Schließung des Bitcoin Ordinals Explorers
Der Bitcoin Ordinals Explorer Ord.io wird am 1. Juni 2024 eingestellt, was einen weiteren Rückschlag für den Bitcoin-Inschriftmarkt darstellt. Die Plattform wurde 2023 ins Leben gerufen und bediente laut einer öffentlichen Erklärung des Projekts mehr als 1 Million Nutzer. Der Creator Leonidas King erklärte, dass das Team das Projekt nicht länger aufrechterhalten könne. Er schrieb:
„Am Ende sind uns die Mittel ausgegangen, und wir sehen keinen Weg nach vorne.“
Diese Erklärung deutet auf finanziellen Druck hin, zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktivität bei Ordinals von den Höchstständen in 2023 und 2024 zurückgegangen ist.
Schließung der Zap-App
Auch Zap, eine Verbraucher-App, die mit demselben Team verbunden ist, wird am 1. Juni den Betrieb einstellen. Die App sollte es Nutzern ermöglichen, sich anzumelden und Bitcoin-Memecoins in weniger als 30 Sekunden zu kaufen. Das Team gab jedoch an, dass es nicht die erforderliche Nutzerwachstumsrate erreicht habe, um fortzufahren. Die Plattform forderte die Nutzer auf, sich einzuloggen und ihre privaten Schlüssel vor der Abschaltung zu exportieren. Berichten zufolge wurden die Nutzer beraten, diese Schlüssel in Phantom zu importieren, um den Zugang zu ihren Vermögenswerten zu behalten. Zap teilte zudem mit, dass Nutzer, die die Frist verpassen, weiterhin über Privy Home auf ihre Mittel zugreifen können.
Pläne für die Zukunft von Ord.io
In der Zwischenzeit erklärte Ord.io, dass es plant, einen Teil seiner öffentlichen Geschichte vor der Abschaltung zu bewahren. Das Projekt kündigte an, Upvotes, Antworten und öffentliche Adressprofile auf GitHub hochzuladen, damit zukünftige Entwickler diese Daten nutzen können, wenn sie einen neuen Explorer erstellen. Das Team ließ auch die Möglichkeit offen, dass eine andere Gruppe die Plattform übernehmen könnte. Dies eröffnet einen möglichen Weg für das Überleben von Ord.io, jedoch war zum Zeitpunkt der Ankündigung kein Käufer oder Betreiber benannt worden.
Marktentwicklung und Herausforderungen
Die Schließung erfolgt nach einem starken Boom- und Abkühlzyklus für Bitcoin-Inschriften. Ordinals ermöglichen es Nutzern, Daten wie Bilder, Texte oder Codes an einzelne Satoshis anzuhängen, wodurch Bitcoin-native digitale Sammlerstücke entstehen. Frühere Erklärungen beschrieben Ordinals als eine Möglichkeit, bestimmte Satoshis von anderen zu unterscheiden. Runes fügten später eine weitere Welle von Aktivitäten rund um fungible Token auf Bitcoin hinzu.
Frühere Marktupdates zeigten, dass Runes in der ersten Woche nach der Halbierung 2024 135 Millionen Dollar an Gebühren generierten, jedoch fiel die Aktivität bald danach. Daten aus Mai 2024 zeigten, dass nur an zwei Tagen in einem Zeitraum von 12 Tagen mehr als 1 Million Dollar an Gebühren generiert wurden. Der breitere Markt hat seitdem gemischte Signale gezeigt. OKX startete Ende 2024 ein Ordinals Launchpad und gab an, dass das Handelsvolumen für Ordinals, Runes und BRC-20-Kollektionen auf seiner Plattform seit November um 50 % gestiegen sei. Gleichzeitig hatte Binance bereits die Unterstützung für Ordinal-Vermögenswerte eingestellt, was eine ungleiche Nachfrage über die großen Plattformen hinweg zeigt.
Die Schließung von Ord.io trägt zu diesem gespaltenen Marktbild bei. Das Protokoll bleibt auf Bitcoin aktiv, jedoch benötigen Verbraucher-Apps Nutzer, Finanzierung und stetige Handelsaktivität, um zu überleben. Für Entwickler besteht die nächste Herausforderung darin, ob Bitcoin-native Sammlerstücke über kurze Hype-Zyklen hinaus Bestand haben und Produkte unterstützen können, die langfristig bestehen bleiben.