HTX und die umstrittenen Kryptowährungs-Mikrotransfers
HTX hat am 20. August die Autorisierung einer Reihe umstrittener Kryptowährungs-Mikrotransfers zurückgewiesen, nachdem einige Nutzer behaupteten, dass Gelder von HTX-verbundenen Adressen Compliance-Probleme bei Kraken und anderen Börsen verursacht hätten. Ein Vertreter von HTX erklärte, dass eine interne Überprüfung keine Aktivitäten von offiziellen Unternehmenskonten ergeben habe. Er deutete an, dass betroffene Nutzer die Überweisungen möglicherweise eigenständig initiiert haben, um gegen die Einschränkungen von Kraken zu protestieren oder diese zu testen.
Die Situation bei Kraken
Der Vertreter gab an, dass die bei Kraken eingefrorenen Gelder Fälle im Wert von bis zu 4,2 Millionen USD umfassen. HTX veröffentlichte jedoch keine Kontounterlagen, Transaktions-Hashes oder Kommunikationen von Kraken, die diese Zahl unterstützen könnten. Kraken hat die angebliche Höchstgrenze bislang nicht öffentlich bestätigt.
„Compliance-Vergiftung“ ist daher eine genauere Beschreibung, wenn absichtliches Verhalten letztendlich festgestellt wird.
Die Berichte über die Überweisungen begannen, nachdem Nutzer kleine, unaufgeforderte USDT-Überweisungen von als mit HTX verbunden gekennzeichneten Adressen identifizierten. Einige Kommentatoren bezeichneten diese Überweisungen als Adressvergiftung, die darauf abzielte, Compliance-Systeme auf anderen Plattformen auszulösen. HTX erklärte, dass seine internen Überprüfungen keine Beweise dafür fanden, dass ein offizielles Konto eine koordinierte Kampagne initiiert hatte.
Reaktionen und weitere Entwicklungen
Justin Sun bezeichnete die Berichte, dass HTX absichtlich die Überweisungen gesendet habe, als „erfunden“, während die Börse angab, die Adressbezeichnungen und die Quellen der Überweisungen zu prüfen. Die Berichte über die Adressvergiftung im Zusammenhang mit HTX halten an, während Kraken Nutzerfonds im Wert von bis zu 4,2 Millionen USD einfriert.
HTX, eine der am längsten bestehenden großen Krypto-Börsen seit ihrer Gründung im Jahr 2013, erklärte, dass verfügbare Onchain-Berichterstattung nicht festgestellt hat, wer jede sendende Adresse kontrollierte. Eine Gemeinschaftsüberprüfung ergab, dass eine Reihe von 7,5 USDT-Überweisungen von einer als HTX gekennzeichneten Hot Wallet an Adressen ging, die Kraken zugeordnet sind. Wallet-Bezeichnungen allein beweisen jedoch nicht, dass HTX eine Überweisung autorisierte.
Regulatorische Herausforderungen
Kraken hat eine breitere Politik zur Einschränkung von Überweisungen, die mit Huobi oder HTX verbunden sind, bestätigt. Die Börse erklärte, dass die britischen Regierungssanktionen sie dazu zwingen, Gelder zu beschränken, die von Huobi in Kraken-Kundenkonten übertragen werden. Kraken hat nicht gesagt, dass jede eingehende Überweisung von einer als HTX gekennzeichneten Adresse eine vollständige Kontosperrung zur Folge hat.
Es wurde auch nicht bestätigt, dass die jüngsten Mikrotransfers spezifische Kundenbeschränkungen verursacht haben. Diese Politik folgte der britischen Einstufung von Huobi Global S.A. am 26. Mai unter ihrem Russland-Sanktionsregime. Die Regierung erklärte, sie habe begründete Gründe zu der Annahme, dass das Unternehmen daran beteiligt war, Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen für Entitäten im russischen Finanzsektor verfügbar zu machen.
HTXs nächste Schritte
HTX bestritt die Anwendung der Einstufung auf ihre Börse. In ihrer Erklärung vom Mai argumentierte HTX, dass Huobi Global S.A. von der Online-Plattform zu unterscheiden sei und dass ihre Geschäfte nicht betroffen seien. Das britische Büro für die Umsetzung finanzieller Sanktionen wies diese Unterscheidung zurück.
Der Vertreter sagte, HTX habe die Kraken-Einschränkungen in den vorhergehenden zwei Tagen untersucht und festgestellt, dass einige Nutzer weiterhin keinen Zugang zu ihren Geldern hatten. HTX charakterisierte diese Bemühungen als freiwillige Nutzeraktivitäten und nicht als von der Börse geleitete Überweisungen.
Kraken rät eingeschränkten Kunden, auf Anfragen nach Dokumentation zu reagieren und sein Support-Team zu kontaktieren. Die Börse kann Einschränkungen zur Einhaltung von Sanktionen, zur Kontosicherheit, für Rückbuchungen oder andere Überprüfungen auferlegen.
Zusammenfassung
Bis dahin unterstützt der offizielle Bericht drei engere Feststellungen: Die britischen Sanktionen gelten für HTX, Kraken schränkt betroffene Überweisungen ein, und HTX bestreitet, die umstrittenen Mikrotransaktionen autorisiert zu haben. Die angebliche Sperrung von 4,2 Millionen USD und jede koordinierte Vergiftungskampagne bleiben unbestätigte Behauptungen.