Einführung
Der Internationale Währungsfonds (IMF) berichtet, dass Nigeria 60 % des gesamten Stablecoin-Verkehrs in Subsahara-Afrika ausmacht, da Nutzer nach Alternativen zum traditionellen Bankwesen suchen. Die Nigerianer wenden sich zunehmend an an den US-Dollar gebundene Stablecoins, um Geld über Grenzen zu transferieren, während kleine Unternehmen und Haushalte nach günstigeren und schnelleren Alternativen zu traditionellen Bankkanälen suchen.
Wachstum des Krypto-Marktes
Zwischen Juli 2023 und Juni 2024 zog Nigeria etwa 59 Milliarden US-Dollar an Krypto-Zuflüssen an und sicherte sich damit rund 60 % des gesamten Stablecoin-Verkehrs in Subsahara-Afrika, wie die Daten des IMF zeigen.
Regulierung und Gesetzgebung
Die steigende Akzeptanz von Kryptowährungen erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die nigerianische Regierung den Sektor der digitalen Vermögenswerte zu formalisieren versucht. Der nigerianische Senat hat kürzlich ein umfassendes Gesetz zur Regulierung von Kryptowährungen an seinen Ausschuss für den Kapitalmarkt zur vierwöchigen Überprüfung weitergeleitet. Dieses Gesetz, das eine entscheidende zweite Lesung nach einer Mehrheit der Stimmen bestanden hat, zielt darauf ab, eine obligatorische Lizenzierung für digitale Vermögensbörsen einzuführen und den Verbraucherschutz zu stärken.
Jahrelang hat regulatorische Unsicherheit den Markt für digitale Vermögenswerte des Landes überschattet. Lokale Branchenvertreter verweisen auf eine restriktive Richtlinie der Zentralbank von 2021 unter dem ehemaligen Gouverneur Godwin Emefiele, die Transaktionen in undurchsichtige, schwarze Märkte gedrängt und das institutionelle Wachstum verlangsamt hat. Gesetzgeber, die die neue Gesetzgebung unterstützen, argumentieren, dass eine formale Regulierung jetzt entscheidend ist, um Verbraucher zu schützen und Nigeria daran zu hindern, hinter regionalen Mitbewerbern wie Südafrika und Kenia zurückzufallen.
Wirtschaftliche Treiber
Die wirtschaftlichen Treiber hinter diesem Wandel sind deutlich. Traditionelle grenzüberschreitende Überweisungen nach Subsahara-Afrika gehören zu den teuersten der Welt und kosten im Durchschnitt etwa 9 % des Wertes einer Transaktion von 200 US-Dollar, verglichen mit einem globalen Durchschnitt von 6 %, laut den vom IMF zitierten Daten der Weltbank. Im Gegensatz dazu ermöglichen Stablecoins den Nutzern, Gelder nahezu sofort über Smartphones und digitale Geldbörsen zu einem Bruchteil der Kosten zu transferieren.
Neben der Kostensenkung bieten die digitalen Token lokalen Nutzern eine Möglichkeit, Werte außerhalb des volatilen nigerianischen Naira zu speichern, und fungieren effektiv als Brücke zwischen Kryptowährungs-Märkten und dem alltäglichen Handel.
Politische Herausforderungen
Der IMF warnt jedoch, dass der rasante Anstieg von dollargebundenen Token erhebliche politische Herausforderungen für die größte Volkswirtschaft Westafrikas mit sich bringt. Eine weit verbreitete Verdrängung der lokalen Währung könnte die geldpolitischen Hebel der Zentralbank schwächen, indem die inländische Nachfrage nach dem Naira verringert wird. Darüber hinaus kompliziert die Migration finanzieller Transaktionen zu privaten digitalen Geldbörsen die regulatorische Aufsicht und erhöht das Risiko illegaler Finanzströme und Terrorismusfinanzierung – genau die Schwachstellen, die der neu vorgeschlagene regulatorische Rahmen des Senats angehen soll.
Fazit
Der nigerianische Senat hat ein wichtiges Gesetz zur Regulierung von Kryptowährungen durch eine zweite Lesung vorangetrieben und das Land näher an eine formale Regulierung gebracht.