten Krypto-Handel und Verwahrung schaffen, während inländische Krypto-Zahlungen weiterhin verboten bleiben. Der Vorschlag würde digitale Währungen für Auslandszahlungsabwicklungen zulassen, was Vermögenswerte wie XRP wieder in den Fokus rückt, aufgrund ihrer bestehenden Rolle in den Diskussionen über grenzüberschreitende Zahlungen.
Regulierung und Genehmigung
In diesem Stadium nennt der Gesetzentwurf XRP nicht direkt. Dennoch könnten nur große und liquide digitale Vermögenswerte mit einer langen Betriebsgeschichte für den organisierten Handel qualifiziert werden, sofern sie von der Bank von Russland genehmigt werden. Ein weiterer Grund, warum XRP qualifiziert sein könnte, ist die gemeinsame Klassifizierung von XRP als digitale Ware durch die SEC und die CFTC im März 2026. Darüber hinaus beobachten die Märkte das CLARITY-Gesetz in den Vereinigten Staaten, das weiter definieren könnte, wie digitale Vermögenswerte wie XRP unter dem Bundesrecht behandelt werden, falls es verabschiedet wird.
Kategorisierung und Einschränkungen
Der Gesetzentwurf wurde am 1. April von der Regierung eingereicht und würde fünf Kategorien regulierter Organisationen schaffen: Börsen, Broker, Managementgesellschaften, Verwahrstellen und Umtauscher. Ab dem 1. Juli 2026 könnten Bürger und Unternehmen Krypto legal über lizenzierte Vermittler kaufen, wenn das Gesetz vollständig angenommen wird. Der Entwurf würde auch ein digitales Verwahrungssystem schaffen, um Krypto-Bestände zu verwalten. Abhebungen wären auf lizenzierte ausländische Institutionen beschränkt, während Überweisungen auf persönliche Wallets ausgeschlossen wären. Die Bank von Russland würde umfassende Befugnisse darüber erhalten, welche Vermögenswerte im regulierten Markt zirkulieren könnten und über mögliche Abhebungsgrenzen.
Peer-to-Peer-Transaktionen und Krypto-Kredite
Ein weiterer wichtiger Teil des Vorschlags ist der Ausstieg aus direkten Krypto-Transaktionen außerhalb lizenzierter Kanäle. Peer-to-Peer-Transaktionen würden bis zum 1. Juli 2027 formal legal bleiben, aber Zahlungssperrsysteme und Blacklisting-Tools könnten bereits früher im Jahr 2026 eingeführt werden. Der Gesetzentwurf würde auch Krypto-Kredite ohne lizenzierte Vermittler für russische Einwohner, einschließlich in grenzüberschreitenden Fällen, einschränken.
Bevorzugte digitale Vermögenswerte
Der Gesetzentwurf scheint eine enge Liste digitaler Vermögenswerte zu bevorzugen, anstatt den gesamten Krypto-Markt. Nur Münzen, die strenge Standards für Marktkapitalisierung, Handelsvolumen und Betriebsgeschichte erfüllen, wären für den organisierten Börsenhandel berechtigt. Basierend auf aktuellen Daten bleiben BTC, ETH, SOL und XRP die Hauptvermögenswerte, die rund um den Gesetzentwurf diskutiert werden, da sie dem Typ von Skalierung und Liquidität entsprechen, den der Rahmen zuzulassen scheint. Das bedeutet, dass XRP für grenzüberschreitende Nutzung unter dem neuen System akzeptiert werden könnte, jedoch nur, wenn die russischen Regulierungsbehörden es auf die genehmigte Liste setzen.
Marktüberwachung und Teilnahme von Privatanlegern
Laut dem Bericht könnten datenschutzorientierte Münzen vom genehmigten Markt ausgeschlossen werden, was darauf hindeutet, dass die Behörden eine stark überwachte Struktur wünschen. Der Derivatemarkt Russlands könnte auch einige Hinweise darauf geben, wohin das institutionelle Interesse geht. Wie berichtet, plant die Moskauer Börse, 2026 Cash-Settlement-Futures für XRP, Solana und Tron für qualifizierte Investoren einzuführen. Wenn diese Einführung erfolgt, würde XRP einen weiteren Platz im regulierten Krypto-Markt Russlands gewinnen, auch wenn die Spot-Abrechnungsregeln enger bleiben.
Der Gesetzentwurf setzt auch Grenzen für die Teilnahme von Privatanlegern. Laut dem Bericht könnten nicht qualifizierte Investoren jährlichen Kaufobergrenzen von etwa 4.000 USD gegenüberstehen und müssten Tests bestehen, bevor sie Zugang erhalten. Qualifizierte Investoren hätten mehr Flexibilität. Diese Regelung hält den Markt auf kontrolliertem Zugang fokussiert, anstatt auf eine breite Akzeptanz durch Privatanleger.
Fazit
Für XRP ist der grenzüberschreitende Aspekt wichtiger als die inländische Nutzung durch Privatanleger, da das Gesetz Krypto-Zahlungen innerhalb Russlands weiterhin verbietet. Auslandszahlungen wären jedoch erlaubt. Das lässt Raum für genehmigte Vermögenswerte, die in internationalen Transaktionen verwendet werden können, sobald die endgültige Liste festgelegt ist. Der Entwurf muss noch zwei weitere Lesungen in der Staatsduma durchlaufen, bevor er an den Föderationsrat und dann an den Präsidenten zur Unterzeichnung weitergeleitet wird. Die Gesetzgeber haben nun zwei Wochen Zeit, um Änderungen vor der zweiten Lesung einzureichen.