Südkorea prüft neue Regelungen für Fintech-Unternehmen
Südkorea hat begonnen, Regelungen zu prüfen, die es Fintech-Unternehmen, nicht nur Kryptowährungsbörsen, ermöglichen könnten, an einem neuen Lizenzierungsregime für grenzüberschreitende digitale Vermögensübertragungen teilzunehmen. Dieses Regime soll im Dezember in Kraft treten. Beamte der zuständigen Regierungsbehörden und Branchenvertreter teilten den lokalen Medien mit, dass die Behörden begonnen haben, Durchführungsverordnungen für Änderungen des Devisenverkehrsgesetzes zu entwerfen und die Registrierungsanforderungen für Unternehmen zu überprüfen, die virtuelle Vermögensübertragungsdienste anbieten möchten.
Revidiertes Gesetz und Übergangsfrist
Die südkoreanische Regierung verkündete das revidierte Gesetz am 2. Juni nach der Genehmigung durch das Kabinett. Die Gesetzgebung umfasst eine sechsmonatige Übergangsfrist und wird im Dezember in Kraft treten. Im Rahmen des neuen Rahmens werden grenzüberschreitende Übertragungen von virtuellen Vermögenswerten zu einer regulierten Devisenaktivität. Unternehmen, die solche Dienste anbieten möchten, müssen sich beim Ministerium für Wirtschaft und Finanzen registrieren und Überweisungstransaktionen über das Devisenberichterstattungssystem der Bank von Korea melden.
Regulierung und Aufsicht
Die Behörden argumentieren, dass grenzüberschreitende Kryptowährungstransaktionen zuvor außerhalb des Devisenaufsichtssystems des Landes betrieben wurden, was Risiken im Zusammenhang mit illegalen Devisenaktivitäten und Geldwäsche mit sich brachte. Der revidierte Rahmen bringt diese Transaktionen unter formelle Aufsicht und Berichtspflichten. Das Gesetz verlangt von den Antragstellern, die Registrierung als Anbieter von virtuellen Vermögensdiensten abzuschließen, ihre Systeme mit Institutionen zu verbinden, die für die Übermittlung von Informationen zu Devisen- und digitalen Vermögensgeschäften verantwortlich sind, und zusätzliche Anforderungen in Bezug auf Einrichtungen und Fachpersonal zu erfüllen, die durch Präsidialdekret definiert werden.
Erwartungen und Herausforderungen für Fintech-Unternehmen
Die aktuellen VASP-Regeln (Virtual Asset Service Provider) beschränken die berechtigten Unternehmen weitgehend auf Kryptowährungsbörsen und bestimmte Verwahrer, die bei der Financial Intelligence Unit unter der Finanzdienstleistungsbehörde registriert sind. Branchenvertreter hatten daher erwartet, dass das neue Regime von großen inländischen Börsen wie Upbit und Bithumb dominiert wird. Regierungsbeamte prüfen auch, ob die Registrierung über Börsen hinaus auf Fintech-Unternehmen ausgeweitet werden sollte, die in der Lage sind, grenzüberschreitende virtuelle Vermögensübertragungen abzuwickeln.
Ein Beamter der Bank von Korea teilte den lokalen Medien mit, dass die Behörden das Geschäft nicht unbedingt auf bestehende VASPs beschränken müssen, wenn andere Einrichtungen Übertragungsdienste anbieten können. Der Beamte fügte hinzu, dass Unternehmen, die sich an Aktivitäten zur Übertragung virtueller Vermögenswerte beteiligen möchten, möglicherweise dennoch eine Devisenregistrierung gemäß den geltenden Vorschriften benötigen.
Konsultationen und zukünftige Entwicklungen
Die Bank von Korea erklärte, dass sie Treffen mit Branchenvertretern abgehalten und Leitlinien zu den Registrierungsanforderungen sowie zur Integration in das Devisenberichterstattungssystem bereitgestellt hat. Das Interesse der Branche konzentriert sich zunehmend darauf, ob das endgültige Durchführungsdekret den Sektor für neue Akteure über traditionelle Kryptowährungshandelsplattformen hinaus öffnen wird. Viele Fintech-Unternehmen haben beim Eintritt in den Markt für digitale Vermögenswerte aufgrund der VASP-Registrierungsanforderungen und der Schwierigkeiten, Bankbeziehungen mit echtem Namen zu sichern, Hindernisse erlebt.
Branchenvertreter glauben, dass ein separater Lizenzierungsrahmen für virtuelle Vermögensübertragungen Chancen im Bereich der blockchain-basierten Überweisungen und Devisendienste schaffen könnte. Das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen und die Bank von Korea führen weiterhin Konsultationen mit Branchenvertretern durch, während sie die detaillierten Regeln vor dem Start des Lizenzierungsregimes für virtuelle Vermögensübertragungen im Dezember abschließen.
Integration von blockchain-basierten Finanzprodukten
Diese jüngste regulatorische Initiative folgt den Bemühungen der südkoreanischen Behörden, zu definieren, wie blockchain-basierte Finanzprodukte in bestehende Finanzregeln integriert werden können. Anfang dieses Monats erklärte das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen, dass tokenisierte Aktien unter den bestehenden Wertpapierregelungen besteuert werden könnten, wenn die Finanzdienstleistungsbehörde sie formell als Wertpapiere klassifiziert. Beamte erklärten, dass die rechtliche Behandlung eines Vermögenswerts von seinen wirtschaftlichen Eigenschaften abhängen sollte und nicht von der Technologie, die zu seiner Ausgabe verwendet wird. Die Finanzdienstleistungsbehörde wird voraussichtlich im Juli aktualisierte Richtlinien für tokenisierte Wertpapiere veröffentlichen, während sie weiterhin an einem Fahrplan arbeitet, der tokenisierte Versionen konventioneller finanzieller Vermögenswerte, einschließlich börsennotierter Aktien, abdeckt.