Urteil gegen illegales Devisennetzwerk in Shanghai
Ein Gericht in Shanghai hat fünf Personen wegen eines illegalen Devisennetzwerks, das Kryptowährung verwendete, um mehr als 29,4 Millionen Dollar ins Ausland zu transferieren, zu Haftstrafen verurteilt. Die Strafen reichen von zweieinhalb bis sechs Jahren.
Details des Falls
Laut einem Bericht der Staatsanwaltschaft des Jing’an-Bezirks in Shanghai wurden in diesem Fall insgesamt neun Personen festgenommen. Die fünf Angeklagten erhielten zudem Geldstrafen zwischen 300.000 Yuan (etwa 44.150 Dollar) und 1,5 Millionen Yuan (etwa 220.780 Dollar).
Die Staatsanwaltschaft gab an, dass die Gruppe in den letzten drei Jahren mehr als 200 Millionen Yuan (etwa 29,4 Millionen Dollar) für inländische Kunden ins Ausland transferiert hat. Der Fall nahm seinen Anfang, als die chinesische Staatsverwaltung für Devisen im Juli 2024 ungewöhnliche Transaktionen im Zusammenhang mit einem Unternehmen entdeckte.
Methoden der Gruppe
Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass das Unternehmen Kryptowährung nutzte, um Kunden dabei zu helfen, die Devisenregeln Chinas zu umgehen. Die Gruppe zielte auf wohlhabende Kunden ab, die im Ausland Geld für Immobilienkäufe, Auswanderung oder Studium benötigten. Zudem erweiterte sie ihr Geschäft durch reguläre Agenten, die halfen, Kunden für illegale grenzüberschreitende Überweisungen zu gewinnen.
„In grenzüberschreitenden Fällen, die Kryptowährungs-Assets betreffen, sind elektronische Beweise entscheidend für die Sicherung einer Verurteilung.“
Die Gruppe nutzte die Merkmale von On-Chain-Überweisungen, um Geldflüsse schwerer nachverfolgbar zu machen und Beweismittel zu sammeln. Ein Angeklagter mit dem Nachnamen Gao arbeitete laut Staatsanwaltschaft als Kundenmanager für inländische Kunden des Unternehmens und half, mehr als 170 Millionen Yuan (etwa 25 Millionen Dollar) in illegalen Devisentransaktionen zu verarbeiten.
Regulierungsmaßnahmen in China
China begrenzt, wie viel Fremdwährung Einzelpersonen jährlich kaufen oder ins Ausland senden können. Das jährliche Kontingent liegt bei dem Gegenwert von 50.000 Dollar pro Person, eine Regelung, die unterirdische Übertragungsnetzwerke zu einem langjährigen Ziel für Regulierungsbehörden gemacht hat. Die Staatsverwaltung für Devisen gab an, in der ersten Hälfte des Jahres 2025 mehr als 400 illegale Devisenfälle untersucht zu haben.
Der Fall in Shanghai zeigt, wie Kryptowährung in Devisenfällen auftauchen kann, obwohl der Krypto-Handel und verwandte Finanzdienstleistungen auf dem chinesischen Festland verboten sind. Die Behörden behandeln Krypto-verknüpfte Überweisungen weiterhin als Risiko, da sie helfen, Gelder ohne Genehmigung über Grenzen zu bewegen.
Auswirkungen auf Krypto-Unternehmen
Chinesische Behörden hatten bereits strengere Maßnahmen gegen illegale Devisenaktivitäten im Zusammenhang mit Stablecoins wie USDT gefordert. Das Urteil in Shanghai fügt diesem Durchsetzungsdruck einen weiteren Gerichtfall hinzu und zeigt, dass die Staatsanwaltschaft sich auf elektronische Aufzeichnungen, Wallet-Aktivitäten und Agentennetzwerke konzentriert, wenn sie krypto-verknüpfte Devisenfälle aufbaut.
Der Fall wird voraussichtlich für Krypto-Unternehmen und OTC-Broker, die mit Kunden im chinesischen Festland zu tun haben, von Bedeutung bleiben. Die lokalen Behörden trennen weiterhin den regulierten Markt für digitale Vermögenswerte in Hongkong von den Regeln des Festlandes, wo der Krypto-Handel und krypto-basierte Finanzaktivitäten stark eingeschränkt bleiben.