Ein Jahr der Unsicherheit in der Krypto-Regulierung
Washington hat ein Jahr damit verbracht, darüber zu streiten, welche Behörde einen Markt von 2,2 Billionen Dollar regulieren sollte. Dabei wurde kaum überprüft, ob diese Behörde überhaupt über ausreichend Personal verfügt. Aktuell hat die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) nur einen Kommissar, vier leere Stühle und einen Plan, der auf künstlicher Intelligenz basiert.
Streit um Zuständigkeiten
Ein Jahr lang war die gesamte amerikanische Debatte über die Krypto-Politik ein Streit um Zuständigkeiten: Soll die Securities and Exchange Commission (SEC) oder die CFTC die Märkte für digitale Vermögenswerte überwachen? Der CLARITY Act beantwortet diese Frage zugunsten der CFTC, und die Branche hat enorme Energie und finanzielle Mittel aufgewendet, um diese Antwort in ein Gesetz zu gießen.
Personalmangel und Führung
Die CFTC ist dafür ausgelegt, fünf Kommissare zu haben. Derzeit hat sie jedoch nur einen. Vier Sitze sind vakant, darunter beide Positionen der Minderheitspartei. Das Gremium, das der Kongress als primären Regulator eines Marktes von 2,2 Billionen Dollar vorbereiten möchte, besteht momentan aus einer einzigen Person, einem schrumpfenden Personalbestand und einem Plan, der auf Software setzt, um die restlichen Aufgaben zu erledigen.
Die CFTC hatte im Haushaltsjahr 2025 etwa 556 Mitarbeiter, während die SEC etwa 4.200 hat. Diese Lücke bestand bereits vor dem Aufkommen von Krypto und war nachvollziehbar, als die CFTC landwirtschaftliche Futures und Zins-Swaps überwachte. Es macht jedoch erheblich weniger Sinn, wenn man bedenkt, dass die CFTC sich nun darauf vorbereitet, Spotmärkte für Token zu überwachen, die von zig Millionen Einzelkäufern gehalten werden.
Regulatorische Herausforderungen
Die Behörde hat die Funktion, die am relevantesten für das Mandat ist, das sie bald erhalten wird, geschrumpft. Die Durchsetzungsabteilung, die für die Verfolgung von Betrugsfällen zuständig ist, hat derzeit etwa 108 Stellen, was sie etwa 23 % unter die 140 Durchsetzungsmitarbeiter bringt, die sie 2025 verzeichnet hatte.
Die CFTC beansprucht die ausschließliche bundesstaatliche Zuständigkeit über einen Sektor, der von Millionen Dollar pro Jahr auf mehrere Milliarden gewachsen ist. Selig hat zahlreiche laufende Ermittlungen in diesem Bereich bestätigt, wobei Gesetzgeber ihn über Geschäfte auf Polymarket und Kalshi befragen.
Technologie als Lösung?
Seligs öffentliche Antwort auf die Ressourcenfrage ist Technologie. Er hat gesagt, dass künstliche Intelligenz und Automatisierung die Personalkürzungen ausgleichen können. Die Behörde plant, ihre Registrierungsanträge mit Software zu überprüfen, weil sie nicht über das Personal verfügt.
„Die Behörde, die kurz davor steht, Krypto zu übernehmen, plant, ihre Registrierungsanträge mit Software zu überprüfen.“
Die Geschwindigkeit der Regulierung
Eine Ein-Personen-Kommission ist nicht langsamer. Sie ist schneller. Die Berichterstattung von Bloomberg Law beschreibt eine Behörde, die ihre Regelsetzung zu Vorhersagemärkten und Krypto beschleunigt, weil es niemanden gibt, mit dem man streiten kann. Diese Geschwindigkeit ist sichtbar, da die Behörde sich mit ungewöhnlichem Tempo auf die Regelsetzung für Vorhersagemärkte bewegt.
Risiken und Herausforderungen
Die Behörde hat nicht die Prüfer, um Probleme frühzeitig zu erkennen, sodass Probleme als Skandale an die Oberfläche kommen, anstatt als Feststellungen. Eine Branche, die eine sanfte Aufsicht wünscht, sollte die lauteste Stimme sein, die fordert, dass der Aufseher angemessen besetzt wird.
„Die Alternative zu kompetenter Aufsicht ist nicht das Fehlen von Aufsicht. Es ist verzögerte Aufsicht, die nach einem Versagen auferlegt wird.“
Fazit
Die Krypto-Industrie hat Washington gebeten, einen Regulator auszuwählen. Washington steht kurz davor, einen auszuwählen. Was niemand überprüft hat, ist, ob der Regulator noch jemanden hat, der ans Telefon geht.