Südkorea verschärft Krypto-Überweisungen
Südkorea wird die Überweisungen zwischen inländischen Krypto-Plattformen und ausländischen Börsen sowie selbst gehosteten Wallets im Rahmen der am 11. August genehmigten Anti-Geldwäsche-Regeln verschärfen. Die Finanzdienstleistungsbehörde (FSC) erklärte, dass registrierte Anbieter von virtuellen Vermögenswerten risikobasierte Kontrollen für solche Überweisungen anwenden und interne Überwachungen verdächtiger Transaktionen für Beträge von 10 Millionen Won oder mehr durchführen müssen.
Änderungen im Überweisungsrahmen
Der endgültige Rahmen ist weniger streng als ein Vorschlag aus dem März, der jede Überweisung über 10 Millionen Won an eine ausländische Börse oder persönliche Wallet automatisch als verdächtig eingestuft hätte. Nach Einwänden der Branche wechselte die FIU zu einem System, in dem jeder registrierte Anbieter das Risiko unter seinen eigenen Kontrollen bewertet, anstatt einen Bericht über verdächtige Transaktionen nur aufgrund des Überschreitens des Schwellenwerts einzureichen.
Nach dem genehmigten Rahmen können Überweisungen an risikoarme ausländische Börsen durchgeführt werden. Überweisungen an andere ausländische Börsen oder selbst gehostete Wallets sind im Allgemeinen nur erlaubt, wenn Sender und Empfänger dieselbe Person sind, während Überweisungen an hochriskante Gegenparteien untersagt werden können, so die FSC.
Zusätzliche Anforderungen und Kontrollen
Die neuen Regeln stärken auch die Kontrollen bei größeren Überweisungen. News1 berichtete, dass inländische Börsen zusätzliche Nachweise wie den Nachweis, dass ein ausländisches Konto dem Kunden gehört, den Zweck einer Überweisung oder die Herkunft der Mittel anfordern können, wenn eine Transaktion ein erhöhtes Risiko aufweist. Die FSC hat jedoch keine universelle Dokumenten-Checkliste veröffentlicht, die diese Punkte für jede Überweisung verlangt.
Südkorea verschärft die Krypto-Überweisungen, nachdem die Apps von Bybit, MEXC und HTX aus dem Google Play Store entfernt wurden. Unter den überarbeiteten Regeln können Börsen Nachweise verlangen. Wie bereits berichtet, hat Südkorea die 1-Million-Won-Schwelle der Reise-Regel für Überweisungen zwischen registrierten inländischen VASPs abgeschafft. Die geänderten Regeln erfordern, dass identifizierende Informationen jede solche Überweisung unabhängig von der Größe begleiten.
Regulierungsmaßnahmen und Fristen
Empfangende Anbieter müssen ebenfalls die erforderlichen Informationen einholen und können fehlende Daten anfordern oder eine Überweisung ablehnen, wenn sie nicht verifiziert werden kann. Das strengere Überweisungsregime kommt, nachdem der Zugang zu mehreren ausländischen Börsen über Android schwieriger geworden ist. Google verlangt von Entwicklern von Krypto-Börsen und Software-Wallets, die auf Südkorea abzielen, dass sie erfolgreich einen VASP-Bericht bei der Korea Financial Intelligence Unit eingereicht haben.
Wie bereits berichtet, wurden im Juli mindestens 29 ausländische Börsen-Apps im koreanischen Google Play Store nicht mehr verfügbar, darunter Bybit und MEXC. Bybit blieb bis zum 28. Juli nicht verfügbar, während OKX nach einer vier-tägigen Aussetzung zurückkehrte. Die Einschränkungen im App-Store sind unabhängig von den Überarbeitungen der Überweisungen vom 11. August und spiegeln die VASP-Politik von Google Play wider.
Südkoreanische Regulierungsbehörden haben auch unregistrierte Betreiber direkt verfolgt. Wie bereits berichtet, hat die FIU etwa 40 unregistrierte Krypto-Unternehmen an die Strafverfolgungsbehörden verwiesen und registrierte Unternehmen gewarnt, nicht mit nicht gemeldeten Anbietern zu handeln. Der Regulierer hat auch App-Marktplätze und Kommunikationsbehörden gebeten, den Zugang zu Dienstleistungen einzuschränken, die er als illegal im Land betriebene identifiziert.
Ausblick und Bedenken der Branche
Die Bestimmungen zu Krypto-Überweisungen treten nicht am 20. August in Kraft, wenn separate Änderungen zu VASP-Registrierungsprüfungen und anderen Angelegenheiten wirksam werden. Die FSC erklärte, dass die Erweiterung der Reise-Regel und die AML-Anforderungen für Überweisungen ins Ausland sechs Monate nach der Verkündung des überarbeiteten Dekrets in Kraft treten werden, wobei die entsprechenden Aufsichtsregeln zur gleichen Zeit beginnen sollen.
Dieser Zeitrahmen gibt inländischen Börsen Zeit, Risikoklassifikationen, Überwachungsverfahren und Verifizierungsprozesse aufzubauen. Es bedeutet auch, dass Benutzer nicht davon ausgehen sollten, dass jede Überweisung von 10 Millionen Won automatisch blockiert oder gemeldet wird. Die endgültige Regel erfordert einen Überwachungsrahmen, während die Behandlung einzelner Transaktionen von dem Risiko der Gegenpartei und der Bewertung des Anbieters abhängt.
Ein ungenannter inländischer Branchenvertreter sagte gegenüber News1, dass übermäßig restriktive Regeln „nur zu einem Anstieg des Peer-to-Peer-Handels oder von Transaktionen über inoffizielle Kanäle führen könnten.“
Dies ist eine Besorgnis der Branche, jedoch kein festgestelltes Ergebnis. Die Regulierungsbehörden betonen, dass der neue Rahmen dazu gedacht ist, Geldwäsche-Risiken im Zusammenhang mit ausländischen Plattformen und selbst gehosteten Wallets zu adressieren, während er risikoärmere Transaktionen zulässt.