Vorfall bei Binance
Binance gab am 18. August bekannt, dass sein Sicherheitsteam einen böswilligen Governance-Vorschlag gestoppt hat, der etwa 1,2 Millionen Dollar in Token aus der Schatzkammer einer nicht benannten dezentralen autonomen Organisation (DAO) hätte gefährden können. Die Kryptowährungsbörse erklärte, dass ihre Überwachungssysteme den Vorschlag unabhängig identifiziert hätten, als weniger als 48 Stunden bis zur Ausführung verbleiben.
Reaktion von Binance
Binance kontaktierte daraufhin das betroffene Projekt und koordinierte sich mit anderen zentralisierten Börsen, um die Einzahlungen für den betroffenen Token zu schließen. Laut dem veröffentlichten Bericht von Binance stimmte das Projekt gegen den Vorschlag, bevor dieser ausgeführt werden konnte. Das Unternehmen erklärte, dass keine Gelder verloren gingen.
Details zum Angriff
Die Börse berichtete, dass der Angreifer versucht habe, eine Schwäche im On-Chain-Governance-Mechanismus des Projekts auszunutzen. Die Schwelle zur Erstellung eines Vorschlags war Berichten zufolge niedrig genug, um dem Angreifer zu ermöglichen, die vorgesehenen Protokollanforderungen zu umgehen. Binance gab jedoch keine Details zu den spezifischen Anforderungen oder dem Zugriff des Vorschlags auf die Schatzkammer bekannt.
„Der Schutz der Nutzer besteht nicht nur darin, unsere eigene Plattform zu verteidigen, sondern auch das breitere Ökosystem gegen Angriffe zu stärken“, erklärte Binance.
Der Vorfall zeigt, was Sicherheit durch Design bedeutet. Governance-Systeme ermöglichen es Token-Inhabern, über Ausgaben aus der Schatzkammer, Upgrades und Protokolleinstellungen abzustimmen. Ein Angreifer kann die Kontrolle erlangen, wenn die Vorschlagschwellen niedrig sind, die Wahlbeteiligung schwach ist oder die Ausführungsverzögerungen zu kurz sind, um Delegierte reagieren zu lassen.
Abstimmungsprozess und Intervention
Der Abstimmungsprozess der betroffenen DAO bot zwar genügend Zeit für eine Intervention, jedoch gab Binance an, dass weniger als zwei Tage bis zur Ausführung des Vorschlags verbleiben. Die Börse gab nicht bekannt, wann der Vorschlag eingereicht wurde oder wann die genaue Frist für die Ausführung ablief.
Nachdem der Vorschlag identifiziert wurde, kontaktierte Binance das Projekt und andere Börsen, die seinen Token listen. Diese Plattformen schlossen die Einzahlungen vorsorglich, um zu verhindern, dass der Angreifer versucht, Schatzkammer-Token über zentralisierte Kanäle zu bewegen.
Die Schließung der Einzahlungen hätte den böswilligen Vorschlag selbst nicht gestoppt, sondern lediglich einen möglichen Weg für den Verkauf, die Umwandlung oder das Waschen kompromittierter Token nach der Ausführung eingeschränkt. Letztendlich stimmte die Gemeinschaft des Projekts gegen den Vorschlag.
Fehlende Transparenz
Binance gab jedoch nicht an, wie viele Stimmen gegen den Vorschlag abgegeben wurden, ob Delegierte ihre früheren Positionen geändert haben oder ob die Projektadministratoren Notfallbefugnisse genutzt haben. Jimmy Su, der Chief Security Officer von Binance, erklärte, sein Team habe eine Bedrohung identifiziert, die „von keinem externen Sicherheitsanbieter gemeldet wurde“. Diese Aussage erhielt jedoch keine Bestätigung von dem nicht benannten Projekt oder unabhängigen Sicherheitsfirmen.
Die Börse nannte das betroffene Projekt, den betroffenen Token, die Governance-Plattform oder die kooperierenden Börsen nicht. Sie veröffentlichte auch nicht die Vorschlags-ID, die Vertragsadresse, das Abstimmungsprotokoll oder relevante Blockchain-Transaktionen. Diese Auslassungen verhindern eine unabhängige Überprüfung der $1,2 Millionen Exposition und des Interventionszeitplans.
Marktreaktion und zukünftige Maßnahmen
Darüber hinaus gab es keine erkennbare Marktreaktion, da der betroffene Vermögenswert nicht offengelegt wurde. Es wurden keine Gelder unter dem Vorschlag bewegt, was bedeutet, dass der Vorfall einen versuchten Angriff und keinen vollendeten Diebstahl aus der Schatzkammer darstellt.
Das Projekt müsste die Regeln ändern, die es dem Vorschlag ermöglichten, zur Abstimmung zu gelangen. Mögliche Kontrollen umfassen höhere Einreichungsschwellen, längere Sperrfristen, Quorum-Anforderungen und unabhängige Überprüfungen ausführbarer Vorschläge. Notfallstornobefugnisse können auch böswillige Handlungen stoppen, obwohl sie eine zentrale Kontrolle einführen.
Die Börse hat nicht gesagt, ob das betroffene Projekt diese Änderungen vorgenommen hat. Ein öffentlicher Nachbericht würde es den Nutzern ermöglichen, die Abstimmung zu bestätigen, die Schwachstelle zu verstehen und zu beurteilen, ob der gleiche Weg weiterhin offen bleibt. Bis dahin bleibt die erfolgreiche Intervention und die $1,2 Millionen Exposition hauptsächlich auf dem Bericht von Binance basieren.