Conio erhält Genehmigung für Krypto-Asset-Dienste in der EU
Das in Italien ansässige Fintech-Unternehmen Conio hat die Genehmigung erhalten, als Anbieter von Krypto-Asset-Diensten im Rahmen des MiCAR-Rahmenwerks der Europäischen Union zu operieren. Damit gehört es zu den Unternehmen, die die Genehmigung erhalten haben, bevor die strengeren Lizenzanforderungen in der gesamten EU in Kraft treten. Conio gab an, dass die Genehmigung nach einer regulatorischen Überprüfung durch die italienische Marktaufsichtsbehörde Consob und die Bank von Italien erteilt wurde.
Lizenz und Dienstleistungen
Die Lizenz erlaubt es dem Unternehmen, Dienstleistungen für die Verwahrung, Übertragung und Platzierung digitaler Vermögenswerte im Rahmen des Krypto-Regulierungsregimes der EU anzubieten. Conio plant, Einzelhandelsinvestoren, Finanzinstitutionen, Banken und andere Fintech-Unternehmen zu bedienen. Zudem beabsichtigt das Unternehmen, White-Label-Dienste anzubieten und Organisationen zu unterstützen, die Tokenisierungsinitiativen und Projekte im Bereich des digitalen Asset-Managements verfolgen.
CEO Christian Miccoli über die Genehmigung
„Die Erlangung der MiCAR-Genehmigung in Italien ist ein wichtiger Meilenstein, der die Stärke unseres Ansatzes und unser Engagement für die Bereitstellung innovativer, sicherer und vollständig konformer Dienstleistungen bestätigt.“
Das Unternehmen betonte, dass die Lizenz seine Rolle als Partner für Einzelhandelskunden, Banken und Institutionen, die auf dem regulierten Markt für digitale Vermögenswerte in Italien tätig sind, stärkt. „Mit dem Ende der Übergangsfrist am 30. Juni 2026 wird die Erlangung der MiCAR-Genehmigung zu einer wesentlichen Voraussetzung für die Geschäftstätigkeit in Europa.“
Regulatorische Herausforderungen in Europa
Die Genehmigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Krypto-Unternehmen in ganz Europa darum wetteifern, die MiCAR-Vorgaben vor dem Ende der Übergangsfrist einzuhalten. Nach den EU-Vorschriften dürfen Unternehmen, die bis zum 1. Juli 2026 nicht die erforderliche Genehmigung erhalten, keine abgedeckten Krypto-Dienste mehr für Kunden in der EU anbieten. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde hat zuvor erklärt, dass Unternehmen, die nach Ablauf der Frist ohne MiCAR-Lizenz tätig sind, gegen das EU-Recht verstoßen würden.
Der Regulierer wies auch darauf hin, dass Anbieter, die keine Genehmigung erhalten, sich auf Abwicklungspläne vorbereiten und Kunden helfen sollten, ihre Vermögenswerte zu autorisierten Anbietern oder Selbstverwahrungs-Wallets zu transferieren.
Marktentwicklung und Prognosen
Die Rechtsanwaltskanzlei Hogan Lovells berichtete, dass Europa im Jahr 2024 mehr als 3.000 Anbieter von virtuellen Vermögenswerten hatte, aber bis Mai 2026 nur 194 autorisierte Krypto-Asset-Dienstleister, darunter Kreditinstitute, erwartet werden. Die Kanzlei schätzte, dass etwa 75 % der Anbieter vor MiCAR ihren Registrierungsstatus verlieren könnten, wenn die nationalen Übergangsfristen ablaufen.
Strategische Partnerschaften und Zukunftsausblick
Die Genehmigung von Conio positioniert das Unternehmen auch, um vom Passportsystem der MiCAR zu profitieren, das lizenzierten Unternehmen ermöglicht, ihre Dienstleistungen in der Europäischen Union nach Abschluss der erforderlichen Benachrichtigungsverfahren auszudehnen. Conio hat sich zuvor auf die Verwahrung von Krypto und Wallet-Dienste für Einzelhandelsnutzer konzentriert.
Im Juli 2024 ging das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem Fintech-Infrastruktur-Anbieter Mesh ein, um seine Wallet-Plattform mit großen Kryptowährungsbörsen wie Coinbase und Binance zu verbinden. Zu diesem Zeitpunkt gab Conio an, dass mehr als 430.000 Kunden seine Dienste in Italien nutzen. Das Unternehmen, das Poste Italiane und Banca Generali zu seinen Unterstützern zählt, erklärte, dass die Partnerschaft darauf abzielte, den Nutzern mehr Kontrolle darüber zu geben, wie sie digitale Vermögenswerte außerhalb zentralisierter Börsen speichern.