Senatoren fordern neue Kapitalstandards für digitale Vermögenswerte
Sechs republikanische Senatoren haben die US-Bankenregulierungsbehörden aufgefordert, neue Kapitalstandards für digitale Vermögenswerte zu entwickeln, während der Kongress Gesetze vorantreibt, die die Beteiligung von Banken am Krypto-Sektor erweitern könnten. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung haben Senatorin Cynthia Lummis und fünf weitere republikanische Senatoren letzte Woche einen Brief an die stellvertretende Vorsitzende der Federal Reserve für Aufsicht, Michelle Bowman, den Vorsitzenden der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC), Travis Hill, und den Comptroller of the Currency, Jonathan Gould, geschickt. In diesem Brief forderten sie die Behörden auf, klarere Richtlinien zu erlassen, wie Banken Kapital gegen Exposures in digitalen Vermögenswerten halten sollten.
Argumentation der Senatoren
Die Anfrage erfolgt, während Bowman, Hill und Gould am Donnerstag vor dem House Financial Services Committee aussagen sollen. In ihrem Brief argumentierten die Senatoren, dass die bestehenden internationalen Standards, die vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht entwickelt wurden, digitale Vermögenswerte mit einer übermäßig hohen Kapitalanforderung belasten. Die Senatoren verwiesen auf das Risiko von 1.250 % für bestimmte Krypto-Bestände, ein Maß, das von Banken und Regulierungsbehörden verwendet wird, um zu bestimmen, wie viel Kapital gegen potenzielle Verluste zurückgestellt werden muss.
Der Basler Ausschuss, der unter der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich operiert und Regulierungsbehörden aus den Vereinigten Staaten und anderen wichtigen Jurisdiktionen umfasst, hat in den letzten Jahren mehrere Kapitalstandards für digitale Vermögenswerte veröffentlicht. Die Senatoren Cynthia Lummis, Dan Sullivan, Bill Hagerty, Bernie Moreno, Ted Budd und Jon Husted haben den Brief unterzeichnet. In dem Schreiben betonten die Gesetzgeber, dass zukünftige Kapitalanforderungen sowohl die Risiken als auch die Chancen im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten berücksichtigen sollten.
Technologie-neutraler Ansatz gefordert
Sie forderten die Regulierungsbehörden zudem auf, einen technologie-neutralen Ansatz zu verfolgen, der es Banken ermöglichen würde, an Märkten für digitale Vermögenswerte teilzunehmen, ohne allein aufgrund der verwendeten Technologie benachteiligt zu werden. Die Senatoren verwiesen auf eine gemeinsame Erklärung, die im März von der Federal Reserve, der FDIC und dem Office of the Comptroller of the Currency veröffentlicht wurde, und stellten fest, dass die Regulierungsbehörden bereits zu dem Schluss gekommen waren, dass tokenisierte Wertpapiere im Allgemeinen die gleiche Kapitalbehandlung wie ihre traditionellen Pendants erhalten sollten. Laut dem Brief sollte dasselbe Prinzip konsequent angewendet werden, wenn Regulierungsbehörden andere Formen digitaler Vermögenswerte bewerten.
Verknüpfung mit aktueller Gesetzgebung
Die Gesetzgeber verknüpften ihre Anfrage auch mit der derzeit im Kongress diskutierten Gesetzgebung zu digitalen Vermögenswerten. Sie argumentierten, dass die ausstehenden Gesetzentwürfe es Banken erlauben würden, zusätzliche Aktivitäten mit digitalen Vermögenswerten in der Bilanz durchzuführen, was einen Bedarf an klaren Kapitalvorschriften schaffen würde, bevor diese Aktivitäten im Bankensystem üblicher werden.
Senator Lummis‘ Bemühungen
Der jüngste Vorstoß ergänzt Senator Lummis‘ Bemühungen, die Krypto-Gesetzgebung zu verteidigen und regulatorische Klarheit für den Sektor zu schaffen. Anfang dieser Woche berichtete CNBC, dass Lummis JPMorgan Chase CEO Jamie Dimon wegen seiner Kommentare zum CLARITY Act und dem CEO von Coinbase, Brian Armstrong, kritisierte. Während eines von dem Netzwerk zitierten CNBC-Interviews argumentierte Dimon, dass die Gesetzgebung wichtige Bankenschutzmaßnahmen und Bedenken hinsichtlich der Geldwäschebekämpfung nicht anspreche. Lummis wies diese Interpretation zurück und erklärte gegenüber CNBC, dass die Anforderungen zur Geldwäschebekämpfung und das Bankgeheimnis bereits für digitale Vermögenswerte gelten und in der Gesetzgebung enthalten sind.