Akzeptanz von Stablecoins in Dänemark
Die Akzeptanz von Stablecoins in Dänemark ist derzeit sehr gering und stellt keine unmittelbare Bedrohung für die finanzielle Stabilität im Inland dar. Laut der Zentralbank könnte jedoch das rasante globale Wachstum von an den US-Dollar gebundenen Stablecoins Dänemark indirekten finanziellen Marktschwankungen und Liquiditätsrisiken aussetzen.
Warnung der Zentralbank
Danmarks Nationalbank, die Zentralbank Dänemarks, hat eine neue Warnung bezüglich der globalen Expansion digitaler Währungen ausgesprochen und die Finanzbehörden aufgefordert, Stablecoins trotz ihrer vernachlässigbaren Präsenz im nordischen Land genau im Auge zu behalten. In einer am 9. September veröffentlichten Analyse stellte die Zentralbank fest, dass an den Dollar gebundene Stablecoins gegen Ende 2025 global stark zulegen könnten, während die Akzeptanz in Dänemark nach wie vor sehr begrenzt ist, da derzeit kein an Dänischen Kronen gebundener Stablecoin im Umlauf ist.
Dennoch warnten Bankbeamte, dass ein Wandel bevorstehen könnte, da Geschäftsbanken, Finanzunternehmen und neue Zahlungsanwendungen beginnen, Stablecoin-Infrastrukturen zu integrieren. Laut der Analyse ist die Nutzung von Stablecoins unter dänischen Verbrauchern und Unternehmen derzeit minimal und stellt keine unmittelbare Bedrohung für die finanzielle Stabilität im Inland dar. Ein höherer globaler Einsatz, insbesondere von an den US-Dollar gebundenen Token wie USDT und USDC, könnte jedoch indirekte Verwundbarkeiten schaffen.
Globale Liquiditätsrisiken
Turbulenzen auf ausländischen Stablecoin-Märkten könnten, so die Zentralbank, durch globale Liquiditätskanäle und das US-Finanzsystem Spillovers auslösen.
Die neue Analyse der Zentralbank folgt Monate nach einer anderen Studie, die ergab, dass der Besitz von Kryptowährungen in Dänemark 2025 bei 4 % lag. Diese Zahl war jedoch etwas niedriger als frühere Schätzungen des Ministeriums für Steuern, die den Besitz 2024 auf 6 % bezifferten. Die Studie stellte auch fest, dass der Krypto-Besitz im Land deutlich niedriger ist als im skandinavischen Norwegen, wo er bei etwa 11 % lag.
Rolle der Zentralbank
Danmarks Nationalbank betonte zudem, dass Stablecoins nicht die Zentralbankreserven als das zentrale Abwicklungsvermögen für Interbankentransaktionen ersetzen sollten. Zu diesem Zweck arbeitet die Bank mit der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen, um sicherzustellen, dass Zentralbankgeld in einem zunehmend tokenisierten Finanzökosystem zugänglich bleibt.
In der Zwischenzeit zeigen die im Bericht zitierten Marktkapitalisierungsdaten ein Wachstum, das hauptsächlich von großen an den US-Dollar gebundenen Token getrieben wird, während Euro-denominierte und andere fiat-gebundene Stablecoins nur einen Bruchteil des Gesamtmarktes ausmachen. Während Dänemarks Zahlungslandschaft robust und effizient bleibt, warnt die Analyse von Danmarks Nationalbank, dass eine breitere Verfügbarkeit ausländischer Stablecoins letztendlich lokale Zahlungsströme, Geschäftsmodelle von Banken und die Übertragung der Geldpolitik beeinflussen könnte.
Technologieneutraler Ansatz
Der Bericht betonte, dass Danmarks Nationalbank einen „technologieneutralen Ansatz“ für Innovationen im digitalen Geld verfolgt und die betrieblichen Effizienzen anerkennt, die die Distributed-Ledger-Technologie für grenzüberschreitende Zahlungen und die Tokenisierung von Vermögenswerten mit sich bringen kann. Die Bank zog jedoch eine klare Linie in Bezug auf die Marktinfrastruktur:
„Zentralbankgeld sollte die gemeinsame Grundlage für Stabilität und Vertrauen im Währungssystem und das primäre Abwicklungsvermögen zwischen Banken bleiben.“
Um dieses Fundament zu schützen, bestätigte die Zentralbank die laufenden Arbeiten zusammen mit der EZB, um sicherzustellen, dass die Liquidität der Zentralbank im Großhandel nahtlos über tokenisierte Zahlungswege abgewickelt werden kann, um zu verhindern, dass private Stablecoin-Emittenten öffentliches Geld im Kern des Finanzsystems ersetzen. „Zentralbankreserven bleiben den Stablecoins als das ultimative Abwicklungsvermögen überlegen,“ sagte Isabel Schnabel, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank.