Krypto-Sicherheitsvorfälle im Juli
Im Juli verloren Krypto-Projekte etwa 110 Millionen Dollar durch Hacks. Gleichzeitig verzeichnete Immunefi einen Anstieg der bestätigten Bug-Bounty-Berichte und stellte fest, dass Audit-Wettbewerbe ernstere Schwachstellen aufdeckten als private Audits.
Statistiken zu Hacks und Sicherheitsverlusten
Bis zum 3. August dokumentierte Immunefi 164 Krypto-Hacks, darunter 67 Vorfälle, bei denen jeweils mehr als 1 Million Dollar verloren gingen, basierend auf Daten der Sicherheitsplattform. Das Unternehmen prognostiziert, dass die Anzahl der Hacks, die 1 Million Dollar übersteigen, bis Ende 2026 auf 114 ansteigen könnte. Dies würde den bisherigen Jahresrekord von 72 größeren Vorfällen, der 2024 aufgestellt wurde, übertreffen.
Bis zu diesem Zeitpunkt im Jahr 2024 waren lediglich 49 solcher Vorfälle verzeichnet worden. Die geschätzten 110 Millionen Dollar im Juli erhöhen die bereits hohen Kosten für die Branche in diesem Jahr. Ein aktueller Bericht von Blockaid ergab, dass die Sicherheitsverluste im Krypto-Bereich in den ersten sechs Monaten von 2026 1,1 Milliarden Dollar erreichten.
Einzelne Vorfälle und Bug-Bounty-Programme
Mehrere große Angriffe trugen zur Juli-Summe bei. Ostium verlor 23,75 Millionen USDC, nachdem ein Angreifer seine Off-Chain-Infrastruktur kompromittiert und die Preisdaten, die vom Protokoll verwendet wurden, manipuliert hatte. AFX erlitt im Laufe des Monats einen separaten Brückenangriff in Höhe von 24,15 Millionen Dollar. Zusammen machten diese beiden Vorfälle mehr als 47 Millionen Dollar an Verlusten aus.
Immunefi gab an, dass seine Forscher im Juli 2,32 Millionen Dollar für bestätigte Schwachstellen erhielten. Die Anzahl der Berichte, die sowohl bestätigt als auch bezahlt wurden, stieg im Vergleich zum Vormonat um 18 %. Die Bug-Bounty-Programme verhinderten 374 Bedrohungen, ein Anstieg von 317 im Juni und 339 im Mai.
Die kumulierten Zahlungen an Sicherheitsforscher erreichten 143,1 Millionen Dollar, verglichen mit 140,8 Millionen Dollar Ende Juni. Dieser Anstieg erfolgt, während KI-Tools es Forschern erleichtern, Code zu scannen und Schwachstellenberichte vorzubereiten.
Institutionelles Interesse und Audit-Wettbewerbe
Das institutionelle Interesse an präventiver Sicherheit ist ebenfalls gewachsen. Anchorage Digital investierte Anfang dieses Jahres in Immunefi im Rahmen eines strategischen Vorstoßes in die On-Chain-Sicherheitsinfrastruktur. Immunefi überprüfte 1.178 Audits, die von Tier-1-Sicherheitsfirmen durchgeführt wurden, und fand einen Median von null kritischen oder hochgradigen Schwachstellen.
Der Vergleich des Unternehmens mit 58 Wettbewerbs-Audits ergab jedoch ein anderes Ergebnis. Audit-Wettbewerbe identifizierten im Durchschnitt 6,2 ernsthafte Schwachstellen pro Engagement, verglichen mit 1,5 in privaten Tier-1-Audits, so Immunefi.
Wettbewerbsüberprüfungen beinhalten mehrere unabhängige Forscher, die denselben Code untersuchen und Belohnungen basierend auf den gefundenen Schwachstellen erhalten. Die durchschnittlichen Kosten zur Identifizierung eines kritischen Fehlers durch einen Audit-Wettbewerb betrugen 6.548 Dollar, im Vergleich zu etwa 66.000 Dollar durch ein privates Tier-1-Audit und geschätzten 24,5 Millionen Dollar, wenn ein Angreifer die Schwachstelle zuerst entdeckte.
Fazit und Ausblick
Jüngste Vorfälle haben gezeigt, dass abgeschlossene Sicherheitsüberprüfungen nicht garantieren, dass der Code frei von ausnutzbaren Fehlern ist. Eine Untersuchung von crypto.news zum Coldcard-Vorfall ergab, dass ein KI-unterstütztes Audit weitere 85 kritische Fehler in Bitcoin-bezogenen Projekten identifizierte, nachdem eine Firmware-Schwäche Wallet-Nutzer exponiert hatte.
Die Erkenntnisse von Immunefi deuten darauf hin, dass Projekte kontinuierliche Bug-Bounty-Programme und Wettbewerbsüberprüfungen neben herkömmlichen Audits benötigen könnten. Da 2026 bereits auf den Rekord für größere Vorfälle zusteuert, bleibt die Kostenlücke zwischen präventiver Forschung und aktiver Ausnutzung erheblich.