Australische Wertpapieraufsichtsbehörde (ASIC) und Krypto-Investitionsbetrug
Die australische Wertpapieraufsichtsbehörde (ASIC) hat im Geschäftsjahr 2026 insgesamt 3.106 Krypto-Investitionsbetrügereien entfernt. Gleichzeitig ist die Gesamtzahl der Online-Betrugsfälle um 182 % auf über 19.400 angestiegen. In einer Pressemitteilung vom 17. August berichtete die ASIC, dass die Entfernung von Krypto-Investitionsbetrügereien im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr um fast 30 % zugenommen hat.
Methoden der Betrüger
Kriminelle nutzen zunehmend generative KI, gefälschte Prominente und Netzwerke aus gefälschten Websites, um Investoren davon zu überzeugen, dass betrügerische Plattformen legitim sind. Im gesamten Geschäftsjahr entfernte die ASIC auch 7.051 gefälschte Investitionsplattformen und 5.476 Phishing-Links. Die Zahl der entfernten gefälschten Investitionsplattformen stieg im Vergleich zum Geschäftsjahr 2025 um 151 %, während die Entfernung von Phishing-Links um 279 % zunahm.
Die Aufsichtsbehörde erklärte, dass Betrüger ihre Methoden zur Schaffung von Glaubwürdigkeit rund um betrügerische Investitionen geändert haben. Potenzielle Opfer können auf Social-Media-Werbung stoßen, die sie zu gefälschten Nachrichtenberichten, erfundenen Bewertungen und KI-generierten Kommentaren führt, die alle dieselbe angebliche Investitionsplattform unterstützen.
„KI macht Investitionsbetrügereien überzeugender und schwerer zu erkennen. Eine einfache Online-Suche reicht nicht aus, um zu überprüfen, ob eine Gelegenheit legitim ist.“ – Sarah Court, Vorsitzende der ASIC
Statistiken und Trends
Die neuesten Zahlen der ASIC stellen einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum ersten Jahr ihrer Betrugsbekämpfungsoperation dar. Im August 2024 berichtete crypto.news über die Maßnahmen der ASIC, nachdem die Aufsichtsbehörde zwischen Juli 2023 und Juli 2024 mehr als 7.300 Phishing- und Investitionsbetrugs-Websites entfernt hatte. Zu diesem Zeitpunkt entfernte die ASIC durchschnittlich etwa 20 Investitionsbetrugs-Websites pro Tag.
Daten des National Anti-Scam Centre, die von der ASIC zitiert wurden, zeigten, dass Premierminister Anthony Albanese und die Finanzkommentatoren Tom Piotrowski und Alan Kohler zu den öffentlichen Persönlichkeiten gehörten, die während des Geschäftsjahres 2026 häufig von Betrügern nachgeahmt wurden. Betrügereien, die die 10 am häufigsten nachgeahmten öffentlichen Persönlichkeiten betrafen, machten laut den Daten mehr als 7,4 Millionen AUD an gemeldeten Verlusten aus.
Beispiele für Betrugsfälle
Im Februar 2024 wurde eine Deepfake-Krypto-Promotion verwendet, um den australischen Bergbau-Milliardär Andrew Forrest nachzuahmen und eine betrügerische Handelsplattform namens Quantum AI zu bewerben. Ein weiterer Vorfall betraf Hacker, die die Kontrolle über ein 7News-YouTube-Konto übernahmen und eine KI-generierte Version von Elon Musk verwendeten, um einen Krypto-Betrug zu bewerben.
Verluste und Zielgruppen
Die australischen Behörden haben erhebliche Verluste im Zusammenhang mit Krypto-Investitionsbetrug gemeldet. Die Bundespolizei gab an, dass Australier im Geschäftsjahr 2024 Verluste von 382 Millionen AUD durch Investitionsbetrug erlitten haben, wobei Krypto fast die Hälfte des Gesamtbetrags ausmachte. Personen unter 50 Jahren machten 60 % der gemeldeten Fälle von Krypto-Investitionsbetrug aus.
Empfehlungen der ASIC
Die ASIC riet den Verbrauchern, kein Geld, keine Kryptowährung oder persönliche Informationen zu senden, bis die Identität und Lizenzinformationen des Anbieters unabhängig mit den offiziellen Registern überprüft wurden. Investoren wurden auch auf die Moneysmart Investor Alert List verwiesen, wo verdächtige Betrugs-Websites, Unternehmen und Investitionsangebote überprüft werden können.
Rechtliche Entwicklungen
Im Juni entschied der Oberste Gerichtshof einstimmig gegen Block Earner in einer 7-0-Entscheidung über das frühere Krypto-Produkt mit festem Ertrag des Unternehmens. Das Gericht stellte fest, dass das Earner-Produkt von Block Earner eine Finanzdienstleistungslizenz erforderte und hob ein Berufungsurteil von 2025 auf.
Die ASIC erweiterte die vorübergehende Lizenzbefreiung für bestimmte digitale Vermögensunternehmen bis zum 30. September und ersetzte die vorherige Frist vom 30. Juni. Die Aufsichtsbehörde erklärte auch, dass Yepbit keine australische Finanzdienstleistungslizenz besitze und nicht bei AUSTRAC als Anbieter von virtuellen Vermögenswerten registriert sei.