HTX untersucht kleine Kryptowährungsüberweisungen
HTX gab am 18. August bekannt, dass es kleine Kryptowährungsüberweisungen untersucht, die von mehreren Adressen empfangen wurden, nachdem Mitglieder der Community die Einzahlungen mit der Börse in Verbindung gebracht hatten. Die Börse erklärte, dass ihre erste interne Überprüfung ergeben habe, dass ihre offiziellen Kanäle die Überweisungen nicht initiiert oder damit verbundene Tests durchgeführt hätten.
Untersuchung des Ursprungs der Transaktionen
HTX untersucht nun den Ursprung der Transaktionen und ob Blockchain-Adressenbezeichnungen oder Zuordnungsmethoden eine irreführende Verbindung hergestellt haben. Einige Nutzer beschrieben die Transaktionen als „Adressvergiftung“. Andere berichteten, dass ihre Konten nach dem Erhalt der Gelder Einschränkungen unterlagen. Keine der Beschreibungen wurde unabhängig durch Transaktionsaufzeichnungen, Plattformmitteilungen oder Erkenntnisse eines Blockchain-Sicherheitsunternehmens bestätigt.
HTX reagierte, nachdem Mitglieder der Community Screenshots von kleinen Einzahlungen verbreitet hatten, die anscheinend von mit der Börse verbundenen Adressen stammten.
Ein Nutzer erhielt Berichten zufolge 7,5 USDT auf einem Coinbase-Konto, bevor er aufgefordert wurde, die Herkunft der Gelder zu erklären. Eine Anfrage nach Informationen bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Konto eingefroren wurde. Coinbase hat den gemeldeten Fall nicht öffentlich angesprochen, und kein betroffener Nutzer hat eine vollständige Plattformmitteilung veröffentlicht, die eine dauerhafte Einschränkung im Zusammenhang mit der Überweisung zeigt.
HTX’s Stellungnahme
HTX erklärte, dass es „keine damit verbundenen Überweisungen oder Testaktivitäten durchgeführt“ habe. Die Börse fügte hinzu, dass sie nicht spekulieren werde, bevor die Untersuchung abgeschlossen ist. Sie versprach, der Community bestätigte Informationen zur Verfügung zu stellen, obwohl sie keinen Zeitrahmen festlegte. Die Erklärung nannte nicht die beteiligte Blockchain, die sendenden Adressen oder die Transaktions-Hashes.
Adressvergiftung und Sicherheitsrisiken
Adressvergiftung beinhaltet normalerweise, dass ein Angreifer eine Adresse erstellt, die einer zuvor verwendeten Adresse des Ziels ähnelt. Der Angreifer sendet dann eine kleine oder nullwertige Transaktion, damit die ähnliche Adresse in der Transaktionshistorie des Ziels erscheint. Chainalysis beschreibt diese Manipulation der Transaktionshistorie in seinem Sicherheitsleitfaden. Kleine unaufgeforderte Überweisungen allein stellen keine Adressvergiftung dar.
Ermittler müssten feststellen, ob der Absender einem vertrauenswürdigen Geschäftspartner ähnelt und ob die Transaktion darauf abzielte, die Adresshistorie eines Empfängers zu manipulieren. Die aktuellen Berichte enthalten keine verifizierten Beweise dafür, dass Empfänger später Vermögenswerte an ähnliche Adressen gesendet haben. Es wurden keine Verluste bestätigt. Kein Sicherheitsforscher hat öffentlich die umstrittenen Überweisungen mit einem bestimmten Betreiber in Verbindung gebracht.
Empfehlungen für Nutzer
HTX erklärte, dass seine Untersuchung „Adresskennzeichnung“ und die Identifizierung von On-Chain-Überweisungsquellen berücksichtigen würde. Dies lässt die Möglichkeit offen, dass Drittanbieterdienste einen Absender fälschlicherweise oder ohne ausreichende Beweise HTX zugeordnet haben. Die Börse veröffentlichte zuvor eine Betrugswarnung zu unaufgeforderten 0,001 USDT-Überweisungen. Sie riet den Nutzern, vollständige Wallet-Adressen zu überprüfen, anstatt sich auf verkürzte Adressanzeigen oder Transaktionshistorien zu verlassen.
Der vorliegende Fall kommt auch inmitten größerer Bedenken über automatisierte Compliance-Prüfungen. In verwandten Berichten berichteten Nutzer von blockierten Transaktionen und eingefrorenen Geldern, nachdem Compliance-Dienste eine Exposition gegenüber HTX-verbundenen Adressen festgestellt hatten. Diese früheren Einschränkungen betrafen die Sanktionenprüfung und beweisen keine Verbindung zu den neuesten Einzahlungen.
Behauptungen, dass einige Konten „eingefroren“ wurden, bleiben unbestätigt.
Keine Börse hat bestätigt, Einschränkungen aufgrund der umstrittenen Überweisungen verhängt zu haben, und die verfügbaren Berichte liefern keine Fallnummern, Mitteilungen oder betroffene Wallet-Adressen. Eine Plattform kann Informationen anfordern, wenn ein automatisiertes Überwachungssystem einen unbekannten Geschäftspartner oder eine Verbindung zu einer markierten Adresse erkennt. Eine solche Überprüfung kann den Zugang verzögern, ohne ein Fehlverhalten des Empfängers oder der sendenden Adresse zu beweisen.
Fazit
HTXs Untersuchung muss die sendenden Adressen identifizieren, feststellen, wer sie kontrollierte, und erklären, warum sie die Überweisungen vorgenommen haben. Die Veröffentlichung von Transaktions-Hashes würde es unabhängigen Analysten ermöglichen, die Zuordnung der Börse zu überprüfen und nach Mustern ähnlicher Adressen zu suchen. Bis dahin sollten Nutzer vermeiden, Zieladressen aus Transaktionshistorien zu kopieren. Sie sollten die vollständige Adresse überprüfen, gespeicherte Adressbücher verwenden, wo verfügbar, und Transaktions-Hashes oder Kontomitteilungen für Support-Teams aufbewahren. Die Interaktion mit einem unaufgeforderten Token oder einem unbekannten Vertrag kann separate Sicherheitsrisiken mit sich bringen.
HTX erklärte, dass es weitere Erkenntnisse teilen werde, sobald diese bestätigt sind. Die Börse hat nicht angekündigt, wann die Überprüfung enden wird oder ob sie plant, einen technischen Bericht zu veröffentlichen.